TeamViewer Aktie: 8,32 Prozent Sprung auf 6,38 Euro

TeamViewer überzeugt mit starkem Gewinnwachstum und bestätigt Jahresprognose. Der Enterprise-Bereich und KI-Innovationen treiben die positive Entwicklung an.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn steigt um 33 Prozent
  • Enterprise-Geschäft wächst deutlich
  • KI-Funktionen von 49.000 Kunden genutzt
  • Jahresprognose bestätigt

Der Softwarehersteller TeamViewer hat heute seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und damit eine positive Reaktion am Aktienmarkt ausgelöst. Während das Unternehmen mit einem leichten Rückgang der Erlöse zu kämpfen hat, konnte das Nettoergebnis deutlich gesteigert werden. Die Geschäftsführung setzt für die zweite Jahreshälfte auf eine Beschleunigung des Wachstums und bestätigte die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr.

Kostendisziplin treibt Konzernergebnis

In den drei Monaten bis Ende Juni sank der Umsatz von TeamViewer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 Prozent auf 182,7 Millionen Euro. Währungsbereinigt betrug das Minus laut Medienberichten lediglich 1,4 Prozent. Dennoch konnte das Unternehmen die Profitabilität auf Ebene des Nettogewinns massiv steigern. Das Konzernergebnis kletterte um 33 Prozent auf 30,1 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) lag mit 78,9 Millionen Euro zwar um sechs Prozent unter dem Vorjahreswert, die entsprechende Marge blieb mit 43,2 Prozent jedoch auf einem robusten Niveau.

Die Anleger quittierten die vorgelegten Kennzahlen mit deutlichen Käufen. Die TeamViewer-Aktie notiert heute bei 6,38 Euro, was einem kräftigen Plus von 8,32 Prozent entspricht. Damit setzt sich das Papier weiter von seinen Tiefstständen ab und liegt nun 15,00 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage. CFO Michael Wilkens verwies in diesem Zusammenhang auf positive Frühindikatoren, die eine Wachstumsbelebung für das zweite Halbjahr erwarten lassen.

Enterprise-Geschäft als Wachstumsmotor

Ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie bleibt der Ausbau des Geschäfts mit Großkunden. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) in diesem Enterprise-Segment stieg währungsbereinigt um 8,3 Prozent auf 235,5 Millionen Euro. Insgesamt zählt TeamViewer in diesem Bereich nun 5.311 Kunden, wobei ein durchschnittlicher Enterprise-Vertrag ein Volumen von rund 44.300 Euro pro Jahr generiert. Im kleineren KMU-Segment (SMB) verzeichnete das Unternehmen hingegen einen leichten Rückgang beim ARR um 3,6 Prozent, sieht hier aber Anzeichen für eine Stabilisierung der Kundenabwanderung.

CEO Oliver Steil betonte, dass die Abwanderungsquote bei kleineren Kunden den niedrigsten Stand seit der Übernahme des US-Unternehmens Upskill erreicht habe. Zudem setzt TeamViewer verstärkt auf Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Aktuell nutzen rund 49.000 Kunden die neuen KI-Funktionen der Plattform. Die Partnerschaft mit dem US-Softwarekonzern ServiceNow soll das Momentum bei der Digitalisierung industrieller Arbeitsprozesse zusätzlich stützen.

Ausblick und Finanzierung gesichert

Trotz des herausfordernden ersten Halbjahres hält das Management an seinen Zielen für 2026 fest. Erwartet wird weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen null und drei Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zum Jahresende bei rund 43 Prozent liegen. Um die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern, hat TeamViewer eine bestehende Kreditfazilität in Höhe von 75 Millionen Euro vorzeitig bis zum Jahr 2031 verlängert und sich zudem eine neue Kreditlinie über 40 Millionen Euro gesichert.

Analysten bewerten die operative Entwicklung differenziert. Die Experten von mwb research bestätigten nach der Zahlenvorlage ihre Kaufempfehlung, senkten jedoch das Kursziel leicht von 9,60 Euro auf 8,90 Euro. Laut Reuters reflektiert die aktuelle Marktentwicklung vor allem die Erleichterung darüber, dass die Profitabilität trotz des schwierigen Marktumfelds gehalten werden konnte. Zudem wird der Fokus auf die Trendwende im Enterprise-Bereich und die Effizienzsteigerungen durch die neue Plattform-Struktur TeamViewer ONE positiv hervorgehoben.

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