Tesla Aktie: Woche der Entscheidung
Tesla erhält eine positive Analysteneinstufung für Robotaxis, muss aber gleichzeitig kritische Sicherheitsdaten an US-Behörden liefern. Die Frist am 9. März ist entscheidend für die regulatorische Zukunft.

- Bank of America stuft Tesla auf 'Buy' mit Kursziel 460$
- Robotaxis machen laut Analyse 52% der Bewertung aus
- NHTSA fordert Unfalldaten bis zum 9. März
- Analystenmeinungen zu Tesla bleiben stark gespalten
Tesla bekommt dieser Tage gleich zwei sehr unterschiedliche Signale: Auf der einen Seite stuft die Bank of America den Titel wieder mit „Buy“ ein und malt ein ambitioniertes Zukunftsbild rund um autonomes Fahren. Auf der anderen Seite rückt eine wichtige Frist der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA näher – und damit genau der Bereich, auf den Tesla strategisch setzt. Was wie ein normaler Analystenkommentar aussieht, wird dadurch plötzlich zur Bewährungsprobe.
Bank of America setzt auf „Auto 2.0“
Die Bank of America nimmt die Beobachtung von Tesla wieder auf und begründet das positive Votum vor allem mit den Fortschritten beim autonomen Fahren und den Perspektiven für Robotaxi-Dienste. Analyst Alexander Perry nennt ein Kursziel von 460 US-Dollar, was aus Sicht der Bank ein spürbares Aufwärtspotenzial bedeuten würde.
Im Kern setzt die Argumentation auf Teslas Kamera-Ansatz beim autonomen Fahren. Der sei zwar technisch anspruchsvoller, aber deutlich günstiger als die in der Branche verbreiteten Multi-Sensor-Systeme. Das könnte sich laut Bank of America auszahlen, weil Tesla damit – gestützt durch Daten aus der bestehenden Fahrzeugflotte – profitabler skalieren könne als Robotaxi-Konkurrenten.
Bemerkenswert: Die Bank schätzt, dass Robotaxis bereits rund 52% der Tesla-Bewertung ausmachen. Zusätzlich bewertet sie das Energiegeschäft mit 90 Milliarden US-Dollar und die Optimus-Sparte (humanoide Roboter) mit mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Beim FSD-System („Full Self-Driving“) spricht die Bank von der führenden Consumer-Lösung und verweist auf 1,1 Millionen Abonnements, die mit steigenden Autonomiegraden weiter zulegen könnten.
NHTSA-Frist am 9. März erhöht den Druck
Genau hier liegt aber auch die Sollbruchstelle der Story. Tesla muss der NHTSA bis spätestens 9. März zentrale Unfall- und Telemetriedaten im Zusammenhang mit möglichen Verkehrsverstößen unter FSD liefern. Es ist bereits die zweite Fristverlängerung – ursprünglich lag die Deadline Mitte Januar.
Auslöser ist eine Untersuchung, die nach Angaben der Behörde zunächst 58 Vorfälle mit FSD-Bezug umfasste, später aber auf 80 ausgeweitet wurde. Die Prüfung betrifft rund 2,88 Millionen Fahrzeuge. Genannt werden dabei unter anderem Unfälle, bei denen Fahrzeuge bei Rot über Kreuzungen fuhren oder in Gegenverkehr gerieten.
Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommen die Robotaxis: Laut gegenüber Sicherheitsbehörden offengelegten Daten gab es seit Start des Dienstes in Austin im Juni 2025 insgesamt 14 Unfälle. Die fünf jüngsten Fälle aus Dezember und Januar sollen ohne Verletzte verlaufen sein, aber mit Sachschäden. Zwei weitere Vorfälle im Juli und Oktober führten demnach zu leichten Verletzungen.
Entscheidend ist nun die Qualität der Einreichung: Gefordert sind unter anderem Videos, CAN-Bus-Logs und Daten aus dem Event Data Recorder zu Vorfällen mit neueren FSD-Versionen. Eine problematische oder unvollständige Lieferung könnte Strafen, Rückrufe oder Verzögerungen bei der Einführung von unbeaufsichtigtem FSD und beim Robotaxi-Rollout nach sich ziehen.
Uneinheitliche Analysten – und ein nervöser Markt
Während die Bank of America klar Position bezieht, bleibt die Analystenlandschaft insgesamt gespalten. Genannt werden unter anderem Barclays mit „Neutral“ sowie BNP Paribas mit einer Sell-ähnlichen Einschätzung und einem Kursziel von 280 US-Dollar. Phillip Securities liegt bei 215 US-Dollar, JPMorgan nannte im Januar 145 US-Dollar.
In der Summe ist die Zustimmung dünner als bei vielen großen US-Aktien: „Buy“-Ratings liegen laut Artikel bei 44% und damit unter dem S&P-500-Durchschnitt von 55%. Als Belastungsfaktoren nennt der Text unter anderem zunehmenden Wettbewerb, nachlassende E-Auto-Verkäufe und ein schwächeres Sentiment bei einigen KI-nahen Aktien.
Am Aktienkurs zeigt sich der zähe Spagat: Mit 348,65 € notiert die Aktie heute leicht im Minus, seit Jahresbeginn steht sie aber noch mit -6,75% da – trotz kräftigem Plus auf Sicht von zwölf Monaten.
Im Kalender ist der entscheidende Punkt klar markiert: Spätestens am 9. März muss Tesla die geforderten Daten bei der NHTSA einreichen. Ein sauberer Ablauf könnte die regulatorische Unsicherheit spürbar reduzieren, ein holpriger Prozess dagegen dürfte die Diskussion über Tempo und Sicherheit von FSD und Robotaxis weiter anheizen.
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