Tempus AI Aktie: Chef Lefkofsky sieht den Wendepunkt
Im dritten Quartal erreichte Tempus AI ein bereinigtes EBITDA von 25,6 Millionen Dollar und erhöhte die Jahresumsatzprognose.

- Umsatz kletterte um 23 Prozent
- Diagnostikgeschäft legte um 20 Prozent zu
- Jahresumsatzprognose auf 1,60 bis 1,605 Milliarden Dollar angehoben
- Personalis-Aktionäre stimmen am 30. November ab
Tempus AI schreibt im dritten Quartal erstmals schwarze Zahlen auf operativer Ebene. Das bereinigte EBITDA lag bei 25,6 Millionen Dollar, den Vorstandschef Eric Lefkofsky als Wendepunkt bezeichnet. Die Aktie reagierte dennoch nicht einheitlich: Am Nachmittag schwankte der Kurs, nachdem es vorbörslich noch aufwärts gegangen war.
Beim Umsatz und Gewinn über den Erwartungen
Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 411,5 Millionen Dollar und übertraf die Prognosen leicht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 0,07 Dollar. Die Konsensschätzungen waren uneinheitlich, sie reichten von einem kleinen Gewinn bis zu einem Verlust. In jedem Fall fiel das Ergebnis besser aus als erwartet.
Das Diagnostikgeschäft wuchs um 20 Prozent auf 303,5 Millionen Dollar. Treiber war die Onkologie, deren Testvolumen um 32 Prozent zulegte. Das Daten- und Anwendungsgeschäft verbuchte ein Plus von 33 Prozent auf 108,1 Millionen Dollar.
Die Prognose für den Jahresumsatz hob das Unternehmen auf 1,60 bis 1,605 Milliarden Dollar an. Das bereinigte EBITDA soll weiter bei rund 65 Millionen Dollar liegen.
Großaufträge stützen das Datengeschäft
Lefkofsky verwies auf neue Kooperationen. Bristol Myers Squibb lizenziert Onkologiedaten und -modelle für bis zu 137,5 Millionen Dollar über fünf Jahre. Hinzu kommt eine Alzheimer-Kooperation, bei der Pathos 55 Millionen Dollar zahlt. Zusammen ergibt das gut 190 Millionen Dollar zusätzlichen Umsatz im Datengeschäft.
Das Management sieht darin einen Schritt über die Onkologie hinaus. Langfristige Verträge machten die Erlöse planbarer, die Kunden bauten ihre KI-Modelle zunehmend in der Tempus-Umgebung. Aus Sicht des Konzerns erhöht das die Kundenbindung deutlich.
Preisaufschlag für 2027 in Sicht
Im Diagnostikgeschäft stützt die FDA-Zulassung des xT-Tests für reine Tumorproben die Preise. Ab 1. Januar 2027 gelten neue Sätze, die laut Finanzchef Jim Rogers rund 80 Millionen Dollar Zusatzerlös in der Onkologie bringen sollen. Eine Zulassung des Liquid-Biopsy-Tests xF könnte den Effekt verstärken.
Beim Test auf minimale Resterkrankung (MRD) setzt Tempus auf die Übernahme von Personalis. Die Kartellprüfung ist abgeschlossen, die Aktionäre von Personalis stimmen am 30. November ab. Das Management will den Vertrieb erst ausweiten, wenn jeder einzelne Test einen positiven Bruttogewinn abwirft. Lefkofsky rechnet damit etwa zur Jahresmitte 2027.
Beim Hereditary-Geschäft zeichnet sich nach einem außergewöhnlich starken Vorjahr eine Stabilisierung ab. Im September und Oktober lag das Mengenwachstum wieder im niedrigen zweistelligen Bereich.
Kursreaktion gemischt
Die Aktie lag nach den Zahlen zeitweise leicht im Minus bei rund 71 Dollar. Zuvor war sie vorbörslich gestiegen. Die Bewertung gilt nach starkem Lauf als anspruchsvoll, zudem schwankt der Titel stark. Hinzu kommt ein schwacher Gesamtmarkt, denn der Nasdaq gab im Tagesverlauf deutlich nach.
Konkret bleibt für die nächsten Wochen der 30. November: Stimmen die Personalis-Aktionäre zu, will Tempus die Übernahme im vierten Quartal abschließen.
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