Talanx setzt den Rotstift an

Der Versicherungskonzern Talanx stellte die Marktteilnehmer in diesem Jahr bereits hart auf die Probe. Bereits im Sommer verkündete der Konzern eine Gewinnwarnung und sorgte damit für Enttäuschung.

 

© Talanx AG
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Der Konzern will das gesamte Deutschland-Geschäft neu organisieren. Dazu gehört auch, dass man künftig keine klassischen Lebensversicherungen mit Garantiezins anbieten will. Die Kosten für diese Umstrukturierung sind jedoch nicht unerheblich und belasten damit das Ergebnis.

 

Pläne zum Stellenabbau

Heute gab Talanx bekannt, dass man im Zuge der genannten Sanierungsmaßnahmen bis zum Jahr 2020 rund 600 Arbeitsplätze streichen will. Entsprechende Gespräche zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat sollen bereits geführt werden.

In dieser Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze sind jedoch noch nicht die Stellen erfasst, welche bei der HDI Vertriebs AG wegfallen sollen. Hierzu will sich Talanx im ersten Quartal des nächsten Jahres konkret äußern.

 

Belastungen auch im nächsten Jahr

Nachdem man die Erwartungen der Anleger für dieses Jahr schon gedämpft hatte, sind auch die Aussichten für das kommende Geschäftsjahr nicht allzu rosig. Hier erwartet Talanx eine Belastung nach Steuern von 70 Mio. Euro aufgrund des Umbaus der IT-Systeme und der geplanten Stellenstreichungen. Künftig will der Konzern seine Rechenzentren von IBM betreiben lassen.

Um die Aktionäre nicht ganz zu vergrämen hatte der Konzern bereits vor zwei Wochen bekannt gegeben, dass sich die Dividende für dieses Jahr an dem Gewinn ohne Sonderbelastungen orientieren soll. Das würde bedeuten, dass Anleger mit einer Dividende von 1,25 Euro je Aktie rechnen könnten. Bei aktuellem Kurs läge die Rendite damit bei 4,32%.

 

Aktie von Talanx hält sich wacker

Die Aktie von Talanx erreichte zuletzt mit 28,88 Euro wieder ein recht gutes Niveau, nachdem in den Wochen zuvor der Kurs bis auf 25,00 Euro abgesackt war. Den letzten „Schock“ mit Vorlage der Quartalszahlen am 12. November konnten die Papiere wieder recht gut wettmachen.

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Nachdem die Aktie bis auf 27,05 Euro gefallen war, ging es im Anschluss wieder steil über die Marke von 28,00 Euro. Sicher, Talanx hat noch einige Baustellen zu bewältigen, die auch nicht zu unterschätzen sind. Andererseits sind diese Maßnahmen auch notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir raten zum weiteren Halten.

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