Tesla Aktie: Deutschland-Boom, HSBC-Skepsis

Teslas deutsche Neuzulassungen stiegen im September um 268,7 Prozent; HSBC hob das Kursziel an, beließ die Aktie aber auf „Reduce“.

Die Kernpunkte:
  • Mehr als 4.000 Tesla-Neuzulassungen in Deutschland
  • HSBC erhöht Kursziel auf 157 Dollar
  • Auslieferungen übertrafen Erwartungen um etwa sieben Prozent
  • Energiespeicher verfehlten Konsens um 19 Prozent

Tesla rollt im deutschen Markt gerade kräftig an. Im September legten die Neuzulassungen der Marke um mehr als das Dreifache zu. Gleichzeitig bleibt HSBC bei seiner kritischen Haltung zur Aktie.

Starker Rückenwind in Deutschland

Der deutsche Pkw-Markt wuchs im September um 9,0 Prozent. Elektroautos stellten mit einem Anteil von 34,5 Prozent mehr als ein Drittel aller Neuzulassungen. Benziner und Diesel verloren deutlich, die Benziner-Zulassungen sanken um 29,2 Prozent.

Tesla profitierte am stärksten. Mit mehr als 4.000 Fahrzeugen und einem Plus von 268,7 Prozent erreichte die Marke einen Marktanteil von 4,9 Prozent. BYD folgt mit einem Zuwachs von 85,6 Prozent. Die deutschen Hersteller schnitten gemischt ab: Mercedes und Audi legten zu, Porsche, VW und BMW lagen unter Vorjahr.

Der Rückenwind ist strukturell. Hohe Spritpreise infolge der Krise im Nahen Osten treiben den Umstieg, hierzulande erreichte Benzin einen Rekordpreis von 2,31 Euro je Liter. Hinzu kommt die Kaufprämie, die seit Januar gilt. Weltweit machten reine Benziner im ersten Halbjahr erstmals weniger als die Hälfte der Neuwagenverkäufe aus.

HSBC bleibt bei „Reduce“

Die Bank hob ihr Kursziel für Tesla von 125 auf 157 Dollar an, behielt aber die Einstufung „Reduce“ bei. Die Aktie notiert mit rund 370 Dollar weit darüber. Auslöser der Anhebung war das dritte Quartal: Tesla lieferte rund 487.000 Fahrzeuge aus, etwa 7 Prozent mehr als erwartet. Zum Vorjahr bedeutet das allerdings ein Minus von 2 Prozent, was HSBC mit vorgezogenen Käufen vor dem Ende der US-Steuergutschriften erklärt.

Schwächer fiel die Produktion aus. Sie lag mit 464.000 Einheiten klar unter den Auslieferungen und unter den Schätzungen. Noch deutlicher verfehlte das Energiespeichergeschäft die Erwartungen: Die installierten 13,7 Gigawattstunden lagen 19 Prozent unter dem Konsens. HSBC senkte deshalb die Prognose für 2026, rechnet für das vierte Quartal aber weiter mit einem Wachstum von 35 Prozent zum Vorjahr.

Weitere Impulse

Das Modellportfolio verschiebt sich zunehmend. Model 3 und Model Y dominieren, während die Produktion von Model S und Model X ausläuft und der Cybertruck nur geringe Stückzahlen erreicht. Zusätzlich sicherte sich Tesla neue unbesicherte Kreditlinien über 30 Milliarden Dollar, was StoneX als Argument für sein „Buy“-Rating anführt.

Auch regulatorisch geht es voran: Das Fahrassistenzsystem Full Self-Driving erhielt eine Zulassung in Kroatien, nach den Niederlanden, Belgien und Slowenien. Im Robotaxi-Betrieb in Austin zeigen sich dagegen Grenzen. Die Flotte steht zwischen 23:00 und 6:00 Uhr still, weil Tesla bewusst auf Lidar und Radar verzichtet.

Die nächste Wegmarke ist das vierte Quartal: Dann zeigt sich, ob die Speichersparte die von HSBC erwartete Erholung liefert und der europäische Schwung anhält.

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