Take-Two: GTA-VI-Monetarisierung bleibt offen

Take-Two verliert 16 Prozent seit Jahresbeginn. Offene Fragen zu GTA VI, Online-Erlösen und einer Sammleredition erhöhen die Börsenunsicherheit.

Die Kernpunkte:
  • Take-Two verliert 16 Prozent
  • GTA-VI-Monetarisierung bleibt ungeklärt
  • Zwei digitale Editionen angekündigt
  • Physische Ausgabe später erwartet

Die Aktie von Take-Two Interactive notiert an diesem Donnerstag bei 182,40 Euro und damit weiterhin deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 205,71 Euro – ein Abstand von elf Prozent, der die anhaltende Nervosität der Anleger vor dem Launch von GTA VI widerspiegelt. Der Titel hat in den vergangenen 30 Tagen 16 Prozent verloren, seit Jahresbeginn steht ebenfalls ein Minus von 16 Prozent zu Buche.

Spekulationen über Monetarisierung treiben die Debatte

Im Zentrum der aktuellen Berichterstattung steht die Frage, wie Rockstar Games den Online-Modus von GTA VI kommerziell gestalten wird. Der ehemalige Rockstar-Entwickler Joe Rubino äußerte in einem Interview mit Eldorado.gg die Erwartung, dass GTA 6 Online Spielern künftig erlauben könnte, eigene Rollenspiel-Inhalte zu monetarisieren.

Berichten zufolge sucht Rockstar gezielt nach Entwicklern mit Erfahrung in Fortnite-ähnlichen Creator-Tools. Take-Two-CEO Strauss Zelnick hatte sich in der Vergangenheit bereits zu neuen Monetarisierungsoptionen geäußert, ohne konkrete Details zu nennen. Der Bloomberg-Reporter Jason Schreier stellte klar, dass es aktuell keine Pläne gebe, Online-Features des Spiels kurzfristig näher zu erläutern.

Für Anleger ist die Frage der Monetarisierung deshalb so bedeutsam, weil der Online-Modus von GTA V über Jahre hinweg zu einer der wichtigsten Ertragsquellen des Konzerns wurde. Jede Entscheidung über das Geschäftsmodell des Nachfolgers dürfte daher direkten Einfluss auf die mittelfristigen Umsatzerwartungen haben.

Unklarheit auch bei der Collector’s Edition

Parallel zur Monetarisierungsdebatte kursieren Berichte über eine mögliche physische Sammleredition von GTA VI. Offiziell hat Rockstar bislang lediglich zwei Versionen angekündigt: eine Standard Edition für 79,99 Dollar und eine Ultimate Edition für 99,99 Dollar, letztere mit zusätzlichen digitalen Inhalten – beide ohne physischen Datenträger.

Ein geleaktes Foto einer Box mit der Aufschrift „Vice City: Leonida“, das angeblich aus einer mexikanischen Fabrik stammt, sorgte zwar für Aufsehen, wurde jedoch weder von Rockstar noch von Take-Two bestätigt. Support-Mitarbeitern von Rockstar zufolge soll eine physische Version ohnehin erst Monate nach dem digitalen Launch erscheinen, der für November angekündigt ist.

Kursreaktion bleibt verhalten

Die jüngste Kursschwäche fällt in eine Phase erhöhter Unsicherheit an den US-Börsen insgesamt, in der steigende Ölpreise und Zinssorgen die Risikobereitschaft der Anleger dämpfen.

Für Take-Two-Aktionäre kommt hinzu, dass der Titel mit einem Relative-Strength-Index von 33 in überverkauftem Terrain notiert, was auf eine ausgeprägte Verkaufsdynamik der vergangenen Wochen hindeutet. Ein Abstand von 21 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, erreicht im Juli, zeigt zugleich das Ausmaß der Korrektur seit dem Sommer.

Solange offizielle Details zu Online-Funktionen und möglichen Sammlereditionen von GTA VI fehlen, dürfte die Unsicherheit an der Börse bestehen bleiben. Anleger richten den Blick nun auf weitere Ankündigungen von Rockstar und Take-Two im Vorfeld des für November geplanten Starts.

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