Telenor: 8,5 Milliarden für Glasfaser-Expansion

Telenor investiert 8,5 Milliarden Kronen in norwegische Glasfaser-Infrastruktur und stärkt so die Marktposition im Heimatmarkt.

Die Kernpunkte:
  • Zwei Übernahmen für 8,5 Milliarden Kronen
  • Fokus auf Glasfaser-Infrastruktur
  • Berenberg hebt Kursziel an
  • Aktie reagiert mit leichten Verlusten

Telenor festigt seine Position auf dem norwegischen Heimatmarkt durch eine gezielte Einkaufstour. Mit zwei Übernahmen im Gesamtwert von 8,5 Milliarden Norwegischen Kronen sichert sich der Konzern wichtige Marktanteile im Breitbandsektor.

Fokus auf die Glasfaser-Infrastruktur

Der Konzern kauft den Anbieter Enivest für 2,5 Milliarden Kronen. Damit wandern rund 28.000 Kundenkonten unter das Dach von Telenor. Hinzu kommt eine Beteiligung von 34 Prozent an Årdalsnett, was die Reichweite in Westnorwegen weiter erhöht. Finanzberater von ABG Sundal Collier begleiteten den Verkaufsprozess im Auftrag der bisherigen Eigentümer Eviny und Sogn og Fjordane Energi.

Enivest lieferte im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn (EBITDA) von 130 Millionen Kronen. Der Umsatz lag bei 290 Millionen Kronen. Für die technische Einbindung der neuen Netze plant Telenor zusätzliche Investitionen von 150 Millionen Kronen ein.

Parallel dazu genehmigten die Regulierungsbehörden den Kauf des Glasfasergeschäfts von GlobalConnect. Diese Transaktion hat ein Volumen von 6 Milliarden Kronen. Telenor nutzt damit seine finanzielle Stärke, um die Infrastruktur gegen die Konkurrenz abzusichern.

Berenberg sieht höheres Potenzial

Die Analysten von Berenberg hoben das Kursziel für die Aktie von 138 auf 158 Kronen an. Sie bleiben jedoch bei ihrer Einstufung „Neutral“. Die Experten verweisen auf das schwierige Umfeld in Dänemark und Finnland, wo der Wettbewerb das Gewinnwachstum zuletzt bremste.

Im ersten Quartal 2026 halbierte sich das EBITDA-Wachstum des Konzerns bereits. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Minus von 1,57 Prozent und notiert bei 13,78 Euro.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 12 Prozent zu Buche. Telenor plant, die Integration der neuen Zukäufe bis Ende 2026 abzuschließen. Gelingt die Zusammenführung reibungslos, könnte die gestärkte Marktposition in Norwegen die Schwächen in den Nachbarmärkten dauerhaft kompensieren.

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