Teradyne Aktie: 9,4-Prozent-Sturz trotz Goldman-Upgrade
Chip-Test-Spezialist Teradyne verliert trotz optimistischer Analystenstimmen und guter Quartalszahlen deutlich an Wert. Asiatische Tech-Schwäche belastet.

- Aktie fällt um 9,4 Prozent
- Goldman Sachs erhöht Kursziel deutlich
- Asiatische Tech-Werte brechen ein
- Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
Die Aktie des Chip-Test-Spezialisten Teradyne verliert am Dienstag rund 9,4 Prozent auf 301,70 Euro. Das Papier notiert damit 29 Prozent unter dem Rekordhoch von 425,25 Euro, das es erst Ende Juni erreicht hatte. Seit vergangener Woche summiert sich das Minus auf fast 29 Prozent.
Dabei hatte Goldman Sachs erst am Montag optimistisch auf die Aktie geblickt.
Analysten sehen Potenzial, der Markt nicht
Goldman-Analysten hoben das Kursziel für Teradyne von 350 auf 465 Dollar an. Ihre Begründung: steigende Nachfrage aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Auch andere Großbanken sind zuversichtlich. Susquehanna sieht ein Kursziel von 550 Dollar, die Bank of America von 525 Dollar. Von 18 Analysten raten 13 zum Kauf, der Konsens lautet „Moderate Buy“.
Doch die positive Analystenstimmung verpufft an den Märkten. Der Grund liegt in Asien. Dort haben Technologiewerte am Dienstag massiv nachgegeben. Schwergewichte wie Samsung und SK Hynix verloren zweistellig. Die Schwäche überträgt sich direkt auf Anbieter von Testgeräten wie Teradyne.
Hinzu kommen Bedenken wegen sinkender Investitionsausgaben wichtiger Kunden, darunter TSMC und Intel.
Starke Quartalszahlen, gedämpfter Ausblick
Das erste Quartal 2026 lief für Teradyne gut. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,56 Dollar über den Erwartungen von 2,11 Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 87 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar. Die operative Marge betrug zuletzt 13,6 Prozent, die Nettomarge 22,6 Prozent. Die Eigenkapitalrendite lag bei 31,8 Prozent.
Die Dividende hob das Unternehmen auf 0,13 Dollar je Aktie und Quartal an.
Dennoch: Der Markt blickt auf die Unsicherheiten der zweiten Jahreshälfte. Die Federal Reserve könnte die Zinsen noch im Juli anheben — die Wahrscheinlichkeit liegt bei 25 Prozent. Zugleich warten Investoren auf wichtige Quartalsberichte von Branchengrößen wie Lam Research, die für Ende Juli erwartet werden.
Für Teradyne bleiben die mittelfristigen Treiber intakt: KI-getriebene Nachfrage nach Halbleitertests. Die kurzfristige Volatilität aber zeigt, wie stark der Sektor von den Investitionszyklen der großen Chipkonzerne abhängt.
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