TeraWulf: 17,88-Prozent-Sprung auf 15,36 Euro

TeraWulf profitiert von milliardenschwerem KI-Leasingvertrag mit Anthropic und erhält Genehmigung für Rechenzentrumsausbau. Analysten bleiben optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus von fast 18 Prozent
  • 20-Jahres-Vertrag mit Anthropic
  • FERC genehmigt Standort-Expansion
  • BlackRock hält 4,5 Prozent Anteil

Das US-Infrastrukturunternehmen TeraWulf verzeichnet am heutigen Donnerstag einen massiven Kursanstieg. Die Aktie kletterte im Handel um 17,88 % auf 15,36 €. Maßgebliche Treiber dieser Entwicklung sind der Abschluss eines milliardenschweren Leasingvertrags im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie die behördliche Genehmigung für eine bedeutende Standortexpansion in den USA.

Strategische Partnerschaft mit Anthropic

Medienberichten zufolge hat TeraWulf einen 20-jährigen Leasingvertrag mit dem KI-Spezialisten Anthropic abgeschlossen. Der Vertrag bezieht sich auf den sogenannten „Justified Data Campus“ im US-Bundesstaat Kentucky. Das Projekt umfasst ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von 401 Megawatt (MW), das speziell auf KI-Anwendungen ausgerichtet ist. Über die gesamte Laufzeit wird ein Umsatz von rund 19 Milliarden US-Dollar erwartet.

Der operative Start des Campus ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, wobei die volle Kapazität Anfang 2028 erreicht werden soll. Parallel dazu hat TeraWulf seinen Anteil von 50,1 % am Abernathy-Joint-Venture für etwa 450 Millionen US-Dollar an die Fluidstack-Gruppe veräußert. Diese Schritte unterstreichen die Neuausrichtung des Unternehmens von einem reinen Bitcoin-Miner hin zu einem bedeutenden Infrastrukturanbieter für Rechenleistung.

Behördlicher Zuspruch für Netzausbau

Zusätzlich erhielt das Unternehmen grünes Licht von der US-Energieaufsichtsbehörde FERC. Die Behörde genehmigte gestern den Erwerb der Morgantown Generating Station in Maryland durch die TeraWulf-Tochtergesellschaft Chesapeake Data. Dabei handelt es sich um ölbefeuerte Einheiten mit einer Leistung von 216 MW. TeraWulf plant, den Standort für einen KI-Campus zu nutzen und strebt eine Umstellung auf Gasbetrieb sowie die Installation von Batteriespeichern an. In einer ersten Phase soll die Kapazität dort rund 500 MW betragen, mit einem langfristigen Potenzial von bis zu einem Gigawatt.

Auch auf Ebene der Anteilseigner gab es relevante Veränderungen. Laut einer aktuellen Meldung an die US-Börsenaufsicht hält der Vermögensverwalter BlackRock nun eine Beteiligung von 4,5 % an TeraWulf. Damit ist der Finanzriese knapp unter der meldepflichtigen Schwelle von 5 % positioniert, ab der ein Aktionär als Großinvestor gesondert ausgewiesen wird.

Analysteneinschätzungen und Ausblick

Die Analysten bewerten die jüngsten Entwicklungen überwiegend positiv. Morgan Stanley führt die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 72 US-Dollar. Die Experten von Needham bestätigten ihre Kaufempfehlung mit einem Ziel von 33 US-Dollar. Im Durchschnitt liegt das Kursziel der Beobachter bei etwa 34,29 US-Dollar. Trotz der heutigen Rally notiert das Papier seit Jahresbeginn mit einem Plus von 57,68 %, was die hohe Volatilität des Sektors widerspiegelt.

In der Führungsebene kam es bereits im Vormonat zu Bewegungen. CEO Paul Prager veräußerte am 29. Juni insgesamt 137.500 Aktien zu einem Preis von je 26,60 US-Dollar. Anleger blicken nun auf den 5. August, wenn TeraWulf die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorlegen wird. Diese dürften weiteren Aufschluss darüber geben, wie schnell die Transformation zum KI-Rechenzentrumsdienstleister voranschreitet und welche Auswirkungen die hohen Investitionskosten auf die Bilanz haben.

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