T1 Energy: Trina Solar verkauft 22,5 Millionen Aktien
Trina Solar verkauft 22,5 Millionen T1-Energy-Aktien. Vor Hauptversammlung und FEOC-Prüfung wächst die Unsicherheit um den Solarkonzern.

- Trina Solar verkauft Millionen Aktien
- Hauptversammlung steht unmittelbar bevor
- Umsatz übertrifft Erwartungen deutlich
- Patentstreit und SEC-Ermittlungen belasten
Der größte externe Aktionär von T1 Energy hat seine Position drastisch reduziert. Trina Solar (Schweiz) AG verkaufte an zwei Tagen insgesamt 22,5 Millionen Aktien – zu Preisen zwischen 7,74 und 9,43 Dollar. Nach den Verkäufen hält Trina noch rund elf Prozent der ausstehenden Anteile.
Der Zeitpunkt ist heikel. Nur Tage vor einer entscheidenden Hauptversammlung verstärkt der Schritt die Unsicherheit um das Solarunternehmen. Die Aktie notierte zuletzt bei 8,95 Euro, nur rund fünf Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. In den vergangenen sieben Tagen legte sie um 26 Prozent zu.
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Doch hinter der Kurserholung brodelt es.
Die China-Frage bleibt offen
Das Geschäftsmodell von T1 Energy hängt an den US-Produktionssteuergutschriften nach Section 45X. Die Voraussetzung: keine Verbindungen zu „Foreign Entities of Concern“ (FEOC) – ein Regelwerk, das speziell China-finanziierte Unternehmen treffen soll.
Trina ist ein chinesischer Solarkonzern. Zwar wurde eine frühere Vereinbarung zur Entsendung eines Directors im Dezember 2025 geändert. Ob das für die Compliance reicht, ist offen.
Der Leerverkäufer Fuzzy Panda hatte Mitte Mai schwere Vorwürfe erhoben. Der Shortseller behauptet, T1 habe 41,4 Millionen Dollar nicht verdiente Steuergutschriften aggressiv verbucht. Ohne diese Buchungen, so die Analyse, würden die operativen Margen von plus sechs Prozent auf minus 31 Prozent fallen.
T1 Energy wies die Vorwürfe zurück. Analyst Philip Shen von Roth Capital Partners stellte sich hinter das Unternehmen. Er bezeichnete T1 als „Vorbild für das, was die Trump-Administration von einem Hersteller im Inland erwarten könnte“.
Gleich mehrere juristische Baustellen
Die FEOC-Debatte ist nicht das einzige rechtliche Problem. First Solar hat Ende 2025 ein Patentverfahren gegen T1 Energy eingeleitet. Die Klage betrifft TOPCon-Solarzellen-Technologie. Die ITC ermittelt gegen 47 Unternehmen aus elf Ländern. First Solar beantragt ein allgemeines Importverbot.
Hinzu kommen Ermittlungen des Justizministeriums und der SEC. Im November 2025 erhielt das Unternehmen Vorladungen für Dokumente zu Aktienverkäufen aus der zweiten Jahreshälfte 2023. Nach Unternehmensangaben hängen die Transaktionen mit verpfändeten Aktien eines Managers zusammen. Eine Genehmigung habe vorgelegen.
Operativ läuft es besser
Trotz der juristischen Altlasten zeigt das operative Geschäft nach oben. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 erreichte 177,7 Millionen Dollar – weit über den erwarteten 110,6 Millionen. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) lag bei 9,1 Millionen Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 17 Prozent. T1 erzielte einen Nettogewinn von 3,9 Millionen Dollar.
Die Produktionsguidance für 2026 bleibt bestehen: 3,1 bis 4,2 Gigawatt aus dem Werk G1_Dallas sind das Ziel. Der Bau der zweiten Fabrik G2_Austin läuft. Erste Zellen sollen im vierten Quartal 2026 vom Band laufen.
Was Anleger jetzt wissen müssen
Die Hauptversammlung in den kommenden Tagen wird zeigen, ob sich die Aktionäre hinter das Management stellen. Der Abgang des größten Investors könnte ein Misstrauensvotum sein – oder eine strategische Positionsänderung Trinas.
Parallel wartet die Branche auf die endgültigen Treasury-Richtlinien zu den 45X-Gutschriften. Sie entscheiden über die tatsächliche Cashflow-Wirkung der Subventionen. Die Unsicherheit bleibt hoch. Das Kursband von 3,36 Euro (52-Wochen-Tief) bis 9,45 Euro (52-Wochen-Hoch) zeigt die extreme Volatilität, die T1 Energy seit seiner Transformation vom Batterie-Start-up zum Solarhersteller begleitet.
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