Telekom-Aktie: Charttechnische Weggabelung an der 100-Tage-Linie

Die Telekom-Aktie fällt trotz DAX-Rekord unter die 100-Tage-Linie. Analysten sehen Chancen und Risiken, während US-Inflationsdaten als Katalysator warten.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch trotz Marktrekord
  • Entscheidende Marke bei 28,05 Euro
  • RSI signalisiert Aufholpotenzial
  • US-Inflationsdaten als Zünglein an der Waage

Der DAX feiert an diesem Mittwoch ein neues Rekordhoch bei 26.521 Punkten. Die Deutsche Telekom feiert nicht mit. Die Aktie fällt um 1,79 Prozent auf 28,04 Euro — und rutscht damit ausgerechnet an einem Tag mit Rekordlaune unter eine wichtige Unterstützung.

Verkaufsdruck trotz Rekordrally

Auslöser ist laut Marktberichten eine Neubewertung der finanziellen Folgen des laufenden T-Mobile-Deals. Während der breite Markt zulegt, nehmen Anleger bei der Telekom offenbar Gewinne mit. Der Status des Deals wird derzeit intensiv diskutiert, weil er unmittelbare Effekte auf die Kapitalstruktur des Konzerns haben könnte.

Die relative Schwäche ist damit greifbar. Seit Jahresanfang steht für die Aktie nur ein Plus von 0,90 Prozent — in einem Jahr, in dem der DAX von Rekord zu Rekord eilt.

Die entscheidende Marke: 28,05 Euro

Der weitere Verlauf hängt an einer konkreten Linie im Chart. Bei 28,05 Euro verläuft der 100-Tage-Durchschnitt — und der aktuelle Kurs liegt mit 28,04 Euro hauchdünn darunter. Kann die Aktie diese Marke zurückerobern, bleibt die Stabilisierung der vergangenen Wochen intakt.

Scheitert der Versuch, drohen tiefere Kurse. Das würde den Fokus zurück auf den langfristigen Abwärtstrend lenken. Auf Zwölf-Monats-Sicht steht für die Aktie noch immer ein Minus von 7,55 Prozent.

Bullisches Szenario: Der RSI gibt Spielraum

Für eine Fortsetzung der Erholung spricht der RSI von 54,5. Der Indikator liegt im neutralen Bereich und signalisiert keine Überhitzung — nach oben wäre also noch Luft. Auf Sicht von sieben Tagen notiert die Aktie trotz des heutigen Rücksetzers noch immer 2,15 Prozent im Plus.

Sollte sich der aktuelle Verkaufsdruck als kurzfristige Reaktion auf die T-Mobile-Nachrichten erweisen, bleibt das Aufholpotenzial beachtlich. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro fehlen der Aktie noch 18,37 Prozent.

Ein möglicher Katalysator steht heute bereits an: die US-Inflationsdaten. Fallen sie schwächer aus als erwartet und drückt das den Euro, könnte die Telekom wegen ihres starken US-Geschäfts über T-Mobile US profitieren.

Bärisches Szenario: Der Sog der 200-Tage-Linie

Das Risiko einer tieferen Korrektur ist nicht zu unterschätzen. Die Aktie hat den Kontakt zum 200-Tage-Durchschnitt verloren, der exakt beim gestrigen Schlusskurs von 28,55 Euro liegt. Verfestigt sich die Unsicherheit rund um die Deal-Folgen, könnte die ohnehin hohe Schwankungsbreite weiter steigen — die 30-Tage-Volatilität liegt bereits bei 33,84 Prozent annualisiert.

In diesem Szenario droht ein Rückfall in Richtung des 50-Tage-Durchschnitts bei 26,89 Euro. Rutscht die Aktie unter diese Marke, würde das Anlegervertrauen deutlich leiden. Der Weg wäre frei bis zum 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro, von dem der Kurs aktuell noch 19,12 Prozent entfernt notiert.

Ausblick: Zwei Termine entscheiden

Die kurzfristige Richtung dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die Telekom zum Handelsschluss die 28,05-Euro-Marke zurückerobert. Solange diese Schwelle nicht nachhaltig unterschritten wird, bleibt die Chance auf Stabilisierung bestehen.

Kippt der Kurs dagegen unter den 50-Tage-Durchschnitt bei 26,89 Euro, spricht mehr für eine Fortsetzung der Seitwärts-Abwärts-Bewegung der vergangenen zwölf Monate. Als nächste konkrete Katalysatoren fungieren die heutigen US-Inflationsdaten sowie mögliche offizielle Präzisierungen des Konzerns zu den finanziellen Auswirkungen des T-Mobile-Engagements — Klarheit dazu wird im laufenden Quartal erwartet.

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