Telenor: Q2-Gewinn auf 1,94 NOK verfehlt
Telenor senkt nach schwachem Quartal die Jahresziele und leitet ein massives Sparprogramm ein. Die Aktie erholt sich leicht vom Jahrestief.

- Quartalsergebnis verfehlt Analystenerwartungen
- Jahresprognose für Kerngeschäft gesenkt
- Ausgliederung des IoT-Geschäfts beschlossen
- Aktie erholt sich nach 52-Wochen-Tief
Telenor tritt auf die Bremse. Nach enttäuschenden Quartalszahlen kappt der norwegische Telekom-Riese seine Ziele für das Gesamtjahr. CEO Benedicte Schilbred Fasmer spricht offen von einem Übergangsjahr, in dem der Konzernumbau Vorrang hat.
Die Bilanz für das zweite Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,94 Norwegischen Kronen (NOK). Analysten hatten im Schnitt mit 2,09 NOK gerechnet. Parallel dazu sanken die Dienstleistungserlöse auf 14,7 Milliarden NOK.
Prognose unter Druck
Das Management schraubt die Erwartungen deutlich zurück. Für das Kerngeschäft im Norden rechnet Telenor nur noch mit einem stagnierenden oder leicht steigenden operativen Gewinn. Zuvor war das Unternehmen von einem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich ausgegangen. Der freie Cashflow soll 2026 noch rund 10 Milliarden NOK erreichen.
Trotz der kurzfristigen Dämpfer hält Telenor am Fokus auf Nordeuropa fest. In Norwegen sicherte sich der Konzern die Glasfaser-Sparte von GlobalConnect sowie den Anbieter Enivest. Damit stärkt das Unternehmen gezielt seine Infrastruktur im Heimatmarkt.
Fokus auf Effizienz
Ein weiterer Baustein ist die Trennung von Randbereichen. Das Internet-of-Things-Geschäft wurde in ein Joint Venture ausgegliedert. Die Sparte wird dabei mit 7,5 Milliarden Schwedischen Kronen bewertet. Ab 2027 soll ein massives Sparprogramm die Kosten jährlich um 300 Millionen NOK senken.
Am Aktienmarkt herrscht Uneinigkeit über den künftigen Kurs. Während Pareto Securities die Schwäche zum Einstieg nutzt und das Papier auf „Strong Buy“ hochstufte, warnten andere Experten. Barclays sieht die Entwicklung skeptischer und senkte die Einstufung auf „Underweight“.
Die Aktie markierte am vergangenen Donnerstag bei 11,35 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Bis Freitag erholte sich der Kurs wieder auf 12,26 Euro, was einem Tagesplus von rund 4,8 Prozent entspricht. Anleger richten ihren Blick nun auf die Integration der Glasfaser-Zukäufe und die ersten Einsparungen aus dem Cloud-Projekt.
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