Tesla Aktie: Fusionsfantasie trifft Zahlen

Tesla übertraf im dritten Quartal die Auslieferungsschätzungen; Dan Ives hält einen Zusammenschluss mit SpaceX binnen 18 Monaten für wahrscheinlich.

Die Kernpunkte:
  • 486.532 Fahrzeuge im dritten Quartal ausgeliefert
  • Auslieferungen übertrafen Analystenschätzungen
  • Dan Ives sieht Fusion binnen 18 Monaten als wahrscheinlich
  • Tesla-Aktie testet technische Marken bei 371 und 373 Dollar

Starke Auslieferungen, ein Analyst mit kühner Fusionsthese und ein Chart an einer Schlüsselmarke: Rund um Tesla treffen derzeit mehrere Erzählungen aufeinander. Die Aktie legte zum Handelsstart in New York um rund fünf Prozent zu und notiert bei etwa 373 Dollar.

Auslieferungen schlagen die Schätzungen

Im dritten Quartal lieferte Tesla weltweit 486.532 Fahrzeuge aus. Analysten hatten im Schnitt nur mit 463.761 gerechnet. Das Vorjahresquartal liegt mit 497.099 Einheiten zwar noch höher, war aber durch auslaufende staatliche Kaufprämien aufgebläht.

Das Geschäft hängt weiter fast allein an Model 3 und Model Y. Alle übrigen Baureihen, darunter der Cybertruck, kamen zusammen auf nur 8.295 Auslieferungen. Model S und Model X hat Tesla aus dem Programm genommen.

Regional ergibt sich ein gespaltenes Bild. In Europa stiegen die Neuzulassungen im August um 53 Prozent, hohe Benzinpreise stützen die Nachfrage nach Elektroautos. In China drücken dagegen günstigere lokale Rivalen auf die Preise, Tesla setzt dort auf Rabatte und exportiert einen erheblichen Teil der Shanghai-Produktion.

Das Energiegeschäft liefert gemischte Signale. Die installierte Speicherkapazität lag bei 13,7 Gigawattstunden, nach 12,5 vor einem Jahr. Einige Beobachter werten das Wachstum dennoch als schwach, und die Analystenmeinungen zum Kurspotenzial bleiben gespalten.

Hohe Investitionen, große Pläne

Tesla steckt in diesem Jahr mehr als 25 Milliarden Dollar in Fabriken und das geplante Robotaxi-Geschäft. Frische Kreditlinien über 30 Milliarden Dollar sollen das finanzieren. Neben dem Cybercab ohne Lenkrad und Pedale arbeitet das Unternehmen am neuen Roadster und am Lkw Semi.

Auf diese Zukunftsstory setzt auch Star-Analyst Dan Ives. Er hält eine Fusion von Tesla und SpaceX innerhalb von eineinhalb Jahren für mehr als 80 Prozent wahrscheinlich. Als Klammer nennt er die physische KI, also autonome Systeme und Robotik.

Struktur, Zeitplan und die Frage, ob Elon Musk den Schritt überhaupt erwägt, lässt Ives offen. Auch die Reaktion der Aufsichtsbehörden wäre ungewiss. Es handelt sich um eine Einschätzung, nicht um eine Ankündigung.

Chart an der Weggabelung

Technisch steht die Aktie an einer Engstelle. Der Kurs trifft auf die 200-Perioden-Linie bei 371,46 Dollar und das 61,8-Prozent-Fibonacci-Niveau bei 373,17 Dollar.

Gelingt ein Ausbruch darüber, rücken Marken um 387 und 400 Dollar in den Blick. Scheitert er, läge ein Rücksetzer Richtung 365 Dollar nahe. Als wichtiger Boden gilt die Zone um 350 Dollar. Wer hier handelt, muss mit Schwankungen von rund 7 Dollar pro Fünf-Stunden-Kerze rechnen.

Der nächste Schlusskurs oberhalb von 373,17 Dollar entscheidet damit, ob die Zahlen und die Fusionsfantasie den Widerstand knacken.

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