TeamViewer: 23 Prozent Wochengewinn nach 4,09-Euro-Tief
Die TeamViewer-Aktie erholt sich leicht, bleibt aber im Jahrestief. Der anstehende Quartalsbericht entscheidet über die weitere Kursentwicklung.

- Kurserholung von 14 Prozent seit Tief
- 1E-Übernahme belastet Geschäftszahlen
- Analysten uneins über Aktienbewertung
- Q1-Zahlen am 6. Mai entscheidend
Die TeamViewer-Aktie hat in den vergangenen Wochen etwas Boden gutgemacht. Vom Allzeittief bei 4,09 Euro Mitte April erholte sich der Kurs auf aktuell 4,83 Euro — ein Plus von rund 14 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von fast 64 Prozent.
Der Kursanstieg hat kaum mit eigenen Nachrichten zu tun. Deutsche Softwarewerte wurden vom US-Tech-Aufschwung mitgezogen, angetrieben durch Signale einer Deeskalation im Iran-Konflikt. TeamViewer profitierte von dieser Sektor-Bewegung.
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Die Wurzel der Krise: 1E-Übernahme
Im Zentrum der Probleme steht die Übernahme des IT-Spezialisten 1E für rund 720 Millionen US-Dollar, vollzogen Ende Januar 2025. Rund 80 Prozent der 1E-Umsätze stammen aus den USA. Als das US-Kriegsveteranenministerium — größter Einzelkunde — eine Vertragserweiterung verschob und Preisnachlässe forderte, schlug das direkt auf die Zahlen durch.
Das Management korrigierte die Erwartungen für wiederkehrende Umsätze um 40 Millionen Euro nach unten. Die Umsatzprognose für 2026 schrumpfte auf währungsbereinigtes Wachstum von null bis drei Prozent. Im KMU-Segment kletterte die Abwanderungsrate im vierten Quartal auf 16,4 Prozent.
Hinzu kommt ein struktureller Belastungsfaktor: Ende März fiel TeamViewer aus dem MDAX in den SDAX. Indexfonds mussten automatisch verkaufen. Das geringere Handelsvolumen im SDAX macht die Aktie anfälliger für starke Kursausschläge.
Gegenmaßnahmen und Analysten
Das Management reagiert. Tim Koubek übernahm Ende Februar als neuer President of the Americas die Vertriebsverantwortung. TeamViewer hat FedRAMP-Compliance erreicht — ohne diese Zertifizierung sind US-Bundesbehörden als Kunden nicht erreichbar. CEO Steil hat 2026 zum Integrationsjahr erklärt. Weitere Akquisitionen sind vorerst vom Tisch.
Das Bild unter Analysten ist gespalten. Die Deutsche Bank hält die Einstufung „Hold“, senkte aber das Kursziel auf 6,00 Euro. Barclays stufte die Aktie ab auf ein Kursziel von 5 Euro — Analyst Sven Merkt sieht wachsende Wettbewerbsrisiken, weil TeamViewer den übergeordneten IT-Workflow nicht kontrolliert. Die DZ Bank sieht das anders: Sie stufte auf „Kaufen“ hoch und verweist auf die historisch günstige Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 4 ist TeamViewer der am niedrigsten bewertete Wert im gesamten TecDAX.
Q1-Zahlen als Nagelprobe
Am 6. Mai legt TeamViewer die Zahlen für das erste Quartal vor. Das Enterprise-Segment wuchs zuletzt um 19 Prozent — stark genug, um die Einbußen im US-Behördengeschäft aufzufangen? Diese Frage dürfte den Kurs in den kommenden Tagen treiben.
Hält das Enterprise-Wachstum an und zeigt das US-Geschäft erste Stabilisierungszeichen, gewinnt die Jahresprognose an Glaubwürdigkeit. Enttäuscht der Bericht, testet die Aktie das Tief bei 4,22 Euro erneut.
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