TeamViewer- vs. CompuGroup-Medical-Aktie: Offenes Visier gegen verdeckte Karten
TeamViewer punktet mit operativer Wende und hoher Profitabilität, während CompuGroup Medical nach dem Delisting für Anleger kaum noch zugänglich ist.

- TeamViewer erreicht Umsatz- und ARR-Ziele für 2025
- CGM operiert nach Delisting ohne öffentliche Berichterstattung
- TeamViewer mit Spitzenmarge von rund 44 Prozent
- Vergleich von Wachstums- und Risikoprofilen
In der deutschen Tech-Arena spielen sich derzeit zwei völlig gegensätzliche Szenarien ab. Während TeamViewer nach einer langen Durststrecke wieder in die Offensive geht und um das Vertrauen der Anleger kämpft, hat sich CompuGroup Medical (CGM) weitgehend von der öffentlichen Bühne verabschiedet. Für Investoren stellt sich am heutigen Montag, den 12. Januar 2026, eine entscheidende Frage: Bietet die operative Wende bei TeamViewer echtes Kurspotenzial oder ist die Ruhe bei der nun privat geführten CompuGroup der stabilere, wenn auch schwer zugängliche Hafen?
Die Ausgangslage könnte kaum spannender sein. TeamViewer lieferte erst vor wenigen Tagen frische Zahlen und signalisiert Stärke. CompuGroup hingegen operiert nach dem Delisting im vergangenen Sommer unter der Ägide von CVC Capital Partners im Verborgenen. Wer hat in diesem ungleichen Duell die besseren Karten?
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Wer hat das Momentum auf seiner Seite?
Hier geht der Punkt eindeutig an TeamViewer. Die Göppinger haben mit den am 9. Januar veröffentlichten vorläufigen Zahlen für 2025 einen echten Befreiungsschlag gelandet. Das Erreichen der Umsatz- und ARR-Ziele wurde an der Börse mit Erleichterung aufgenommen. Besonders das starke vierte Quartal im Enterprise-Geschäft zeigt, dass die Neuausrichtung greift. Die Aktie, lange Zeit der Prügelknabe des Tech-Sektors, erlebt eine Renaissance, getrieben von operativen Fortschritten und zurückgewonnener Glaubwürdigkeit.
Im krassen Gegensatz dazu steht die Stille bei CompuGroup Medical. Seit dem Wirksamwerden des Delistings im Juni 2025 dringen kaum noch kursbewegende Nachrichten nach außen. Das Momentum ist hier nicht durch Marktkräfte, sondern durch interne Restrukturierung bestimmt. Für aktive Anleger ist die Aktie faktisch tot, da die Handelbarkeit massiv eingeschränkt ist. Während TeamViewer also im Scheinwerferlicht um Marktanteile kämpft, baut CGM seine Strukturen hinter verschlossenen Türen um.
Zahlen-Check: Profitabilität trifft auf Volumen
Beim Blick in die Bücher prallen zwei Welten aufeinander. Da CGM keine aktuellen Quartalszahlen mehr publizieren muss, dient der Geschäftsbericht 2024 als letzte verlässliche Referenz im Vergleich zu TeamViewers frischen 2025er Daten.
TeamViewer punktet mit einer beeindruckenden Effizienz. Eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 44 % ist im Software-Sektor ein absoluter Spitzenwert und demonstriert die enorme Preissetzungsmacht des Geschäftsmodells. Das Wachstum von währungsbereinigt 5 % wirkt zwar moderat, ist aber hochprofitabel.
