Tesla Aktie: Behörde prüft Cybercab-Selbstzertifizierung
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde verlangt von Tesla Auskünfte zur Selbstzertifizierung des Cybercab. Parallel plant der Konzern neue Modelle.

- Behörde verlangt Antworten bis 30. September
- Cybercab-Testbetrieb in Austin untersucht
- Tesla plant Semi-Start in Europa
- Aktie seit Jahresbeginn 19 Prozent niedriger
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration erhöht den Druck auf Tesla. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, forderte die Aufsichtsbehörde den Elektroautobauer am Dienstag auf, bis zum 30. September Fragen zur Selbstzertifizierung seines autonomen Robotaxis Cybercab zu beantworten. Die Anordnung ergeht im Rahmen einer behördlichen Untersuchung des Programms. An den Märkten legte die Aktie heute um 2,4 % auf 319,50 Euro zu.
Klärungsbedarf beim fahrerlosen Cybercab
Auslöser des behördlichen Einschreitens sind Testfahrten, die Tesla am 3. September in Austin im US-Bundesstaat Texas gestartet hat. In begrenzten Gebieten setzt das Unternehmen dort zweisitzige Cybercabs ein, die vollständig ohne Lenkrad und Pedale gesteuert werden.
Die US-Sicherheitsbehörde hatte bereits angekündigt, dieses Projekt zu überprüfen. Nun verlangt die Behörde formell Auskunft darüber, ob die gesetzlich vorgeschriebene Selbstzertifizierung durch Tesla ordnungsgemäß vorgenommen wurde.
Für Tesla ist die behördliche Prüfung von zentraler Bedeutung. Das Unternehmen richtet seine strategischen Pläne maßgeblich auf fahrerlose Mobilitätsdienste und autonome Softwarefunktionen aus. Verzögerungen bei der regulatorischen Anerkennung oder zusätzliche Sicherheitsauflagen könnten den weiteren Zeitplan für den Einsatz der Technologie belasten.
Modellpläne für Europa und den Sportwagenmarkt
Parallel zur Aufsichtsdebatte treibt das Unternehmen weitere Fahrzeugsegmente voran. Am 11. September wurde bekannt, dass Tesla die Einführung seines schweren Elektro-Lkw Semi in Europa plant.
Der Konzern dehnt seine Aktivitäten damit über Nordamerika hinaus in einen Markt für schwere Nutzfahrzeuge aus, in dem etablierte Wettbewerber bereits batterieelektrische Modelle verkaufen. Zudem kündigte Elon Musk am 12. September an, dass Tesla den lange verzögerten Roadster am 1. Oktober vorstellen will.
Die angekündigten Schritte unterstreichen das Bestreben, das Modellprogramm neben den etablierten Volumenmodellen in speziellen Marktsegmenten zu erweitern. Sowohl der gewerbliche Güterverkehr als auch margenstarke Sportwagen bieten Raum für zusätzliches Geschäft, stellen den Konzern operativ jedoch vor anspruchsvolle Fertigungs- und Zulassungsanforderungen.
Einordnung und Kursverlauf
Auf Führungsebene gab es unterdessen eine meldepflichtige Transaktion. Finanzchef Vaibhav Taneja veräußerte 2.605,75 Tesla-Stammaktien zu einem Preis von 360,134 $.
Der Vorgang erfolgte als automatische Einbehaltung von Papieren durch das Unternehmen, um anfallende Steuerabzugsverpflichtungen zu erfüllen. Trotz des jüngsten Kursanstiegs bleibt die Zwischenbilanz für das Gesamtjahr gedämpft: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 19 %.
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