Tesla Aktie: Überraschend zäh?
Tesla verfehlt Auslieferungsziele und wird von BYD als weltgrößter E-Auto-Hersteller überholt. Die hohe Bewertung hängt zunehmend an Robotaxi- und KI-Versprechen.

- Auslieferungen im Q4 2025 unter den Markterwartungen
- BYD überholt Tesla bei weltweiten E-Auto-Verkäufen
- Hohe Bewertung trotz rückläufiger Fahrzeugverkäufe
- Management erwartet mehrere schwierige Quartale
Tesla startet holprig ins Jahr 2026. Schwächere Auslieferungszahlen, ein neuer globaler Spitzenreiter bei E-Autos und wachsende Zweifel am Kerngeschäft setzen den Titel spürbar unter Druck. Gleichzeitig ist die Bewertung weiter extrem hoch und hängt mehr denn je an Zukunftsversprechen wie Robotaxis und humanoiden Robotern. Wie groß wird die Lücke zwischen Anspruch und Realität?
Auslieferungen unter Erwartungen
Mit den am 2. Januar veröffentlichten Zahlen zu Produktion und Auslieferungen für das vierte Quartal 2025 hat Tesla die Markterwartungen verfehlt. Der Konzern lieferte im Schlussquartal 418.227 Fahrzeuge aus, bei einer Produktion von 434.358 Einheiten.
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Im Detail entfielen auf die Volumenmodelle 3 und Y 406.585 Auslieferungen, andere Modelle kamen zusammen nur auf 11.642 Fahrzeuge. Damit setzt sich ein klar negativer Trend fort: Die weltweiten Fahrzeugverkäufe sind inzwischen zwei Jahre in Folge zurückgegangen.
Einziger Lichtblick im Zahlenwerk ist das Energiegschäft. Tesla meldete im vierten Quartal einen Rekord bei Energiespeichern mit 14,2 GWh neu installierter Kapazität, auf Jahressicht summierte sich dieser Bereich auf 46,7 GWh. Der Konzern versucht damit, sich breiter aufzustellen – doch für die Bewertung dominiert weiterhin das Automobilgeschäft.
BYD überholt Tesla
Besonders schwer wiegt für die Wahrnehmung an der Börse, dass der chinesische Konkurrent BYD Tesla 2025 bei den weltweiten Verkäufen reiner Elektrofahrzeuge überholt hat. BYD beansprucht damit erstmals den Titel als größter Hersteller von reinen E-Autos weltweit – ein symbolischer Einschnitt für einen Konzern, der lange als unangefochtener Taktgeber der Branche galt.
Gleichzeitig bleibt die Börsenbewertung von Tesla extrem ambitioniert. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,48 Billionen US-Dollar, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 308. Zum Vergleich: Der Börsenwert ist damit rund elfmal so hoch wie der von Ford und General Motors zusammen (etwa 53 bzw. 80 Milliarden US-Dollar). Dieses Premium basiert immer weniger auf der aktuellen Ertragskraft im Autogeschäft und immer stärker auf Erwartungen an künftige Technologien.
Bewertungsrisiko und operative Baustellen
Die Diskrepanz zwischen rückläufigen Fahrzeugverkäufen und sehr hoher Bewertung rückt das Unternehmen stärker in den Fokus von Analysten. Wedbush-Analyst Dan Ives bleibt zwar positiv gestimmt und verweist auf die Erwartung eines beschleunigten Robotaxi-Starts in den USA sowie den geplanten Volumenhochlauf der sogenannten „Cybercabs“ im April/Mai.
Tesla-Chef Elon Musk dämpft zugleich die Erwartungen: Er spricht offen von mehreren „harten Quartalen“ bis zur Mitte des Jahres 2026. Der Konzern kämpft mit einer ganzen Reihe von Gegenwinden:
- Ein in die Jahre gekommenes Fahrzeugportfolio
- Rückläufige Verkäufe und sinkende Margen
- Zunehmende Klagen rund um die Full-Self-Driving-Technologie
- Bruttomarge, die auf 17,01 % zusammengeschrumpft ist
Diese Kombination verschärft das Risiko, dass die aktuelle Bewertung längerfristig nicht durch das operative Geschäft gedeckt ist, sollte der technologische Wandel langsamer verlaufen als erhofft.
2026 als Umbaujahr – mit neuen Risiken
Am 28. Januar legt Tesla die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Im Mittelpunkt stehen dürfte weniger das vergangene Jahr als der Ausblick: Das Management will den Konzern stärker in Richtung KI, Robotik und autonomes Fahren ausrichten.
Gleichzeitig tauchen neue Problemfelder auf. Die Gigafactory in Berlin wird zunehmend kritisch gesehen. Berichte stellen die langfristige Tragfähigkeit des Standorts wegen Produktionsschwierigkeiten infrage. Hinzu kommt, dass im Markt für humanoide Roboter offenbar vor allem chinesische Anbieter bei Stückzahlen und Preisen die Nase vorn haben und damit auch US-Konzerne wie Tesla und Nvidia unter Druck setzen.
Technisches Bild und aktuelle Bewertungslage
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit klar wider. Die Tesla-Aktie hat in den vergangenen Tagen mehrere Verlustsitzungen in Folge verzeichnet und damit einen kurzfristigen Abwärtstrend ausgebildet. Auf Wochensicht steht lediglich ein leichtes Plus von 1,58 %, während der Kurs in den vergangenen 30 Tagen um mehr als 15 % zugelegt hat und damit deutlich über den mittelfristigen Durchschnittslinien notiert.
Am Freitag schloss die Aktie bei 445,01 US-Dollar. Damit liegt sie rund 8 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 485,56 US-Dollar, aber weiterhin deutlich über dem 52‑Wochen-Tief vom April. Der 14-Tage-RSI von 73,7 signalisiert kurzfristig eine überkaufte Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 60 % das weiterhin hohe Schwankungsniveau unterstreicht.
Fazit: Zahlen und Strategie im Fokus
Mit nachlassender Dynamik im Kerngeschäft, wachsendem Druck durch BYD und einer Bewertung, die stark von künftigen Technologieerfolgen abhängt, wird 2026 für Tesla zum entscheidenden Umbaujahr. Der Kapitalmarkt wird vor allem darauf achten, ob das Management am 28. Januar einen glaubwürdigen Pfad aufzeigt, wie die Schwäche im klassischen Autogeschäft durch neue Ertragsquellen in KI, Robotaxis und Robotik zumindest mittelfristig kompensiert werden kann.
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