Tesla Aktie: 55 Milliarden für Terafab-Halbleiter

Tesla investiert mit SpaceX und xAI Milliarden in die KI-Chipfabrik Terafab. Analysten sehen trotz Gewinnrückgang Potenzial für die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Gemeinsame Chipfabrik in Texas
  • Investitionen von 55 Milliarden Dollar
  • Tesla dementiert China-Verkaufsgerüchte
  • Aktie trotz Gewinnrückgang mit Kursziel

Die Verflechtung innerhalb des Unternehmensimperiums von Elon Musk nimmt neue Dimensionen an. Im texanischen Grimes County entsteht unter dem Projektnamen „Terafab“ eine gewaltige Halbleiter-Produktionsstätte, an der Tesla gemeinsam mit SpaceX und xAI beteiligt ist. Die Anfangsinvestitionen für das Vorhaben werden mit 55 Milliarden US-Dollar beziffert, wobei die Gesamtkosten laut Medienberichten auf bis zu 119 Milliarden US-Dollar steigen könnten.

Terafab als Rückgrat für KI und Robotik

Die geplante Anlage soll eine Fläche von rund 10 Millionen Quadratmetern umfassen und ist darauf ausgelegt, eine Rechenleistung von einem Terawatt pro Jahr bereitzustellen. Dies entspricht einer Kapazität von 100 bis 200 Millionen KI-Chips. Die Infrastruktur dient primär der Unterstützung autonomer Fahrzeuge sowie der Weiterentwicklung des humanoiden Roboters Optimus. Bereits im Juni wurde ein Steuerabkommen unterzeichnet, das dem Projekt umfassende Vergünstigungen einräumt.

Flankiert wird diese Strategie durch massive Investitionen in die KI-Infrastruktur bei SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen, das für sein Weltraum-Computing exklusiv auf Prozessoren von Nvidia setzt, steigerte seine Investitionsausgaben im zweiten Quartal massiv auf 18,4 Milliarden US-Dollar. Davon flossen 15,8 Milliarden US-Dollar direkt in den Aufbau von Rechenkapazitäten. Bis Ende 2027 plant das Musk-Netzwerk eine Kapazität von 10 Gigawatt für Rechenzentren zu erreichen.

Dementi zu China-Gerüchten und operative Herausforderungen

Parallel zu den Expansionsplänen in den USA sah sich die Tesla-Führung gezwungen, Spekulationen über das China-Geschäft entgegenzutreten. Berichte über einen möglichen Verkauf oder einen Spin-off der dortigen Aktivitäten bezeichnete Elon Musk als „absurdly fake news“. Die strategische Bedeutung der Region bleibt hoch: Im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete Tesla dort etwa 18 Prozent seines Gesamtumsatzes. Die Gigafactory in Shanghai ist für mehr als die Hälfte der weltweiten Produktion verantwortlich und verfügt über eine Kapazität von über 950.000 Fahrzeugen pro Jahr.

Analyst Tom Narayan von RBC betonte, dass eine Abspaltung der China-Sparte für die Aktionäre einen erheblichen Nachteil bedeuten würde, da am Markt vermutlich nur ein Bruchteil des tatsächlichen Wertes erzielt werden könnte. Reuters berichtete zudem, dass Tesla in Europa regulatorischen Druck bezüglich der Sicherheitsdaten seines „Full Self-Driving“-Systems erfährt, während die Niederlande das System bereits vor vier Monaten genehmigt haben.

Analystenstimmen und Marktlage

An der Börse spiegelt sich die aktuelle Phase der massiven Investitionen und der operative Margendruck wider. Die Tesla-Aktie notiert heute bei 277,00 € und weist seit Jahresbeginn ein Minus von 29,47 % auf. Belastet wurde der Kurs zuletzt durch die Ergebnisse des zweiten Quartals. Zwar konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um gut 25 Prozent auf 28,24 Milliarden US-Dollar steigern, blieb jedoch beim bereinigten Gewinn je Aktie mit 0,33 US-Dollar deutlich hinter den Markterwartungen von 0,51 US-Dollar zurück.

Trotz der kurzfristigen Gewinnwarnungen halten einige Experten an ihren bullischen Prognosen fest. Analyst Dan Ives sieht für den Titel ein Kursziel von 600 US-Dollar, was einer massiven Aufwertung gegenüber dem aktuellen Niveau entspräche. Derzeit notiert das Papier etwa 34,69 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende 2025 bei 424,10 € markiert wurde. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob die massiven Investitionen in die „Terafab“ und die KI-Infrastruktur die von Investoren erhoffte Trendwende einleiten können.

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