Telecom Italia Aktie: 88 Millionen Euro Nettogewinn

Telecom Italia kehrt dank Brasilien-Geschäft und Milliarden-Erstattung in die Gewinnzone zurück. Prognosen für 2026 bestätigt.

Die Kernpunkte:
  • Gewinnsprung auf 88 Millionen Euro
  • Brasilien-Geschäft treibt Umsatzwachstum
  • Milliardenerstattung stärkt Finanzlage
  • Übernahmeangebot von Poste Italiane läuft

Der italienische Telekommunikationskonzern Telecom Italia hat zu Beginn dieser Woche Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Nach einer verlustreichen Phase gelang dem Unternehmen im Zeitraum von April bis Juni der Sprung in die schwarzen Zahlen.

Ein Nettogewinn von 88 Millionen Euro markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem noch ein Minus von 8 Millionen Euro verbucht werden musste. Auch im Vergleich zum ersten Quartal 2026, das mit einem Verlust von 292 Millionen Euro abgeschlossen worden war, stellt das Ergebnis eine erhebliche Verbesserung dar.

Stabilisierung im operativen Geschäft

Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal auf 6,83 Milliarden Euro, was einem organischen Zuwachs von 2 Prozent entspricht. Während das Inlandsgeschäft mit Erlösen von 4,55 Milliarden Euro ein stabiles Niveau hielt, erwies sich die Sparte in Brasilien erneut als Wachstumstreiber: Dort kletterte der Umsatz um 6 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingkosten (EBITDA After Lease) erreichte 1,79 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Damit traf das Unternehmen exakt die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 998 Millionen Euro für das operative Quartalsergebnis gerechnet hatten.

Trotz der positiven Entwicklung im zweiten Quartal weist die Bilanz für das gesamte erste Halbjahr 2026 noch einen Nettoverlust von 204 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind Belastungen in Höhe von 25 Millionen Euro aus nicht fortgeführten Aktivitäten.

Dennoch zeigt sich die Konzernleitung zuversichtlich und bestätigte ihre Prognosen für die Jahre 2026 und 2027. Für das laufende Geschäftsjahr strebt Telecom Italia ein Umsatzplus von 2 bis 3 Prozent sowie ein Wachstum beim EBITDA After Lease von 5 bis 6 Prozent an.

Finanzieller Rückenwind durch Erstattungen

Ein wesentlicher Faktor für die Stärkung der Finanzlage war der Eingang einer Rückzahlung für eine Lizenzgebühr aus dem Jahr 1998. Die Erstattung in Höhe von einer Milliarde Euro wirkte sich unmittelbar positiv auf die Nettofinanzposition und den Cashflow aus.

Zum 30. Juni 2026 beliefen sich die bereinigten Nettofinanzschulden nach Leasingkosten auf 7,29 Milliarden Euro. Das Unternehmen gab zudem bekannt, dass wichtige Maßnahmen zur Optimierung der Kapitalstruktur, darunter eine Kapitalherabsetzung und die Zusammenlegung von Aktien im Verhältnis 1 zu 10, erfolgreich umgesetzt wurden.

Verkaufsprozesse und Übernahmeangebot im Fokus

Im Hinblick auf die strategische Neuausrichtung erwartet Telecom Italia den Abschluss des Verkaufs der Tochtergesellschaft Sparkle bis zum Jahresende 2026. Während die Europäische Kommission das Vorhaben bereits genehmigt hat, stehen behördliche Freigaben aus den USA noch aus.

Parallel dazu steht der Konzern weiterhin im Zentrum eines Übernahmeangebots durch Poste Italiane. Das Angebot in Höhe von 10,8 Milliarden Euro sieht eine Gegenleistung von 1,67 Euro pro Aktie zuzüglich 0,218 neuer Poste-Aktien vor. Die Annahmefrist für die Aktionäre läuft noch bis zum 11. September.

An der Börse reagierte das Papier heute positiv und legte um 1,0 Prozent auf 7,63 Euro zu. Medienberichten zufolge haben Analysten ihre Kursziele am Montag geringfügig von 6,50 Euro auf 6,40 Euro gesenkt und mahnen zur Vorsicht. Auf Sicht der letzten 30 Tage verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 4,2 Prozent.

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