CompuGroup Medical hingegen ist umsatzseitig der schwerere Tanker. Mit über 1,1 Milliarden Euro Umsatz übertrifft der Koblenzer E-Health-Spezialist den Rivalen deutlich an Volumen. Allerdings erkauft sich CGM diese Größe mit einer deutlich geringeren Marge von zuletzt 19 %. Zudem kämpfte das Unternehmen zuletzt mit einem leichten Umsatzrückgang, während TeamViewer wieder wächst.
| Kennzahl | TeamViewer (Pro-forma 2025) | CompuGroup Medical (GJ 2024) |
|---|---|---|
| Umsatz | ca. 767 Mio. € | 1,154 Mrd. € |
| Trend Umsatz | +5 % (währungsbereinigt) | -3 % |
| Profitabilität (EBITDA-Marge) | ca. 44 % | 19 % |
| Wiederkehrende Erlöse | ca. 760 Mio. € (ARR) | 854 Mio. € |
Strategie-Duell: Enterprise-Fokus oder E-Health-Dominanz?
Beide Konzerne setzen auf völlig unterschiedliche Wachstumstreiber. TeamViewer versucht, das Image des reinen Fernwartungs-Tools für IT-Admins abzulegen. Die Wette liegt voll auf dem Enterprise-Segment: Mit der Plattform “Tensor” und Lösungen für Augmented Reality in der Industrie will man tief in die Wertschöpfungsketten von Großkonzernen eindringen. Die Integration von 1E zur Verbesserung der “Digital Employee Experience” ist der nächste logische Schritt, um Cross-Selling-Potenziale zu heben. Gelingt dies, winkt eine Neubewertung der Aktie.
CompuGroup Medical spielt dagegen die Karte der unverzichtbaren Infrastruktur. Als Rückgrat vieler Arztpraxen und Apotheken profitiert das Unternehmen vom Megatrend der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die Strategie unter dem neuen Eigner CVC zielt auf Konsolidierung und technologische Erneuerung abseits des kurzfristigen Quartalsdrucks. KI-Lösungen und Cloud-Transformation stehen im Fokus, doch Anleger können an diesem Prozess kaum noch partizipieren.
Wo lauern die Gefahren?
Für TeamViewer bleibt der Wettbewerb das größte Risiko. Tech-Giganten wie Microsoft wildern zunehmend im Revier der Fernwartung und Konnektivität. Zudem muss das Management beweisen, dass der jüngste Erfolg keine Eintagsfliege war. Jeder noch so kleine Fehltritt bei der Integration von Zukäufen oder eine Abschwächung der Billings würde vom Markt sofort abgestraft werden.
Bei CompuGroup Medical ist das Risiko für Privatanleger struktureller Natur. Wer die Aktie noch im Depot hat, sitzt auf einem illiquiden Wertpapier mit minimaler Transparenz. Die Gefahr besteht darin, im “Niemandsland” gefangen zu sein, ohne von potenziellen zukünftigen Wertsteigerungen durch einen Exit von CVC profitieren zu können. Operativ bergen die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung Risiken für die Marge, die nun jedoch nicht mehr öffentlich gerechtfertigt werden müssen.
Fazit: Wer bietet die bessere Chance?
In diesem Vergleich gibt es einen klaren Sieger für den aktiven Börsianer: TeamViewer.
Das Unternehmen aus Göppingen bietet derzeit die klassische Turnaround-Story. Die Bewertung ist nach den Turbulenzen der letzten Jahre moderat, die Profitabilität exzellent und das Momentum zeigt nach oben. Anleger kaufen hier die Wette auf eine erfolgreiche Skalierung im Großkundengeschäft.
CompuGroup Medical hingegen ist durch das Delisting für das private Portfolio faktisch irrelevant geworden. Das Unternehmen mag solide aufgestellt sein und von langfristigen Trends profitieren, doch ohne Börsennotiz und Liquidität fehlt der Hebel für den Aktionär. Hier regiert nun die Logik von Private Equity, nicht die des freien Marktes.
Wer also Rendite sucht, muss das Risiko bei TeamViewer eingehen. Wer Sicherheit sucht, findet sie bei CGM nicht mehr an der Börse, sondern höchstens in der Gewissheit, dass das Unternehmen nun im Stillen saniert wird.
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