Telecom Italia Aktie: EBITDA-AL steigt um 4,5 Prozent
Telecom Italia untermauert im geprüften Halbjahresbericht das Umsatzplus und den operativen Fortschritt, während die Übernahmeofferte von Poste Italiane weiterhin die Kursentwicklung prägt.

- Geprüfter Bericht bestätigt Umsatzwachstum
- EBITDA-AL steigt um 4,5 Prozent
- Poste-Übernahmeangebot bleibt zentral
- Aktienrückkaufprogramm erfolgreich abgeschlossen
Telecom Italia hat am Donnerstag den geprüften Halbjahresbericht für 2026 veröffentlicht und damit die im Juli vorgelegten Eckdaten offiziell untermauert. Der Konzern weist für das zweite Quartal einen Umsatz von 3,51 Milliarden Euro aus, ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen bestätigen den positiven Trend, den das Unternehmen bereits Ende Juli skizziert hatte, und liefern damit Anlegern eine belastbare Grundlage inmitten der laufenden Übernahmeauseinandersetzung mit Poste Italiane.
Operatives Geschäft zieht an
Bereits während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 30. Juli hatte Konzernchef Pietro Labriola die Zielsetzung für den Zeitraum 2026-2027 unter dem Namen „Free to Run“ bekräftigt. Kernpunkt der Strategie ist eine Reduzierung der Konzernverschuldung auf einen Verschuldungsgrad von 1,6 bis 1,7 zum Ende des laufenden Jahres. Das operative Ergebnis liefert dafür Rückenwind: Das EBITDA-AL, also nach Leasingkosten, stieg im zweiten Quartal um 4,5 Prozent auf 998 Millionen Euro. Getragen wurde dieses Wachstum vor allem von den Segmenten TIM Brasil, das um 5,5 Prozent zulegte, und TIM Enterprise mit einem Plus von 7,9 Prozent. Damit liefern gerade die internationalen und unternehmensbezogenen Geschäftsfelder die stärksten Wachstumsimpulse, während das italienische Kerngeschäft stabiler, aber weniger dynamisch verläuft.
Ergänzend zu den operativen Fortschritten hat Telecom Italia im Juli die erste Tranche seines Aktienrückkaufprogramms abgeschlossen und das Ziel von 14 Millionen zurückgekauften Aktien erreicht. Solche Programme signalisieren üblicherweise Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung – ein Aspekt, der angesichts des laufenden Übernahmeangebots zusätzliches Gewicht erhält.
Poste-Angebot bleibt zentrales Thema
Parallel zum operativen Geschäft dominiert weiterhin das Übernahmeangebot von Poste Italiane die Nachrichtenlage rund um Telecom Italia. Poste Italiane hatte am 19. Juli das offizielle Angebotsdokument für ein freiwilliges Übernahme- und Umtauschangebot für sämtliche Stammaktien von Telecom Italia veröffentlicht. Die Konditionen: 1,67 Euro in bar plus 0,218 neu ausgegebene Poste-Aktien pro TIM-Aktie. Der Verwaltungsrat von Telecom Italia hatte bereits am 18. Juli einstimmig die Angemessenheit dieses Angebots bestätigt, das den Eigenkapitalwert des Unternehmens auf rund 13,0 Milliarden Euro taxiert.
Die Marktkapitalisierung von Telecom Italia liegt aktuell bei 16,23 Milliarden Euro – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Gesamtbewertung des Konzerns inklusive weiterer Vermögenswerte offenbar höher einschätzt als die reine Angebotssumme für die Stammaktien. Am Kapitalmarkt zeigte sich die Aktie zuletzt in einer volatilen Seitwärtsbewegung: Der Kurs schloss am Freitag bei 7,59 Euro, nahezu unverändert zum Vortag mit einem minimalen Rückgang von 0,17 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,29 Prozent, während sich auf Monatssicht ein Rückgang von 5,84 Prozent zeigt – ein Muster, das die anhaltende Unsicherheit über den Ausgang des Übernahmeverfahrens widerspiegelt.
Klimaplan und Infrastrukturausbau als strategische Nebenschauplätze
Am 3. August stellte Telecom Italia zudem seinen „Climate Transition Plan“ vor, der als Teil der Industriestrategie 2026-2027 den ökologischen Fußabdruck des Konzerns reduzieren soll. Wenige Tage später, am 4. August, meldete FiberCop – das frühere NetCo-Netzgeschäft von Telecom Italia, an dem KKR und das italienische Wirtschaftsministerium beteiligt sind – den Baustart eines Netzwerks aus 100 Edge-Rechenzentren in ganz Italien. KKR bestätigte in diesem Zusammenhang, dass sein Fonds V, der einen Anteil von 37,8 Prozent an FiberCop hält, mit Gesamtzusagen von 19,2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen wurde. Auch wenn FiberCop rechtlich nicht mehr zum Kernkonzern zählt, bleibt die Entwicklung der ausgegliederten Netzsparte für Telecom-Italia-Anleger relevant, da sie Aufschluss über die künftige Infrastrukturbasis der italienischen Telekommunikationsbranche gibt.
Auf der Insider-Seite meldete das Unternehmen mehrere Aktienverkäufe leitender Angestellter im Rahmen laufender Vergütungsprogramme: Michele Donati, verantwortlich für den Bereich Enterprise Private Market, veräußerte Ende Juli mehrere Tranchen zu Kursen über 7,30 Euro, Verwaltungsratsmitglied Sandra Aitala verkaufte im Rahmen sogenannter „Sell-to-Cover“-Transaktionen 84.219 Aktien zu 7,64 Euro. Solche Transaktionen sind bei langfristigen Incentive-Programmen üblich und lassen sich nicht ohne Weiteres als Signal für die Einschätzung der Führungsebene zum Übernahmeangebot interpretieren.
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