Tesla Aktie: FSD-Verträge nachträglich mit „Supervised“ versehen

Tesla ändert rückwirkend FSD-Verträge, streicht Stellen und bereitet verlängertes Model Y vor. Analysten sehen Kurspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Rückwirkende Änderung alter FSD-Verträge
  • Robotaxi-Dienst in Austin gestartet
  • Verlängertes Model Y L gesichtet
  • Stellenabbau in Texas um 22 Prozent

Elon Musk verspricht seit Jahren das vollautonome Fahren. Jetzt rudert Tesla bei alten Kaufverträgen offenbar heimlich zurück. Kunden, die zwischen 2016 und Anfang 2024 die „Full Self-Driving“-Software (FSD) erwarben, finden in ihren Dokumenten plötzlich den Zusatz „Supervised“ – also überwacht. Das kratzt am Image des Tech-Giganten, der seine Technologie stets als Vorreiter der Autonomie positionierte.

Rückwirkende Anpassung

Der Begriff der Überwachung fehlte in den ursprünglichen Vereinbarungen komplett. Einige Fahrzeugbesitzer berichten, dass die Originaldokumente aus ihren Online-Konten spurlos verschwunden sind. Tesla hatte die Technologie im Frühjahr 2024 mit dem Update auf Version 12.3.3 offiziell als Fahrerassistenzsystem eingestuft. Der menschliche Fahrer bleibt damit rechtlich und praktisch in der Verantwortung.

Parallel dazu drängt der Autobauer auf eine weltweite Zulassung der Software. KI-Chef Ashok Elluswamy legte kürzlich eine Liste von Zielmärkten vor, in denen die behördliche Genehmigung noch aussteht. Darunter befinden sich wichtige europäische Märkte wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie Länder im Nahen Osten und Asien.

Im Heimatmarkt baut Tesla derweil seine autonomen Fahrdienste aus. Der unbeaufsichtigte Robotaxi-Dienst deckt nun die gesamte Metropolregion Austin in Texas ab. Die Flotte operiert dort komplett ohne Sicherheitsfahrer. Aktuell umfasst sie allerdings nur rund 20 aktive Fahrzeuge.

Neues Model Y L in den Startlöchern

Abseits der Software tut sich auch bei der Hardware etwas. Auf dem Testgelände in Fremont wurde eine verlängerte Sechssitzer-Variante des Model Y gesichtet. Das Fahrzeug bietet einen um 150 Millimeter längeren Radstand. Analysten rechnen ab September 2026 mit der US-Produktion.

Die Investmentbank TD Cowen sieht darin einen klaren Katalysator. Sie bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 490 US-Dollar und prognostiziert bis zu 135.000 zusätzliche Verkäufe pro Jahr in den USA. Auch Cantor Fitzgerald rät zum Übergewichten und peilt 510 US-Dollar an.

Operativ muss der Konzern indes einige Baustellen abarbeiten. In den USA ruft Tesla per Software-Update knapp 219.000 Fahrzeuge wegen einer verzögerten Rückfahrkamera zurück. Schwerer wiegt der massive Stellenabbau im texanischen Werk. Dort strich das Management im vergangenen Jahr 22 Prozent der Arbeitsplätze, um auf sinkende Verkaufszahlen und den Wandel hin zu mehr Automatisierung zu reagieren.

An der Börse ringt das Papier derzeit um eine klare Richtung. Seit Jahresbeginn steht ein leichtes Minus von gut vier Prozent auf der Anzeigetafel. Aktuell notiert die Aktie bei 358,55 Euro und damit hauchdünn über der 200-Tage-Linie. Hält diese technische Unterstützung, rückt der geplante Produktionsstart des neuen Model Y L als nächster fundamentaler Impulsgeber in den Fokus.

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