Tesla Aktie: Cybertruck weicht dem Robotaxi

Tesla will die Fertigung des Cybertrucks in Texas Mitte 2027 beenden und die Kapazitäten für das Cybercab nutzen.

Die Kernpunkte:
  • Cybertruck-Auslauf in Texas für 2027 angekündigt
  • Cybercab soll frei werdende Kapazitäten nutzen
  • US-Verkäufe sanken um 28 Prozent
  • Tesla-Aktie stieg zeitweise rund 4,5 Prozent

Elon Musk räumt in Texas auf. Der Tesla-Chef kündigte per Beitrag auf X an, die Cybertruck-Fertigung in der Gigafactory Texas Mitte 2027 auslaufen zu lassen. Die frei werdenden Kapazitäten gehen an das Robotaxi Cybercab. Die Aktie legte im Handel zeitweise rund 4,5 Prozent auf gut 359 Dollar zu.

Ein Pickup, der die Ziele klar verfehlt

Musk hatte einst Kapazitäten für bis zu 250.000 Cybertrucks pro Jahr in Aussicht gestellt. Davon ist Tesla weit entfernt. Das Unternehmen nennt keine eigenen Absatzzahlen, Schätzungen zeichnen aber ein eindeutiges Bild. Barclays-Analyst Dan Levy veranschlagt die aktuelle Jahresproduktion auf etwa 20.000 Fahrzeuge, bei einer Kapazität von 125.000 Einheiten.

Auch die Verkaufsstatistik spricht gegen das Modell. Nach Schätzungen von Cox Automotive wurden in den USA in den ersten neun Monaten 2026 nur 11.586 Cybertrucks verkauft, 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Hinzu kommen elf Rückrufe seit dem Marktstart Ende 2023. Parallel stiegen die Preise zuletzt deutlich: Die Spitzenvariante Cyberbeast kostet mittlerweile 102.490 Dollar, nach 69.900 Dollar beim Aufschlag der Preisliste im Jahr 2019.

Ob der Pickup ganz verschwindet oder an einem anderen Standort weitergebaut wird, ließ Musk offen. Texas ist bislang das einzige bekannte Werk. Auf die Frage eines Nutzers antwortete er, die Cybertruck-Flotte werde noch lange auf den Straßen unterwegs sein.

Alles auf Cybercab, Optimus und KI

Der Schritt passt in eine größere Neuausrichtung. In Fremont endete bereits die Produktion der Modelle S und X, dort entstehen künftig Optimus-Roboter. Musk will Tesla zum KI- und Robotikkonzern umbauen.

Das Cybercab, ein Zweisitzer ohne Lenkrad und Pedale, läuft seit April vom Band. Seit dem 3. September bietet Tesla in begrenzten Gebieten von Austin Fahrten an. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erklärte damals, sie prüfe die Lage, da Fahrzeuge üblicherweise Bedienelemente für Menschen haben müssen. Regulatorische Fragen sind also ungeklärt.

Im Hintergrund läuft zudem die Debatte über eine mögliche Fusion mit SpaceX. Beide Verwaltungsräte haben dafür Sonderausschüsse unabhängiger Direktoren gebildet. Eine Entscheidung ist nicht gefallen.

Charttechnik nach dem Kurssprung

Aus technischer Sicht bleibt das Bild gemischt. Die Unterstützung liegt bei 352 Dollar, darunter folgt eine Zone zwischen 330 und 338 Dollar. Nach oben steht der Widerstand bei knapp 366 Dollar, dahinter bündeln der 50-Tage-Schnitt bei 372 Dollar und der 20-Tage-Schnitt bei 380 Dollar mehrere Hürden. Der Tagestrend gilt trotz des Plus weiter als schwach.

Ein Tagesschluss über 366 Dollar würde den Test des Bereichs zwischen 372 und 380 Dollar eröffnen. Fällt die Aktie dagegen unter 330 Dollar, rückt die Marke von 316 Dollar in den Blick.

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