Take-Two: Was die Q1-Zahlen jetzt entscheiden
Take-Two veröffentlicht Quartalszahlen mit GTA-VI-Vorbestellrekord. Analysten sehen bestätigte Jahresprognose, Markt bleibt skeptisch.

- GTA-VI-Vorbestellungen brechen Rekorde
- Quartalsprognose von 1,32 bis 1,37 Milliarden
- Aktie fällt trotz Trailer-Ankündigung
- Jahresziel von 8,2 Milliarden gefährdet
Ausgangslage
Take-Two Interactive legt am heutigen Freitag vor Handelsbeginn die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor – die erste Quartalsvorlage, seit am 25. Juni die Vorbestellungen für Grand Theft Auto VI gestartet sind. Der Berichtstermin fällt zusammen mit einer weiteren Nachricht: Rockstar Games hat bestätigt, dass am 27. August ein erweiterter Blick auf GTA VI auf Netflix und YouTube gezeigt werden soll. Zwei Ereignisse, ein Zeitfenster – und für Anleger die Frage, ob beide in dieselbe Richtung wirken.
Der Aktienkurs steht unter Druck. Am Donnerstag schloss das Papier bei 199,30 Euro, ein Minus von 2,02 Prozent an einem Tag, an dem eigentlich die Trailer-Ankündigung für positive Stimmung hätte sorgen können. Auf Wochensicht und Monatssicht hat sich der Rückgang verstärkt, und zum 52-Wochen-Hoch aus dem Juli fehlen der Aktie inzwischen 13,87 Prozent. Der Markt handelt also bereits mit einer gewissen Skepsis, kurz bevor die ersten belastbaren Datenpunkte zur GTA-VI-Nachfrage vorliegen.
Die entscheidende Frage
Im Zentrum steht eine einzige Kennzahl: die Net Bookings des ersten Quartals im Vergleich zur eigenen Prognosespanne von 1,32 bis 1,37 Milliarden Dollar. Diese Spanne hatte Take-Two selbst ausgegeben, zusammen mit der Erwartung eines Rückgangs des wiederkehrenden Konsumentenumsatzes von rund 3 Prozent. Das Quartal umfasst nur fünf Tage mit offiziellen GTA-VI-Vorbestellungen – vom 25. bis 30. Juni. Ob diese kurze Phase bereits sichtbare Spuren in den Büchern hinterlassen hat, wird zeigen, ob die für das Gesamtjahr ausgegebene Rekordprognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar an Net Bookings realistisch bleibt. Genau darauf werden Analysten und Investoren heute schauen, nicht auf die Vergangenheit, sondern auf die Bestätigung des Ausblicks.
Bullisches Szenario
Für Optimisten spricht die Datenlage rund um den Vorbestellstart. Nach Angaben der Analysefirma Newzoo verzeichnete GTA VI die stärkste Eröffnungswoche bei Vorbestellungen, die je in ihrem Datensatz erfasst wurde. Newzoo schätzte rund 180 Millionen Dollar an digitalen Vorbestellausgaben allein in den USA und fünf großen europäischen Märkten in dieser einen Woche, hochgerechnet auf etwa 260 Millionen Dollar weltweit. Bestätigt sich dieser Trend in den heutigen Zahlen, liefert das ein starkes Argument für die Guidance.
Hinzu kommt die Einschätzung von Raymond James, das die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Verschiebung des für den 19. November geplanten Starts am Donnerstag als „de minimis“ bezeichnete – also praktisch vernachlässigbar. Roth-MKM-Analyst Eric Handler bekräftigte am 27. Juli seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 295 Dollar. Mehrere weitere Häuser, darunter BTIG und BMO Capital, hatten im selben Zeitraum ebenfalls Kaufratings mit Kurszielen zwischen rund 290 und 368 Dollar bestätigt. Gelingt Take-Two heute der Beleg, dass die Nachfrage die Prognose stützt, könnte der jüngste Kursrückgang als Übertreibung erscheinen – die Aktie notiert derzeit ohnehin 25,16 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom Februar, was auf eine grundsätzlich intakte Erholungsbewegung hindeutet.
Bärisches Szenario und Risiko
Die Gegenposition stützt sich auf ein branchenweites Signal: Der US-Videospielmarkt verzeichnete im Juni laut Circana-Daten einen Umsatzrückgang von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein derart schwacher Sektorhintergrund relativiert die Euphorie um einzelne Vorbestellrekorde – die breite Konsumnachfrage nach Spielen bleibt fragil, und Take-Two ist von der allgemeinen Konsumlaune nicht entkoppelt.
Zudem zeigt die Historie, wie empfindlich der Kurs auf Verzögerungen reagiert: Im November 2025 hatte Take-Two die Verschiebung von GTA VI auf den jetzt gültigen Novembertermin verkündet, mit Verweis auf zusätzliche Zeit für Rockstar, das Spiel mit dem von Spielern erwarteten Feinschliff fertigzustellen. Die Aktie brach damals im nachbörslichen Handel um rund 7 Prozent ein. Diese Reaktion bleibt die Messlatte für das Risiko, sollte es erneut Hinweise auf Verzögerungen geben – auch wenn Raymond James ein solches Szenario aktuell für unwahrscheinlich hält. Der technische Zustand der Aktie mit einem RSI von 39,1 signalisiert zudem, dass Verkaufsdruck vorherrscht, ohne dass die Aktie bereits überverkauft wäre.
Ausblick
Solange die heutigen Zahlen die Spanne von 1,32 bis 1,37 Milliarden Dollar bestätigen oder übertreffen, dürfte die Jahresguidance von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar intakt bleiben und der Trailer am 27. August als zusätzlicher Kurstreiber wirken. Verfehlt das Unternehmen die eigene Prognose oder mehren sich Zweifel am Novembertermin, dürfte der Markt das schwache Branchenumfeld stärker gewichten und die Aktie in Richtung ihrer gleitenden Durchschnitte weiter unter Druck setzen. Neben dem heutigen Bericht und der Trailer-Premiere am 27. August rückt eine für den 17. September berichtete Aktionärsabstimmung zu einer Satzungsänderung bei der Haftung von Unternehmensvertretern als weiterer, wenn auch für den Kurs nachrangiger Termin ins Blickfeld. Der eigentliche Prüfstein bleibt aber der 19. November, an dem sich zeigen wird, ob aus Vorbestellrekorden tatsächlich nachhaltige Umsätze werden.
Take-Two Interactive-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Take-Two Interactive-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:
Die neusten Take-Two Interactive-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Take-Two Interactive-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Take-Two Interactive: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




