Telecom Italia Aktie: 104 Millionen Gewinn im Q2 bestätigt

Telecom Italia meldet für Q2 2026 einen Nettogewinn von 104 Mio. Euro. Das Übernahmeangebot von Poste Italiane bleibt bis September der wichtigste Kursfaktor.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn von 104 Millionen Euro
  • Umsatz steigt um 4,3 Prozent
  • Poste-Offerte bis 11. September
  • Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen

Telecom Italia hat mit den Zahlen für das zweite Quartal den Turnaround geschafft. Parallel dazu bleibt das Übernahmeangebot von Poste Italiane über die kommenden Wochen der zentrale Kurstreiber für die Aktie des italienischen Telekomkonzerns.

Rückkehr in die Gewinnzone

Telecom Italia meldete am 29. Juli einen Nettogewinn von 104 Millionen Euro für das zweite Quartal 2026 – im Vorjahresquartal hatte noch ein Verlust in den Büchern gestanden. Der Umsatz kletterte auf 3,51 Milliarden Euro, ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das um Leasingeffekte bereinigte operative Ergebnis (EBITDA-AL) stieg auf 998 Millionen Euro und traf damit exakt den Analystenkonsens von 995 Millionen Euro, den Reuters und Telecompaper übereinstimmend berichteten. Der Verwaltungsrat bekräftigte am selben Tag die Industrieplanung „Free to Run“ für die Jahre 2026 und 2027 und stellte für das Jahresende eine Reduktion der Verschuldungsquote auf 1,6 bis 1,7 vor. Ende Juli wurden die EPS-Schätzungen für 2026 auf 0,151 Euro angehoben, zuvor waren 0,125 Euro veranschlagt, während die Umsatzprognose für das Gesamtjahr bei 14,2 Milliarden Euro stabil blieb.

Poste-Offerte bleibt der bestimmende Faktor

Über allem operativen Fortschritt steht weiterhin das freiwillige öffentliche Übernahme- und Umtauschangebot der staatsnahen Poste Italiane für sämtliche Telecom-Italia-Aktien. Der Verwaltungsrat von Telecom Italia hatte das Angebot am 18. Juli einstimmig gebilligt. Es bewertet den Konzern mit rund 13,0 Milliarden Euro und sieht pro Aktie 1,67 Euro in bar sowie 0,218 neu ausgegebene Poste-Aktien vor. Die Annahmefrist läuft bis zum 11. September. Bis zu diesem Termin dürfte sich ein Großteil der Marktbewegung an der Aktie an den Erwartungen zum Ausgang des Übernahmeverfahrens orientieren.

Parallel zur laufenden Offerte betreibt Telecom Italia weiter aktives Kapitalmanagement. Der Konzern kaufte am 14. Juli 298.000 eigene Aktien zurück, wie Anfang August berichtet wurde. Bereits am 23. Juli hatte das Unternehmen die erste Tranche seines Aktienrückkaufprogramms abgeschlossen und dabei das Ziel von 14 Millionen Aktien – gerechnet nach dem im Juni vollzogenen Reverse Split im Verhältnis 1 zu 10 – für rund 83,2 Millionen Euro erreicht. Ergänzend meldete Davide Leone & Partners am 13. Juli einen Anteil von rund 3 Prozent am ordentlichen Grundkapital, der aus der Pflichtwandlung von Sparaktien resultierte.

Rechtsstreitigkeiten um Netzinfrastruktur

Im Hintergrund schwelen zwei juristische Auseinandersetzungen um Netzzugangsfragen. Das Mailänder Gericht wies am 21. Juli einen Antrag von Telecom Italia auf vorläufige Maßnahmen gegen den von KKR kontrollierten Netzbetreiber FiberCop zurück; Streitpunkt waren Offenlegungspflichten zu Tarifen und Zugangsbedingungen im Rahmen der Master-Service-Vereinbarung. Nur drei Tage zuvor, am 18. Juli, hatte dasselbe Gericht auch einen Eilantrag des Turmbetreibers INWIT abgelehnt und damit die Rechtmäßigkeit des Rückzugs von Telecom Italia aus einer bestimmten Dienstleistungsvereinbarung bestätigt. Beide Entscheidungen fielen zugunsten von Telecom Italia aus und dürften die Position des Konzerns in den laufenden Infrastrukturverhandlungen stärken. Weiter im Hintergrund läuft die im April von der EU-Kommission kartellrechtlich freigegebene Veräußerung der Seekabelsparte Sparkle an ein Konsortium aus dem italienischen Wirtschaftsministerium und Retelit für 700 Millionen Euro, deren Long-Stop-Termin auf den 15. Oktober fällt.

Kursbild

Am Freitag schloss die Telecom-Italia-Aktie bei 7,59 Euro und gab damit auf Tagessicht 0,17 Prozent nach. Über die vergangenen sieben Handelstage summierte sich dagegen ein Anstieg von 3,29 Prozent, ein Zeichen dafür, dass die bestätigte Gewinnwende bei Anlegern positiv aufgenommen wurde. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt aktuell bei 16,27 Milliarden Euro. Für die kommenden Wochen bleibt der 11. September als Enddatum der Annahmefrist der entscheidende Termin, an dem sich zeigen wird, wie viele Aktionäre das Angebot von Poste Italiane letztlich annehmen.

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