T1 Energy Aktie: Wandelanleihe sorgt für Verwässerung
Neue Modulverträge binden mehr als vier Gigawatt für 2027; ein möglicher Anleihetausch könnte bestehende Anteile verwässern.

- Weiterverkauf von Aktien bleibt offen
- Wandelanleihen umfassen 50 Millionen Dollar
- Neue Modulverträge über 1,58 Gigawatt
- Mehr als vier Gigawatt für 2027 gebunden
Neue Abnahmeverträge am Morgen, ein Wertpapierprospekt am Abend: T1 Energy hat am Freitag zwei Nachrichten mit sehr unterschiedlicher Wirkung geliefert. Die eine stärkt das Geschäft, die andere erinnert an die Finanzierungsseite.
Prospektergänzung für bis zu 13,4 Millionen Aktien
Das Unternehmen hat eine Prospektergänzung eingereicht. Sie betrifft den möglichen Weiterverkauf von bis zu 13.440.860 Stammaktien. Diese könnten entstehen, wenn ein Investor zusätzliche Wandelanleihen im Volumen von 50 Millionen Dollar umtauscht. Die 4,75-prozentigen Papiere mit Fälligkeit 2031 hatte T1 am 30. September 2026 an diesen Investor ausgegeben.
Die genannte Zahl ist ein Höchstwert. Sie enthält die maximale Anzahl sogenannter Make-whole-Aktien, die nach den Anleihebedingungen anfallen können. Ob der Investor wandelt oder Aktien verkauft, ist offen. Verkäufe würden T1 keine Erlöse bringen, das Unternehmen selbst gibt unter der Ergänzung keine Papiere aus. Eine Rechtsauffassung der Kanzlei Skadden zur Gültigkeit der Aktien liegt bei.
Marktteilnehmer dürften den Schritt vor allem als potenzielle Verwässerung für Altaktionäre einordnen. Die Aktie schloss am Freitag bei 2,70 Dollar, ein Minus von 5,59 Prozent. Nachbörslich gab es keine Bewegung.
Auftragsbuch wächst
Operativ gibt es Rückenwind. T1 hat neue Abnahmeverträge über mehr als 1,58 Gigawatt TOPCon-Module abgeschlossen, darunter mit Tochtergesellschaften des Stromproduzenten Avantus.
Die Lieferungen aus dem Werk G1_Dallas sind für 2027 und 2028 vorgesehen. Damit sind laut Unternehmen mehr als 4 Gigawatt der Kapazität für 2027 vertraglich gebunden.
Die Module sollen eine Mischung aus importierten und heimisch gefertigten Zellen enthalten. Letztere stammen aus der im Bau befindlichen Zellfabrik G2_Austin in Rockdale, Texas. Die erste Ausbaustufe mit 2,1 Gigawatt soll im ersten Quartal 2027 Zellen liefern. Für 2027 stellt T1 Module mit mehr als 60 Prozent heimischem Wertanteil in Aussicht.
Zahlen und Analysten
Im zweiten Quartal übertraf der Umsatz die Erwartungen. Das EBITDA von rund 11 Millionen Dollar profitierte von einer Zollrückerstattung über 24 Millionen Dollar. Ohne diesen Einmaleffekt lag es im Rahmen der Konsenserwartung von minus 14 Millionen Dollar.
Die Analysten sind uneins über die Richtung. Northland senkte das Kursziel von 16 auf 9 Dollar und verwies auf die EBITDA-Entwicklung, bleibt aber bei „Outperform“. BTIG hob das Ziel von 8 auf 9 Dollar an und sieht in den Zollveränderungen einen Vorteil für die heimische Solarlieferkette.
Mit der Zellproduktion in Austin im ersten Quartal 2027 steht der nächste operative Meilenstein fest. Ob das Auftragsbuch die Verwässerung durch die Wandelanleihen aufwiegt, hängt auch davon ab, wie schnell T1 diesen Termin hält.
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