Tesla Aktie: 5,9 Prozent Minus nach NHTSA-Untersuchung
Nach dem Start von Teslas Cybercab in Austin prüft die NHTSA die Zulassung. Die Aktie verlor 5,9 Prozent und notiert 22 Prozent im Jahresminus.

- NHTSA untersucht Cybercab-Selbstzertifizierung
- Öffentliche Fahrten in Austin gestartet
- Tesla-Aktie verliert 5,9 Prozent
- Waymo betreibt größere Robotaxi-Flotte
Die Markteinführung des Tesla Cybercab in Austin sollte ein technologischer Meilenstein sein, doch regulatorische Bedenken überschatten den Start. Am Freitag fiel die Tesla-Aktie um 5,9 % auf einen Schlusskurs von 304,80 €.
Auslöser für den Kursrückgang war die Nachricht, dass die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eine Untersuchung zur Zulassung der neuen Robotaxis eingeleitet hat. Investoren reagierten verunsichert auf die rechtlichen Unsicherheiten bei Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale.
Regulatorische Hürden für das Cybercab
Die NHTSA eröffnete unter dem Aktenzeichen AQ26002 eine Prüfung der sogenannten Selbstzertifizierung für rund 1.000 Cybercabs. Die Behörde untersucht, ob die Fahrzeuge ohne herkömmliche Bedienelemente wie Lenkrad, Pedale oder Spiegel den geltenden Sicherheitsnormen entsprechen. Während Wettbewerber wie die Amazon-Tochter Zoox für ähnliche Konzepte jahrelange Ausnahmeanträge stellten, wählte Tesla den Weg der Eigenbestätigung der Konformität.
Dieser Schritt birgt finanzielle Risiken. Medienberichten zufolge zahlte der Automobilhersteller Volvo im Jahr 2023 eine Strafe in Höhe von 130 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Zertifizierungsfragen. Für Tesla-Anleger bedeutet die aktuelle Untersuchung eine potenzielle Verzögerung beim geplanten Roll-out der Flotte, da die NHTSA die Übereinstimmung mit acht verschiedenen Sicherheitsstandards prüft.
Technische Details und operativer Start in Austin
Trotz der laufenden Untersuchung begann Tesla gestern mit dem öffentlichen Fahrbetrieb in Austin, Texas. Die dortige Flotte besteht derzeit aus 45 registrierten Cybercabs, während die gesamte autonome Flotte des Unternehmens in der Region rund 420 Fahrzeuge umfasst. Das Cybercab wird als zweisitziges Fahrzeug mit einer 48-kWh-Batterie vermarktet, die eine Reichweite von 293 Meilen ermöglichen soll.
Der Kursrücksetzer am Freitag hat die Performance des Papiers im laufenden Jahr weiter eingetrübt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der Aktie damit auf 22 %. Das Papier notiert zudem aktuell rund 11 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den kurzfristigen Abwärtstrend nach der enttäuschenden Marktreaktion verdeutlicht.
Analysten zwischen Skepsis und hohen Kurszielen
Die Analysten bewerten das Debüt des Robotaxis unterschiedlich. Die Experten von RBC bemängeln, dass beim Start wichtige Details zu Preismodellen und konkreten Produktionszielen fehlten, halten jedoch an einem Kursziel von 480 Dollar fest.
Deutlich skeptischer äußerten sich die Analysten von Wells Fargo, die das Event als wenig beeindruckend bezeichneten. Sie verwiesen auf Berichte über Routing-Fehler und lange Wartezeiten bei den ersten Fahrten in Texas.
Zudem steht Tesla unter starkem Wettbewerbsdruck. Während das Unternehmen in Austin erste öffentliche Fahrten mit einer kleinen Flotte anbietet, betreibt der Konkurrent Waymo bereits rund 1.000 Robotaxis in 14 Städten und absolviert wöchentlich über 500.000 autonome Fahrten.
Solange die regulatorischen Fragen zur Steuerungslosigkeit der Cybercabs nicht abschließend geklärt sind, dürfte der Vorsprung der Konkurrenz im Bereich der kommerziellen Nutzung schwer aufzuholen sein.
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