Take-Two Aktie: 8,2 Milliarden Dollar Guidance für 2027
Milliarden-Vorbestellungen für GTA VI treiben Take-Two-Aktie auf Höhenflug. Analysten sehen weiteres Potenzial, warnen aber vor überkaufter Technik.

- Fast eine Milliarde Dollar Vorbestellungen
- Analysten bestätigen hohe Kursziele
- Aktie nähert sich 52-Wochen-Hoch
- RSI signalisiert überkaufte Lage
Fast eine Milliarde Dollar Umsatz allein durch Vorbestellungen — noch bevor das Spiel überhaupt erschienen ist. Was nach Übertreibung klingt, kursiert seit Donnerstag als konkrete Zahl zu „Grand Theft Auto VI“. Take-Two-Aktionäre reagieren entsprechend euphorisch.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 223,00 Euro. Das liegt nur 1,02 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 225,30 Euro aus dem Oktober 2025. Binnen 30 Tagen legte der Kurs um fast 20 Prozent zu, allein in der vergangenen Woche waren es 6,70 Prozent.
Analysten bestätigen ihre Kursziele
Mehrere Wall-Street-Häuser haben ihre Einschätzung zu Take-Two nach Beginn der Vorbestellphase bekräftigt. BTIG Research erneuerte am 2. Juli seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 300 US-Dollar. DA Davidson hält ebenfalls an einem Ziel von 300 Dollar fest, BMO Capital Markets sieht 285 Dollar als fair an.
Der Analystenkonsens liegt im Schnitt bei 292,88 US-Dollar — deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Institutionelle Investoren halten inzwischen rund 95,46 Prozent aller Take-Two-Aktien. Diese hohe Konzentration zeigt: Große Adressen setzen fast geschlossen auf den GTA-VI-Launch.
Fast eine Milliarde Dollar in wenigen Tagen
Am 2. Juli kursierten Marktberichte, wonach die Vorbestellungen für „Grand Theft Auto VI“ bereits kurz nach dem Verkaufsstart am 25. Juni die Marke von einer Milliarde Dollar erreicht haben könnten. Eine offizielle Bestätigung von Rockstar Games steht noch aus. Sollten sich die Zahlen bewahrheiten, wäre es einer der erfolgreichsten Entertainment-Starts der Geschichte.
Besonders auffällig ist die Verteilung der Käufe. Rund 72 Prozent aller Kunden griffen zur teureren „Ultimate Edition“ für 100 Dollar statt zur Standardversion für 80 Dollar. Auf der PlayStation 5 waren es sogar über 81 Prozent. Das Spiel erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S, einen PC-Termin gibt es noch nicht.
Digital statt Disc
Take-Two setzt beim Launch offenbar konsequent auf digitalen Vertrieb. Physische Datenträger sollen komplett wegfallen. Das passt zum Branchentrend: Digitale Käufe machen mittlerweile rund 85 Prozent aller Spieleverkäufe aus.
Rockstar Games verspricht sich davon höhere Margen am Starttag und weniger Logistikaufwand kurz vor dem Novembertermin. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Take-Two mit Netto-Buchungen zwischen 8,0 und 8,2 Milliarden Dollar — ein Plus von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der GAAP-Nettoumsatz soll zwischen 7,9 und 8,1 Milliarden Dollar liegen, wobei der Großteil des Wachstums erst in der zweiten Jahreshälfte anfällt, wenn Marketing und Launch zusammenfallen.
Überhitzte Technik nach starkem Lauf
Der 14-Tage-RSI steht aktuell bei 72,7 Punkten. Das gilt als überkauft und deutet häufig auf eine Verschnaufpause nach einem schnellen Anstieg hin. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt bereits 13,69 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt sind es 12,45 Prozent.
Die Aktie hat sich seit ihrem Jahrestief von 159,24 Euro im Februar deutlich erholt, das Plus seit Jahresanfang liegt bei 3,87 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Zuwachs von 9,15 Prozent zu Buche — die jüngste Rally hat also einen Großteil davon erst in den letzten Wochen aufgeholt.
Am 10. August legt Take-Two seine nächsten Quartalszahlen vor. Dann dürfte sich zeigen, wie stark sich die Vorbestellwelle tatsächlich in den Buchungszielen niederschlägt.
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