Tata Consultancyrvices Aktie: Industrial Intelligence Foundry vorgestellt

TCS verbindet generative KI mit industriellen Abläufen; KI-Aktivitäten erreichten im Septemberquartal zehn Prozent des Umsatzes.

Die Kernpunkte:
  • Neue Plattform für industrielle KI-Anwendungen
  • Produktivität laut TCS um 20 bis 25 Prozent steigerbar
  • KI-Aktivitäten mit zehn Prozent Umsatzanteil
  • Aktie im heutigen Handel 4,0 Prozent höher

Der indische IT-Dienstleister Tata Consultancy Services forciert den Ausbau seiner industriellen Softwareangebote. Das Unternehmen stellte am gestrigen Donnerstag die sogenannte Industrial Intelligence Foundry vor.

Die Plattform richtet sich an Kunden aus den Bereichen Luftfahrt, Fahrzeugbau, Halbleiterproduktion, Medizintechnik sowie Energie und soll generative künstliche Intelligenz direkt in Fertigungsabläufe integrieren. An den Börsen stieß der Schritt auf Zuspruch: Im heutigen Handel kletterte die Aktie um 4,0 Prozent auf 2.444,00 INR.

Skalierung für Fertigung und Engineering

Mit der neuen Plattform stellt Tata Consultancy Services konfigurierbare, branchenspezifische KI-Agenten und strukturierte Workflows bereit, die Engineering-Prozesse automatisieren und Steuerungsfunktionen übernehmen. Das System deckt dabei die gesamte Bandbreite von der Produktentwicklung über das Qualitätsmanagement bis hin zur Überwachung von Anlagenleistungen ab.

Nach Angaben des IT-Konzerns ermöglicht der Einsatz der Plattform, die Zeitspanne bis zur Markteinführung neuer Industrieprodukte um rund 25 Prozent zu verkürzen. Die Produktivität in den Fertigungsstätten könne parallel dazu um 20 bis 25 Prozent gesteigert werden.

Sofern Unternehmen über besonders ausgereifte Datenstrukturen und Betriebsökosysteme verfügen, hält der Konzern sogar Produktivitätszuwächse von über 40 Prozent für erreichbar. Die Marktforscher von HFS Research prognostizieren passend dazu, dass Industrieunternehmen ihre Ausgaben für physische KI-Anwendungen in den kommenden zwei Jahren verdoppeln wollen.

Wachsender Umsatzanteil durch digitale Technologien

Der Vorstoß unterstreicht die Neuausrichtung des Dienstleisters auf KI-getriebene Großprojekte. Im per Ende September abgelaufenen Geschäftsquartal machten KI-bezogene Aktivitäten bereits zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Den Anteil der KI-Projekte am gesamten Auftragsvolumen von 9,6 Milliarden US-Dollar bezifferte der Konzern bislang nicht.

Die Transformation schlägt sich auch in der Belegschaft nieder. Laut COO Aarti Subramanian verfügten 25 bis 30 Prozent der im Septemberquartal neu eingestellten 4.500 Mitarbeiter über spezifische Kenntnisse im Bereich der künstlichen Intelligenz. Künftig sollen rund 80 Prozent aller Neueinstellungen Qualifikationen in digitalen Schlüsseltechnologien und KI mitbringen.

PERM-Suspendierung dämpft Aussichten kaum

Gleichzeitig sah sich die indische IT-Branche zuletzt mit regulatorischen Hürden in den USA konfrontiert. Das dortige Arbeitsministerium stoppte am 8. Oktober Anträge im Rahmen des sogenannten PERM-Arbeitszertifizierungsprogramms für mehrere Technologiekonzerne, darunter auch Tata Consultancy Services. Hintergrund sind Vorwürfe bezüglich der Nutzung von H-1B-Visa.

Das Unternehmen rechnet jedoch mit keinen spürbaren Belastungen für das laufende operative Geschäft oder die Personalplanung. Eigene PERM-Anträge hätten sich in den vergangenen zwei Jahren lediglich im einstelligen Bereich bewegt. Zudem plant der Konzern, in den kommenden fünf Jahren 15.000 Mitarbeiter direkt in den USA neu einzustellen.

Trotz der jüngsten Kursgewinne liegt das Papier auf Jahressicht noch 24 Prozent im Minus und notiert derzeit 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3.350,00 INR. Das Management setzt darauf, dass margenstarke Angebote wie die Industrial Intelligence Foundry die Nachfrage in den Kernindustrien weiter beleben.

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