Tesla Aktie: Wer zahlt die Fusionsprämie?
Barclays erhöht Teslas Kursziel auf 450 Dollar; mögliche Fusionskonditionen und die Verteilung des Aufschlags sind noch ungeklärt.

- Barclays hebt Tesla auf Overweight
- Kursziel steigt auf 450 Dollar
- Sonderausschüsse prüfen mögliche Fusion
- Tesla-Aktionäre würden SpaceX-Anteile erhalten
Die Debatte um eine Verschmelzung mit SpaceX treibt die Tesla-Aktie nach oben. Barclays hebt die Papiere auf „Overweight“ und das Kursziel von 370 auf 450 Dollar. Die Aktie legt zeitweise knapp sechs Prozent auf rund 394 Dollar zu. Entscheidend ist eine Frage, die bislang offen bleibt: Wer trägt am Ende den Aufschlag?
Barclays sieht Bewertungsaufschlag
Analyst Dan Levy nennt die mögliche Fusion das Gesprächsthema Nummer eins. Elon Musk habe die Überlegung auf den Telefonkonferenzen nach den Quartalszahlen beider Unternehmen klar bestätigt. Aus Levys Sicht würde ein deutlicher Bewertungsaufschlag für Tesla folgen. Er hält SpaceX für den wahrscheinlicheren Käufer und eine Ankündigung noch vor der Hauptversammlung am 3. Dezember für möglich.
Die Story trage aber auch ohne Fusion, so Levy: Das Kerngeschäft laufe rund, und das Robotaxi-Geschäft komme in Gang. Zudem hat Tesla nach eigener Aussage die Produktion des humanoiden Roboters Optimus in Fremont begonnen, derzeit noch in einer frühen Hochlaufphase.
Die Prämie bleibt Verhandlungssache
Beide Konzerne lassen die Fusion von unabhängigen Sonderausschüssen prüfen. Musk, größter Einzelaktionär auf beiden Seiten, sitzt bei den Verhandlungen nicht mit am Tisch. Die Spanne der Erwartungen ist breit:
- Gary Black erwartet einen Aktientausch bei 420 Dollar je Tesla-Aktie.
- RBC-Analyst Tom Narayan hält 20 bis 30 Prozent Aufschlag für möglich und setzt das Kursziel auf 500 Dollar.
- JPMorgan rechnet mit 30 bis 35 Prozent Aufschlag, belässt das Kursziel aber bei 415 Dollar.
- Michael Monaghan von Founder ETFs erwartet keinen nennenswerten Aufschlag, weil viele Anleger ohnehin an beiden Firmen beteiligt sind.
Ein höherer Preis geht zulasten der SpaceX-Aktionäre, allen voran Musk. Dafür würde er seinen Stimmanteil im gemeinsamen Konzern ausbauen. Tesla-Aktionäre würden zudem keine Dollar erhalten, sondern SpaceX-Aktien. Die Fusion braucht die Zustimmung der Mehrheit aller Tesla-Aktien, wer nicht abstimmt, zählt praktisch als Nein. Das spricht für ein attraktives Angebot.
Charttechnik an der Schwelle
Vor dem Handelsstart notierte die Aktie bei rund 380 Dollar und drückte gegen die fallende Trendlinie seit dem Mai-Hoch, die bei etwa 383 Dollar verläuft. Knapp darüber liegt die 200-Tage-Linie bei 386 Dollar. Ein Schlusskurs darüber würde den Abwärtstrend seit Mai brechen. Nach unten stützt der Aufwärtstrend seit Ende Juli bei rund 362 Dollar. Fällt der Kurs darunter, wäre auch dieser Trend gebrochen.
Die nächste feste Marke ist die Hauptversammlung am 3. Dezember. Bis dahin könnten die Sonderausschüsse Konditionen vorlegen.
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