Tesla Aktie: Batterien statt Autos

Tesla speiste mit Sunrun 580 Megawatt ins kalifornische Netz ein, während ein Verfahren wegen Diskriminierung im Werk Fremont beginnt.

Die Kernpunkte:
  • 580 Megawatt aus privaten Batterien
  • 110.000 Powerwalls am Netzeinsatz beteiligt
  • Flexible Kapazität von 16,8 Gigawatt geplant
  • Diskriminierungsprozess gegen Tesla beginnt

Tesla verdient sein Geld noch immer mit Model 3 und Model Y. An der Börse zählt inzwischen etwas anderes: Autonomie, KI-Infrastruktur und ein Netzwerk aus Heimbatterien, das gerade einen Rekord aufgestellt hat.

Am 9. September speisten Tesla und Sunrun gemeinsam mehr als 580 Megawatt aus privaten Powerwalls ins kalifornische Stromnetz ein — der größte dokumentierte Einsatz eines dezentralen Kraftwerks aus Heimbatterien überhaupt. Ausgelöst wurde die Aktion durch eine Hitzewelle und Strompreise am Spotmarkt, die über 200 Dollar pro Megawattstunde kletterten. 110.000 Powerwalls waren beteiligt, mehr als die Hälfte davon im Besitz von Sunrun-Kunden.

Einen Tag später legten die beiden Unternehmen in Südkalifornien nach: weitere 140 Megawatt für die Southern California Edison. Wären beide Abrufe auf eine Nacht gefallen, hätten Tesla und Sunrun zusammen über 720 Megawatt liefern können — Größenordnungen, die sonst nur klassische Gaskraftwerke stemmen.

Ein Geschäftsfeld mit Wachstumslogik

Für Tesla ist das mehr als ein PR-Erfolg. Die Powerwall-Flotte ist Teil einer größeren Strategie: Zusammen mit Sunrun und Renew Home sollen künftig mehr als 16,8 Gigawatt an flexibler Kapazität aus Batterien, Solaranlagen, Smart-Thermostaten und Elektroautos für Hyperscaler und Versorger nutzbar gemacht werden.

Eine von Sunrun und Tesla beauftragte Studie der Brattle Group bezifferte das mögliche Einsparpotenzial solcher Programme für Kalifornien auf bis zu 206 Millionen Dollar bis 2028.

Während das Energiegeschäft neue Fantasie liefert, holt Tesla auf einer anderen Baustelle alte Vorwürfe ein. Am Montag beginnt in Oakland ein Gerichtsverfahren gegen den Konzern wegen angeblicher systematischer Diskriminierung Schwarzer Beschäftigter im Werk Fremont.

Die kalifornische Bürgerrechtsbehörde wirft Tesla vor, Belästigung und rassistische Beschimpfungen nicht unterbunden und Schwarze Mitarbeiter bei Bezahlung und Beförderungen benachteiligt zu haben. Der Prozess vor Richter Peter Borkon soll bis zum 30. Oktober laufen — ohne Jury, als reines Richterverfahren.

Kalifornisches Recht kennt keine Obergrenze für Schadensersatz in solchen Fällen. Ein früherer Einzelfall aus Fremont endete mit einem Jury-Urteil über 137 Millionen Dollar, das später von einem Richter reduziert wurde. Tesla bestreitet die Vorwürfe und verweist darauf, Mitarbeiter bei nachgewiesenem Fehlverhalten entlassen zu haben.

Bis zum 30. Oktober wird sich zeigen, wie das Gericht die Beweislage bewertet — parallel dazu dürfte die Aufmerksamkeit der Börse weiter auf Cybercab, Optimus und dem Ausbau der Energiesparte liegen.

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