Telekom-Aktie: Zwischen Rückkauf und US-Risiko

Die Telekom-Aktie erholt sich, bleibt aber unter Druck. Ein milliardenschweres Rückkaufprogramm stützt den Kurs, während schwächere Kundenzahlen bei T-Mobile US die Erholung bremsen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erholt sich, bleibt unter Rekordhoch
  • T-Mobile US mit nachlassendem Kundenwachstum
  • Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm stützt Kurs
  • Charttechnik zeigt gemischte Signale

Die Deutsche Telekom steckt in einer Zwickmühle. Die Aktie hat sich zuletzt erholt, bleibt aber weit von ihrem Rekordhoch entfernt. Der Grund: Kundenzahlen der US-Tochter T-Mobile US bremsen die Erholung, während alte Fusionsgerüchte immer wieder aufflammen.

Am Donnerstag schloss der Titel bei 26,93 Euro. Das sind 10,82 Prozent mehr als vor 30 Tagen. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro fehlen aber noch 21,60 Prozent. Die Erholung wirkt fragil.

Die entscheidende Frage

T-Mobile US lieferte am 23. Juli neue Kundenzahlen. Das Unternehmen gewann weniger neue Kunden als in den Vormonaten. Die Zahl lag aber immer noch über den Analystenschätzungen.

Das ist eine Momentaufnahme mit Tücke. Das Tempo lässt nach, auch wenn die Werte noch positiv überraschen. Weil T-Mobile US den größten Ergebnisbeitrag zum Konzern liefert, wirkt jede Verlangsamung dort direkt auf die Bewertung der Muttergesellschaft.

Das bullische Szenario

Für eine Fortsetzung der Erholung spricht zunächst die Kapitalpolitik. Die Telekom kauft bis Ende 2026 eigene Aktien im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro zurück. Das entzieht dem Markt regelmäßig Papiere und stützt den Kurs, unabhängig von den US-Nachrichten.

Charttechnisch sieht die Lage entspannt aus. Der Kurs liegt nur noch 0,42 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,04 Euro. Der RSI von 52,0 zeigt eine neutrale Ausgangslage, die noch Raum für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung lässt.

Hinzu kommt ein klares Signal aus der Chefetage. Das Management hat wiederholt betont, in diesem Jahr keine Anteile an der US-Tochter zu verkaufen. Das entkräftet Spekulationen über eine überstürzte Trennung vom US-Geschäft und lenkt den Blick zurück auf organisches Wachstum. Auch die gesicherten TV-Rechte für die WM 2030 im Heimatmarkt zeigen: Der Konzern arbeitet parallel an einer breiteren Erlösbasis.

Das bärische Szenario

Dagegen steht eine unbequeme Wahrheit. Die schwächeren Kundenzahlen bei T-Mobile US stehen nicht für sich allein. Sie treffen auf eine Marktlage, in der Fusionsspekulationen die Bewertung zusätzlich verunsichern.

Bereits im Juni hatte die Aktie unter neu aufkommenden Gerüchten über eine mögliche vollständige Kombination mit T-Mobile US gelitten. Bestätigt haben die Unternehmen eine solche Transaktion bis heute nicht. Sie bleibt reine Medienspekulation – belastet die Bewertung aber trotzdem, weil Investoren die Umsetzbarkeit einer engeren US-Verzahnung schwerer einschätzen können als das laufende Tagesgeschäft.

Die Charttechnik liefert zusätzliche Argumente für die Skeptiker. Der Kurs notiert weiterhin 5,90 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,62 Euro. Das deutet auf einen noch nicht überwundenen mittelfristigen Abwärtstrend hin.

Auch die Schwankungsbreite bleibt hoch. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 34,01 Prozent. Der Markt rechnet also weiterhin mit größeren Kursausschlägen – ein Hinweis darauf, dass die Nachrichten rund um T-Mobile US noch nicht vollständig eingepreist sind. Schwächt sich das Neukundenwachstum in den USA weiter ab, dürfte das die Ergebnisbasis des Konzerns spürbar belasten, selbst wenn die absoluten Werte weiter über den Erwartungen liegen.

Ausblick

Zwei Szenarien stehen sich gegenüber. Läuft das Rückkaufprogramm plangemäß weiter und hält die 50-Tage-Linie bei 27,04 Euro als Unterstützung, spricht mehr für eine Fortsetzung der Stabilisierung. Rutscht der Kurs dagegen nachhaltig darunter und bestätigt sich die nachlassende Kundendynamik in den USA, dürfte der Bereich um das 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro wieder in den Fokus rücken.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der bevorstehende Halbjahresbericht des Konzerns. Er wird zeigen, ob sich die gemeldete Verlangsamung bei T-Mobile US im Konzernergebnis niederschlägt – oder ob die Profitabilität der US-Tochter die Wachstumsdelle ausgleicht. Bis dahin bleibt eine zweite Frage offen: ob die Fusionsspekulationen reine Medienthese bleiben oder durch offizielle Unternehmensaussagen an Substanz gewinnen.

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