Tesla Aktie: Robotaxi-Genehmigung für zehn Fahrzeuge

Tesla beendet den langen Schweden-Streik, startet Robotaxi-Pilotprojekt in Nevada und verzeichnet trotz Gewinnrückgang ein starkes FSD-Abonnementwachstum.

Die Kernpunkte:
  • IF Metall beendet Streik am 19. August
  • Robotaxi-Pilotprojekt am Las Vegas Strip genehmigt
  • FSD-Abonnements steigen um 56 Prozent
  • Aktienkurs fällt seit Jahresbeginn um 25 Prozent

Der US-Elektroautobauer Tesla steht vor einem bedeutenden operativen Wendepunkt in Europa und treibt gleichzeitig seine Ambitionen im Bereich des autonomen Fahrens voran. Während in Schweden ein fast dreijähriger Arbeitskampf sein Ende findet, hat das Unternehmen in den USA wichtige regulatorische Hürden für seine Robotaxi-Flotte genommen. Zudem verdichten sich die Hinweise auf eine baldige Präsentation neuer Fahrzeug-Technologien.

Gewerkschaftskonflikt beigelegt und Fortschritte beim autonomen Fahren

Wie die Nachrichtenagentur Reuters und die Associated Press am Donnerstag berichteten, wird die schwedische Gewerkschaft IF Metall ihren seit fast drei Jahren andauernden Streik gegen Tesla am kommenden Mittwoch, den 19. August, offiziell beenden. Damit endet einer der längsten Arbeitskämpfe in der Geschichte des Unternehmens, ohne dass Tesla einen Kollektivvertrag unterzeichnet hat. Medienberichten zufolge soll das Unternehmen die verbliebenen streikenden Mitglieder durch Abfindungen oder Auskäufe zum Rückzug bewegt haben.

Parallel dazu verzeichnet Tesla regulatorische Erfolge bei seiner Expansionsstrategie für autonomes Fahren. Die Nevada Transportation Authority (NTA) hat der Tesla Robotaxi, LLC die Genehmigung für ein kommerzielles Pilotprojekt erteilt. Dieses umfasst den Betrieb von bis zu zehn vollständig autonomen Fahrzeugen innerhalb eines festgelegten Korridors am Las Vegas Strip.

Zeitgleich schreitet die technologische Basis voran: Das Software-Update 2026.21.6 wird derzeit breit ausgerollt. Es liefert eine vereinheitlichte Version der „Full Self-Driving“ (FSD) Software, wobei für Fahrzeuge mit der neuesten KI-Hardware (AI4) die Version 14.3.7 und für ältere Hardware-Generationen eine Lite-Version bereitgestellt wird.

Finanzielle Herausforderungen trotz Nutzerwachstums

Die jüngsten Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 verdeutlichen ein gemischtes Bild zwischen Wachstum und Rentabilität. Tesla konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 28,24 Milliarden US-Dollar steigern.

Dennoch enttäuschte das Unternehmen beim Ergebnis je Aktie: Mit einem bereinigten Gewinn (Non-GAAP EPS) von 0,33 US-Dollar blieb Tesla deutlich hinter den Markterwartungen zurück, die im Konsens bei 0,54 US-Dollar gelegen hatten.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Cashflow-Entwicklung und den massiven Investitionen in die Zukunft. Der freie Cashflow rutschte im abgelaufenen Quartal mit 1,09 Milliarden US-Dollar ins Negative. Gleichzeitig kündigte das Management an, die Investitionsausgaben für das Gesamtjahr 2026 auf über 25 Milliarden US-Dollar zu erhöhen.

Dieses Kapital soll primär in den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz und Robotik fließen. Ein Lichtblick ist die Monetarisierung der Software: Die Zahl der aktiven FSD-Abonnements stieg bis Ende des zweiten Quartals weltweit auf 1,48 Millionen, was einem Zuwachs von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Analystenstimmen und Marktpositionierung

Gestern verdichteten sich zudem Berichte, wonach Tesla bereits Ende August eine neu gestaltete Version des Roadsters vorstellen könnte. Diese Präsentation soll angeblich eine Demonstration von Kaltgas-Triebwerken beinhalten, die in Zusammenarbeit mit SpaceX entwickelt wurden. Analysten bewerten die aktuelle Lage jedoch differenziert.

Andrew Percoco von Morgan Stanley bekräftigte am Dienstag seine Einschätzung „Equal Weight“ mit einem Kursziel von 415,00 US-Dollar. Zwar bleibe die langfristige KI-These intakt, doch müsse Tesla nun messbare Fortschritte bei der Auslastung von Robotaxis und dem humanoiden Roboter Optimus vorweisen.

Die Experten von Roth Capital zeigten sich am Montag optimistischer und stuften die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch, bei einem Kursziel von 420,00 US-Dollar. Sie verwiesen dabei auf das hohe Interesse der Privatanleger und das Potenzial zur weiteren FSD-Monetarisierung.

An der Börse schloss das Papier am Freitag bei 295,90 Euro, was einem leichten Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Dennoch spiegelt die Notierung die bisherige Jahresschwäche wider; seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert einen Rückgang von 25 Prozent.

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