Takkt Aktie: Prognose unter Vorbehalt

Der Angriff schränkt Abläufe ein; Takkt sieht höhere Risiken für das Jahresziel und einen negativen Free Cashflow.

Die Kernpunkte:
  • Organischer Quartalsumsatz sank um 4,3 Prozent
  • EBITDA nach neun Monaten fast halbiert
  • Cyberangriff beeinträchtigt Auftragsabwicklung und Versand
  • Vorstand schließt Werte unter Prognosespannen nicht aus

Stabile Zahlen, aber ein Störfall mit offenem Ausgang: Takkt hat im dritten Quartal den Umsatzrückgang gebremst, doch ein Cyberangriff nach Quartalsende legt Teile des operativen Geschäfts lahm. Der Vorstand rückt deshalb von seiner bisherigen Zuversicht für das Gesamtjahr ab.

Stabilisierung mit Dellen

Der organische Umsatz sank im dritten Quartal um 4,3 Prozent, nahezu so stark wie im Vorquartal. Nach neun Monaten steht ein Umsatz von 685,6 Millionen Euro, organisch 5,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Rohertragsmarge legte trotz höherer Frachtkosten leicht auf 39,2 Prozent zu. Die Kosten drückte der Konzern um rund neun Millionen Euro.

Das fing den Umsatzrückgang nur teilweise auf. Das EBITDA halbierte sich nach neun Monaten nahezu auf 14,5 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 27,3 Millionen. Beim EBIT steht ein Verlust von 23,7 Millionen Euro. Der Hauptgrund: eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von rund 19 Millionen Euro im Bereich Foodservices, ausgelöst durch die aktualisierte Mittelfristplanung der Division.

Dort gibt es immerhin erste Lichtblicke. Das Großkundengeschäft von Hubert entwickelte sich leicht positiv, kleinere Restaurantketten tragen zunehmend zum Umsatz bei. In den USA zogen bei Office Furniture & Displays zum Ende des Budgetjahres die Aufträge von Bundesbehörden an.

Cyberangriff trübt den Ausblick

Der Angriff trifft vor allem Industrial & Packaging in Europa sowie Foodservices in Nordamerika. Takkt hält ihn nach aktueller Einschätzung für eingedämmt, die Systeme werden schrittweise wiederhergestellt. Die meisten Webshops laufen und nehmen Bestellungen an. Auftragsbearbeitung, Auslieferung und Rechnungsstellung bleiben allerdings eingeschränkt.

Die Folgen für das Schlussquartal beziffert das Unternehmen noch nicht. Umsatz, Ergebnis und Cashflow dürften aber spürbar leiden. Takkt sieht ein erhöhtes Risiko, dass das Jahr am unteren Ende der Spannen endet: minus 7 bis plus 3 Prozent beim organischen Umsatz, 2 bis 5 Prozent bei der bereinigten EBITDA-Marge. Werte darunter schließt der Vorstand nicht aus.

Der Free Cashflow lag nach neun Monaten bei minus 12,7 Millionen Euro. Finanzchef Timo Krutoff warnt, das Risiko eines negativen Free Cashflows für das Gesamtjahr sei gestiegen. Entscheidend seien Tempo der Wiederherstellung und weiterer Abbau des Net Working Capital.

Die Aktie reagierte zunächst mit einem Plus von gut fünf Prozent auf rund 2,66 Euro. Der Markt honoriert offenbar die Stabilisierung, wohl auch weil der Kurs auf Sicht von einem Jahr bereits fast die Hälfte verloren hat.

Heute um 14:00 Uhr (MEZ) stellt sich das Management im Earnings Call den Fragen zum Ausmaß des Angriffs. Die vorläufigen Zahlen für 2026 folgen am 25. Februar 2027.

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