Tesla Aktie: NHTSA prüft 1.000 Cybercabs
Nach dem Cybercab-Start in Austin untersucht die NHTSA rund 1.000 Fahrzeuge. Tesla verliert an der Börse fast sechs Prozent.

- NHTSA prüft rund 1.000 Cybercabs
- Tesla-Aktie verliert fast sechs Prozent
- Goldman Sachs hält Einstufung auf Neutral
- 45 Cybercabs zunächst in Texas
Der operative Start des lang erwarteten Cybercab-Dienstes in Austin hat Tesla an der Börse keinen Rückenwind beschert. Stattdessen sieht sich das Unternehmen mit einer formellen Untersuchung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA konfrontiert. Anleger reagierten verunsichert auf die Nachricht, dass die Behörde die Sicherheit der Fahrzeuge ohne herkömmliche Bedienelemente prüft.
NHTSA hinterfragt fehlende Bedienelemente
Die US-Behörde NHTSA leitete ein Audit für rund 1.000 Cybercabs ein, unmittelbar nachdem Tesla den Dienst am Donnerstag in Texas aufgenommen hatte. Im Zentrum der Untersuchung steht die Selbstzertifizierung der Fahrzeuge, die weder über ein Lenkrad noch über Pedale oder Seitenspiegel verfügen.
Während Tesla auf die Sicherheit seiner autonomen Software vertraut, betonen Experten, dass das Unternehmen bisher keine offizielle Ausnahmegenehmigung für das Abweichen von geltenden Sicherheitsstandards beantragt hat.
Die Prüfung durch die Behörde belastet die Stimmung der Marktteilnehmer. Am Freitag quittierten Investoren die regulatorischen Hürden und die Nachricht über das Audit mit einem Kursabschlag von fast sechs Prozent im US-Handel.
Der aktuelle Kurs von 303,70 € liegt damit weiterhin 2,2 % unter dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage. Auch die Bilanz für das laufende Jahr bleibt mit einem Minus von 23 % seit Jahresbeginn deutlich im negativen Bereich.
Analysten reagieren mit Skepsis auf Detailmangel
Neben dem regulatorischen Druck sorgte die Informationspolitik von Tesla für Kritik bei großen Investmentbanken. Analysten von Häusern wie JP Morgan bemängelten nach der Präsentation in Austin, dass konkrete Zeitpläne und Details zum Umfang des geplanten Dienstes fehlten. Der Experte Gary Black bezeichnete den Start des Projekts sogar als weitgehenden Reinfall für die Erwartungen der Wall Street.
Ein differenzierteres Bild zeichnete Goldman Sachs. Die Analysten sehen zwar erhebliche Kostenvorteile: Bei Produktionskosten zwischen 20.000 und 30.000 US-Dollar pro Fahrzeug könnte das Cybercab einen Preisvorteil von bis zu 0,30 US-Dollar pro Meile gegenüber der Konkurrenz erzielen.
Dennoch beließ Goldman Sachs die Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 360 US-Dollar, da die regulatorischen Risiken und die Umsetzbarkeit des Geschäftsmodells kurzfristig überwiegen.
Ambitionierte Kostenziele im Wettbewerbsumfeld
Elon Musk skizzierte für den Dienst ein Modell, das an eine Mischung aus Uber und Airbnb erinnert. Private Besitzer sollen ihre Fahrzeuge per App in eine Flotte integrieren können, um Einnahmen zu generieren. Technisch setzt Tesla dabei konsequent auf ein kamerabasiertes System ohne die teure Lidar-Sensorik, die von Wettbewerbern genutzt wird. Ziel ist es, die Betriebskosten auf etwa 0,20 US-Dollar pro Meile zu drücken.
Der Wettbewerbsdruck im Bereich der Robotaxis nimmt unterdessen zu. Während Tesla in Texas zunächst 45 registrierte Cybercabs im Einsatz hat, betreibt der Konkurrent Waymo bereits mehrere tausend Fahrzeuge in 14 verschiedenen US-Städten.
Für Tesla geht es in den kommenden Monaten darum, nicht nur die technische Zuverlässigkeit der fahrerlosen Flotte zu beweisen, sondern vor allem die US-Behörden von der Einhaltung der nationalen Sicherheitsvorschriften zu überzeugen.
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