Tesla Aktie: Autopilot, Klagen, SpaceX-Effekt

Tesla sieht sich mit einer Millionenklage nach tödlichem Unfall konfrontiert, während der SpaceX-Börsengang die Bewertung belastet.

Die Kernpunkte:
  • Millionenklage nach tödlichem Autopilot-Unfall
  • Spacex-Börsengang schmälert Tesla-Prämie
  • Jefferies erhöht Kursziel auf 375 Dollar
  • Robotaxi und Optimus als neue Wachstumstreiber

Drei Baustellen gleichzeitig — das beschreibt Teslas Lage dieser Tage recht gut. Ein tödlicher Unfall in Texas, die schwindende „Musk-Prämie“ durch den SpaceX-Börsengang und ein frisches Analyst-Update sorgen für ein unruhiges Bild.

Der Texas-Crash und seine juristische Folge

Eine 76-jährige Frau stirbt, nachdem ein Tesla Model 3 — nach Angaben des Fahrers mit aktiviertem Autopiloten — in ihr Haus in Katy, Texas, rast. Ihre Familie hat Tesla nun auf mehr als eine Million Dollar Schadensersatz plus Strafschadenersatz verklagt. Der Vorwurf: grobe Fahrlässigkeit und fehlende Warnhinweise zu Defekten in Autopilot und Full Self-Driving.

Tesla selbst hat sich nicht geäußert. Elon Musk postete auf X, FSD fahre in Wohngebieten langsam — der Crash sei mit hoher Geschwindigkeit erfolgt. Teslas KI-Softwarechef ergänzte, der Fahrer habe das Gaspedal manuell bis zum Anschlag gedrückt. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht den Fall. Seit 2016 hat die Behörde knapp 50 Sonderuntersuchungen zu Tesla-Unfällen mit Fahrassistenzsystemen geöffnet, bei rund zwei Dutzend davon waren Todesfälle gemeldet.

SpaceX saugt die Musk-Prämie ab

Der SpaceX-Börsengang verändert Teslas Wahrnehmung an den Märkten. Lange war Tesla der einzige börsennotierte Zugang zur „Musk-Prämie“ — dem Aufschlag, den Anleger für Musks Innovationsversprechen zu zahlen bereit waren. Das ist vorbei. Seit SpaceX separat handelbar ist, müssen Teslas eigene Wachstumstreiber — Robotaxi und der humanoide Roboter Optimus — die Bewertung aus eigener Kraft stützen.

Tesla hat 2026 bislang rund 15 Prozent an Wert verloren. Ob eine Fusion beider Unternehmen kommt, ist offen. Analysten bei Baird sehen die strategische Logik als „klar und überzeugend“ — beide Seiten würden von größerer Skaleneffekten profitieren. Konkrete Zeitpläne gibt es allerdings nicht; SpaceX muss zunächst als Börsenunternehmen ankommen.

Jefferies erhöht Kursziel — mit Vorbehalt

Jefferies-Analyst Philippe Houchois hob sein Kursziel auf 375 Dollar an. Seine Begründung: Traditionelle Bewertungskennzahlen seien für Tesla nach wie vor kaum anwendbar. Technisch bezeichnet er die Aktie allerdings als „angeschlagen“ — ein Widerspruch, der zeigt, wie gespalten das Analystenbild bleibt.

Konkret hängt viel davon ab, wann und wie überzeugend Tesla Robotaxi und Optimus in die kommerzielle Realität überführen kann. Bis dahin lastet der Wegfall der SpaceX-Fantasie auf dem Kurs — und neue Autopilot-Klagen erinnern regelmäßig daran, dass die Technologie noch nicht da ist, wo Musk sie kommunikativ bereits verortet.

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