Take-Two: GTA VI startet im November 2026

Take-Two verzeichnet im ersten Fiskalquartal einen gestiegenen Nettoverlust, hält aber an der Jahresprognose fest. Die Vorfreude auf GTA 6 treibt den Aktienkurs.

Die Kernpunkte:
  • Nettoverlust steigt auf 34,1 Millionen Dollar
  • Jahresprognose für Bookings bleibt unverändert
  • Quartalsausblick verfehlt Analystenerwartungen
  • Aktie legt nach Zahlen um 4,4 Prozent zu

Take-Two Interactive hat am Freitag die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt – und dabei einen deutlich höheren Verlust ausgewiesen als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig hält der Publisher an seiner Jahresprognose fest und beschreibt die Nachfrage nach dem kommenden Blockbuster Grand Theft Auto VI als „beispiellos“. Die Reaktion an der Börse fiel positiv aus, auch wenn der Ausblick für das laufende Quartal die Erwartungen der Analysten verfehlte.

Bookings über Erwartungen, Verlust höher als im Vorjahr

Im Quartal bis zum 30. Juni 2026 erzielte Take-Two Net Bookings von 1,39 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 1,53 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich blieb nach US-Bilanzstandard GAAP ein Nettoverlust von 34,1 Millionen US-Dollar, das entspricht einem verwässerten Verlust je Aktie von 0,18 US-Dollar.

Vor einem Jahr hatte das Unternehmen im vergleichbaren Quartal noch einen deutlich kleineren Fehlbetrag von 11,9 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,07 US-Dollar je Aktie ausgewiesen. Auf bereinigter Basis stand ein Gewinn je Aktie von 0,36 US-Dollar zu Buche – ein Hinweis darauf, dass Sondereffekte den GAAP-Verlust maßgeblich treiben.

Für das Gesamtjahr bis Ende März 2027 bekräftigte das Management seine Prognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar an Net Bookings. Diese Zielspanne blieb gegenüber der vorherigen Ausgabe unverändert, was angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung von Grand Theft Auto VI als Signal der Zuversicht gewertet werden kann.

Ausblick für Q2 bleibt hinter Konsens zurück

Weniger überzeugend fiel die Prognose für das laufende zweite Geschäftsquartal aus, das bis zum 30. September 2026 läuft. Take-Two rechnet hier mit Net Bookings zwischen 1,62 und 1,67 Milliarden US-Dollar. Reuters wies darauf hin, dass dieser Wert unter den Markterwartungen liegt.

Anleger interpretierten dies offenbar als Ausdruck vorsichtiger Kalkulation vor dem für November 2026 geplanten Launch von Grand Theft Auto VI, statt als Zeichen nachlassender Dynamik – zumal das Unternehmen selbst von unveränderter Jahresguidance und ungebrochener Nachfrage spricht.

Die Börse reagierte auf die Zahlen zunächst mit Kursgewinnen: Laut Reuters legte die Aktie im Anschluss an die Veröffentlichung am Freitag um rund 4,4 Prozent zu, da sich der Fokus der Investoren auf den bevorstehenden Spiele-Launch richtete statt auf die kurzfristige Verlustausweitung.

Insiderverkauf und aktuelle Kursentwicklung

Am Montag reichten mit Aktionären von Take-Two verbundene Rechtsträger eine Form-144-Meldung ein. Sie kündigten darin den Verkauf von 40.000 Stammaktien über Goldman Sachs & Co. LLC an, mit einem in der Meldung genannten Marktwert von 10.142.800 US-Dollar. Solche Meldungen sind in den USA vor größeren Insiderverkäufen üblich und lassen für sich genommen keine Rückschlüsse auf die operative Verfassung des Unternehmens zu.

An den Kursmärkten notiert die Aktie aktuell bei 220,40 Euro, nach einem Schlusskurs von 220,00 Euro am Montag – ein moderater Aufschlag von 0,18 Prozent im heutigen Handel. Damit bewegt sich das Papier weiterhin in der Nähe seines 52-Wochen-Hochs von 231,40 Euro, das erst am 7. Juli erreicht wurde; der Abstand dazu beträgt derzeit 4,75 Prozent.

Die Marktteilnehmer scheinen die Kombination aus kurzfristig schwächerem Ausblick und langfristig unveränderter Jahresprognose bislang gelassen aufzunehmen.

Blick auf den November-Launch

Die Berichterstattung rund um Take-Two bleibt bis auf Weiteres von einem einzigen Ereignis geprägt: dem für November 2026 terminierten Erscheinen von Grand Theft Auto VI.

Solange das Unternehmen an seiner Bookings-Prognose für das Gesamtjahr festhält und die Nachfrage nach eigenen Angaben „beispiellos“ ausfällt, dürfte der kurzfristig schwächere Quartalsausblick für die meisten Anleger zweitrangig bleiben. Die eigentliche Bewährungsprobe für die Zahlen steht mit dem Launch selbst erst noch bevor.

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