Tesla bald ohne Elon Musk?

Die Hauptversammlung von Tesla dürfte heute Abend sehr turbulent werden. Vor allem aber für einen: Elon Musk.

Denn er muss sich heute nicht nur wegen der unendlichen Probleme bei der Modell 3-Produktion rechtfertigen, auch seine Zeit in der Führungsebene könnte vorbei sein. Denn einer der Tagesordnungspunkte heute Abend ist die Abstimmung über die Zusammensetzung des Board of Directors .

Die Diskussion wurde von Kleinanleger Jing Zhao angestoßen, der nur 12 Tesla-Aktien hält. Er befürchtet einen Interessenkonflikt von Musk als CEO und Tesla-Chairman. Zusätzlich betrachtet er auch Musks Engagement bei SolarCity und SpaceX kritisch.

Führungsebene schwer zu überwachen

Angesichts einer viel wettbewerbsintensiveren und sich schnell verändernden Technologie-Branche sei es immer schwerer, Teslas Führungsebene zu überwachen und besonders potenzielle Konflikte, die sich aus der Kombination der Positionen CEO und Chairman ergeben, zu minimieren. So hat Jing Zhao seinen Antrag begründete. Unterstützt wird er von einem aktivistischer Investor, der ebenfalls eine Kampagne gegen mehrere Mitglieder des Verwaltungsrates gestartet hat.

Eigens für die Wahl hat ein New Yorker Start-up eine App kreiert. Sie soll den Privataktionären die Abstimmung erleichtern. „Say“, so heißt die App, verlangt nur eine Registrierung und eine Verknüpfung mit dem Broker-Konto. Hiermit soll sichergestellt werden, dass der Nutzer auch tatsächlich Aktien von Tesla besitzt und auch abstimmungsberechtigt ist. Dann entscheidet der Aktionär mit einem einfachen Wisch nach links oder rechts, ob er für oder gegen die Beibehaltung der Doppelrolle von Elon Musk  stimmen will.

Gute Karten für Musk

Doch eigentlich ist ein Rausschmiss von Elon Musk recht unwahrscheinlich. Denn er selbst besitzt fast 22% der stimmberechtigten Anteile und kann sich auch auf die Unterstützung weiterer Großaktionäre verlassen, besonders aus den Reihen der Fondsmanager.

Auch der Tesla-Vorstand hält den Rausschmiss von Musks für unnötig. “Das Board ist der Ansicht, dass der bisherige Erfolg des Unternehmens nicht möglich gewesen wäre, wenn der Verwaltungsrat von einem anderen Direktor geleitet würde, dem das tägliche Engagement von Elon Musk im Geschäft der Gesellschaft fehlt. Angesichts der bedeutenden zukünftigen Wachstumschancen und der sorgfältigen Ausführung, die für das Erreichen des Unternehmens erforderlich sind, ist der Verwaltungsrat der Ansicht, dass das Unternehmen immer noch am besten von Herrn Musk geführt wird, der weiterhin als Chairman fungiert.” Die Anleger dürfen also gespannt sein.

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