Tesla Aktie: 67 Prozent mehr Zulassungen in der EU
Tesla verzeichnet dritten Monat in Folge steigende EU-Neuzulassungen. Ein seltener physischer Rückruf und eine schrumpfende Robotaxi-Flotte trüben das Bild.

- 67 Prozent mehr EU-Neuzulassungen im April
- Dritter positiver Monat in Serie
- Seltener Rückruf von 14.575 Model Y
- Robotaxi-Flotte in Texas schrumpft deutlich
Tesla fährt in Europa den nächsten Gang zu. Neue Zulassungszahlen aus der EU signalisieren ein nachhaltiges Ende der monatelange Talfahrt — der Konzern verzeichnet den dritten Anstieg in Folge. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt: Ein seltener physischer Rückruf und eine schrumpfende Robotaxi-Flotte zeigen, dass der Weg nach oben holprig ist.
Die Aktie legte am Mittwoch um 2,12 Prozent auf 380,75 Euro zu und steuert damit auf den fünften Gewinntag in Folge zu. Seit ihrem 52-Wochen-Tief von 248,95 Euro im Juni 2025 hat sich der Kurs um mehr als die Hälfte erholt. Das 52-Wochen-Hoch von 416,90 Euro bleibt allerdings rund neun Prozent entfernt.
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Europa hält den Aufschwung
Die entscheidende Nachricht kommt vom Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA). Im April schossen die Tesla-Neuzulassungen in der EU um 67 Prozent nach oben — im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ist der dritte positive Monat in Serie, nach plus zwölf Prozent im Februar und plus 84 Prozent im März.
Ein Jahr lang hatte Tesla in Europa mit sinkenden Verkaufszahlen gekämpft. Die Trendwende signalisiert, dass die Nachfrage nach der Elektroauto-Palette des Herstellers wieder anzieht. Für Anleger dürfte das die wichtigste Kennzahl des Quartals sein — der europäische Markt gilt als Gradmesser für die globale Akzeptanz der Marke.
Rückruf ungewöhnlicher Art
Parallel dazu läuft eine Rückrufaktion, die aus dem Rahmen fällt. Tesla muss 14.575 Model Y der Baujahre 2025 und 2026 in die Werkstätten bitten. Normalerweise erledigt der Konzern solche Korrekturen per Software-Update aus der Ferne. Dieses Mal geht es nicht.
Grund ist ein Fehler im Fertigungsprozess in Fremont: Ein automatisiertes Prüfgerät hat die vorgeschriebenen Typenschilder an der Fahrertür nicht korrekt auf Vollständigkeit kontrolliert. Die Aufkleber enthalten wichtige Angaben zu Gewichtsgrenzen und Reifenspezifikationen. Besitzer der betroffenen Fahrzeuge müssen zur Werkstatt — die Benachrichtigungen sollen im Juli verschickt werden.
Robotaxi-Flotte schrumpft
Noch offener ist die Lage beim autonomen Fahren. Die Analyse der unüberwachten Robotaxi-Flotte in Texas zeigt ein rückläufiges Muster. Nach einem Höchststand von 39 Fahrzeugen Mitte Mai in Austin, Dallas und Houston zählten Beobachter am 26. Mai nur noch 20 aktive Einheiten.
Der Rückgang wirft Fragen zum Tempo des geplanten „Unsupervised“-Rollouts von Full Self-Driving auf. Zwar produziert Tesla seit April den speziellen Cybercab im Werk Texas. Die aktuelle Volatilität der Flotte deutet jedoch darauf hin, dass die behördliche Zulassung für den Betrieb ohne menschlichen Fahrer derzeit den größten Engpass darstellt.
Bewertung bleibt ambitioniert
Bei einem aktuellen Kurs von 380,75 Euro liegt die Marktkapitalisierung bei rund 1,63 Billionen Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der vergangenen zwölf Monate beträgt knapp das 397-Fache — deutlich über dem historischen Fünfjahres-Median. Die europäischen Zulassungszahlen geben Rückenwind, ob die Bewertung durch die operativen Fortschritte gerechtfertigt wird, entscheidet sich an der konkreten Auslieferungsentwicklung in den kommenden Monaten.
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