Tesla Aktie: NHTSA prüft 1,2 Millionen Fahrzeuge

Tesla-Chef weist Abspaltungsgerüchte zurück, während die US-Verkehrsaufsicht 1,2 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Aufhängungsdefekte untersucht. Analysten sehen trotz Kursrutsch Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Musk nennt Berichte über China-Verkauf erfunden
  • NHTSA startet Prüfung von 1,2 Millionen Autos
  • Shanghai-Werk liefert über die Hälfte der Fahrzeuge
  • Morningstar sieht Aktie mit 450 Dollar unterbewertet

Elon Musk hat Berichte über eine mögliche Abspaltung des China-Geschäfts von Tesla scharf dementiert. Das Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, der Elektroautobauer erwäge den Verkauf, eine Ausgliederung oder die Schließung seiner Aktivitäten in der Volksrepublik. Damit sollten laut dem Bericht regulatorische Hürden für eine mögliche Fusion mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX aus dem Weg geräumt werden. Musk bezeichnete diese Informationen als „absurdly fake news“ und betonte, dass ein solches Thema niemals Gegenstand von Diskussionen gewesen sei.

Strategische Bedeutung des Standorts Shanghai

Hintergrund der Spekulationen ist die Rolle von SpaceX als bedeutender Auftragnehmer des US-Verteidigungsministeriums. Enge Verflechtungen mit China gelten in diesem Bereich als sicherheitspolitisches Hindernis. SpaceX verfolgt bereits eine Strategie, die Lieferketten außerhalb von China und Taiwan ansiedelt. Eine Trennung von Tesla China würde diesen Bestrebungen folgen. Dennoch ist die Abhängigkeit Teslas von der Volksrepublik massiv: Die Gigafactory in Shanghai ist das wichtigste Werk des Konzerns und deckte zuletzt mehr als 50 Prozent der weltweiten Fahrzeugauslieferungen ab.

Allein im ersten Halbjahr 2026 steuerte der chinesische Markt rund 18 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Fabrik dient zudem als zentrales Export-Hub für Märkte in Europa, Kanada und dem asiatisch-pazifischen Raum. Laut Medienberichten sind mehr als 95 Prozent der in Shanghai verbauten Komponenten lokaler Herkunft, wobei Tesla von über 400 Zulieferern vor Ort unterstützt wird. Analysten bewerten eine mögliche Trennung daher als äußerst komplexes Unterfangen, das zudem die Zustimmung der chinesischen Regulierungsbehörden erfordern würde.

US-Verkehrsaufsicht prüft 1,2 Millionen Fahrzeuge

Parallel zu den Fusionsgerüchten rückte die Sicherheit der Fahrzeuge in den Fokus. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA leitete am Freitag eine vorläufige Untersuchung ein, die etwa 1,2 Millionen Fahrzeuge der Typen Model 3 (Baujahre 2018 bis 2020) und Model Y (2021 bis 2023) betrifft. Anlass sind 156 Beschwerden über mögliche Defekte an der Aufhängung, konkret geht es um die Ablösung des vorderen unteren Querlenkers.

Obwohl bisher keine Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit diesem Problem gemeldet wurden, warnt die Behörde vor einem möglichen Kontrollverlust über die Lenkung. Tesla hatte bereits im Jahr 2021 Rückrufe wegen ähnlicher Probleme an der Aufhängung durchgeführt. Die aktuelle Prüfung soll klären, ob der Umfang bisheriger Maßnahmen ausreicht oder weitere Schritte notwendig sind.

Analysten sehen Potenzial trotz Kursdrucks

An der Börse geriet der Wert zuletzt unter Druck und markierte am Mittwoch bei 259,75 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Gestern schloss das Papier bei 270,00 Euro. Trotz der jüngsten Volatilität halten Analysten an optimistischen Einschätzungen fest. Die Experten von Morningstar bestätigten ein Fair-Value-Ziel von 450 US-Dollar und verwiesen auf die langfristigen Chancen durch das Robotaxi-Projekt, den humanoiden Roboter Optimus und Fortschritte beim autonomen Fahren.

Das aktuelle Kursniveau liegt mit 20,51 Prozent deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 339,67 Euro. Auch im langfristigen Vergleich zeigt sich die Korrektur: Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 424,10 Euro beläuft sich derzeit auf minus 36,34 Prozent. Während Morningstar die Aktie aufgrund des Kursrückgangs als unterbewertet einstuft, bleibt die Unsicherheit bezüglich der weiteren regulatorischen Entwicklung in den USA und China bestehen. Anleger beobachten zudem gespannt die weitere Entwicklung bei SpaceX, das nach einem Börsengang im Juni mit rund 75 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.

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