Take-Two Aktie: 260 Millionen Dollar in GTA-VI-Vorbestellungen

Grand Theft Auto VI bricht alle Vorbestellrekorde, während Analysten vor den Quartalszahlen am 7. August vorsichtig bleiben.

Die Kernpunkte:
  • GTA VI erscheint am 19. November 2026
  • Vorbestellungen erreichen 260 Millionen Dollar in Woche eins
  • Analysten senken Gewinnschätzungen vor Quartalsbericht
  • Umsatzprognose für Geschäftsjahr bei 8 bis 8,2 Milliarden Dollar

Am 19. November 2026 erscheint Grand Theft Auto VI für PS5 und Xbox Series, und die Vorbestellzahlen übertreffen bereits jetzt alle bisherigen Marken der Branche. Gleichzeitig blicken Analysten mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Quartalszahlen am 7. August 2026 – die Aktie hat zuletzt an Boden verloren.

Kursverlauf zeigt Konsolidierung nach starkem Lauf

Die Aktie schloss zuletzt bei 209,40 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen 1,78 Prozent eingebüßt. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 5,49 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark die GTA-VI-Nachrichten den Kurs zuletzt getrieben haben. Zum 52-Wochen-Hoch vom 7. Juli 2026 fehlen der Aktie aktuell 9,51 Prozent, seit Jahresbeginn liegt sie mit 2,47 Prozent im Minus. Die jüngste Schwäche fällt in eine Phase, in der Analysten ihre Gewinnschätzungen für das Unternehmen vor dem anstehenden Quartalsbericht nach unten korrigiert haben.

Vorbestellungen für GTA VI stellen alle Rekorde in den Schatten

Seit Öffnung der Vorbestellungen am 25. Juni 2026 hat Take-Two nach Schätzungen des Marktforschers Newzoo weltweit rund 260 Millionen Dollar in der ersten Woche eingenommen – allein in den USA und den fünf größten europäischen Märkten (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien) sollen es 180 Millionen Dollar gewesen sein. Newzoo bezeichnet dies als die stärkste Vorbestellkampagne, die je gemessen wurde.

Für die eigentliche Launch-Woche rechnet Newzoo mit 37 bis 60 Millionen verkauften Exemplaren und einem Umsatz zwischen 3,25 und 5,2 Milliarden Dollar – ein Vielfaches dessen, was der Vorgänger GTA V beim Start 2013 erzielte, als in drei Tagen rund eine Milliarde Dollar in die Kassen floss. Die Analysten von Piper Sandler kommen mit einer Schätzung von 45 Millionen Einheiten am Launch-Tag zu einer ähnlichen Größenordnung.

Diskutiert wird derzeit auch der Verkaufspreis: GTA VI soll umgerechnet rund 80 Pfund kosten. Stratechery-Gründer Ben Thompson hält das für deutlich zu niedrig und plädiert für einen Preis von 200 Dollar – er bezeichnet das Spiel als „letztes großes Pre-AI-Game“ und Höhepunkt menschlicher Handwerkskunst angesichts von Entwicklungskosten von schätzungsweise zwei Milliarden Dollar.

Zacks stuft auf Verkaufen, Bewertungsmodelle sehen Unterbewertung

Trotz der Rekordnachfrage zeigt sich die Analystenszene gespalten. Take-Two trägt nach einer Auswertung von Simply Wall St aktuell den Zacks Rank 4 (Verkaufen), nachdem Analysten ihre Gewinnschätzungen vor dem Bericht am 7. August 2026 gesenkt haben. Gleichzeitig verweist Simply Wall St auf ein populäres Bewertungsnarrativ, das einen fairen Wert von 276,97 Dollar errechnet und damit eine Unterbewertung von rund 12 Prozent gegenüber dem von der Plattform herangezogenen Schlusskurs von 243,80 Dollar signalisiert. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von Take-Two liegt laut dieser Analyse bei 6,8 – deutlich über dem Branchenschnitt von 1,2 und auch über vergleichbaren Wettbewerbern mit 4,2. Als Risiken nennt die Analyse mögliche Verzögerungen bei GTA VI sowie bestehende Nettoverluste des Konzerns.

Guidance und Marketingfahrplan bis zum Launch

Take-Two-CEO Strauss Zelnick hat den Novembertermin für GTA VI bestätigt und für das laufende Geschäftsjahr eine Umsatzprognose von 8 bis 8,2 Milliarden Dollar ausgegeben – ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zelnick kündigte zudem an, dass die Marketingkampagne im Sommer an Fahrt aufnimmt: Ein weiterer Trailer soll im August erscheinen, zeitlich in der Nähe des Quartalsberichts am 7. August. Die Kampagne setzt nach seinen Worten stärker auf digitale Kanäle als auf klassische TV-Werbung.

Der Quartalstermin dürfte damit zum zentralen Ereignis der kommenden Wochen werden: Anleger erhalten dort nicht nur frische Zahlen, sondern voraussichtlich auch neues Bildmaterial zum meisterwarteten Spiel des Jahres. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen Rekord-Vorbestellungen auf der einen und einer vorsichtigen Analystenhaltung auf der anderen Seite gefangen.

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