Tesla Motors: Nach Sell-off eine neue Chance?

Die letzten beiden Handelstage waren alles andere als angenehm für Tesla-Aktionäre. Denn eine gepfefferte Herabstufung eines Analysten führte dazu, dass der Kurs des Elektroauto-Herstellers unter die Räder kam. Damit brach eine bislang nahezu makellose Rallye in sich zusammen. Nun steht entsprechend die Frage auf dem Zettel: Ausrutscher oder Warnsignal für weitere Korrekturen?

 

© Tesla Motors
© Tesla Motors

Das Kurs-Debakel hat einen Namen: Brad Erickson. Der Analyst vom hierzulande eher unbekannten US-Brokerhaus Pacific Crest Securities stufte die Aktie von Tesla von bislang Übergewichten auf Sektorgewichten herab. Was im Klartext bedeutet, dass sich die Performance von Tesla in den nächsten 12 Monaten nicht wesentlich besser als die Wettbewerber entwickeln sollte.

 

Wachstumschancen von Tesla bereits im Kurs enthalten?

Zwar erklärte Erickson, dass er Tesla weiterhin für eine der innovativsten Investment-Stories in der Automobilbranche hält. Doch aktuell seien die ganzen positiven Ansätze, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten geliefert hat, bereits weitestgehend im Kurs antizipiert. Dazu zählen Wachstumsaussichten für das Modell X sowie den Batteriebereich sowie die gestiegenen Absatzzahlen.

Gleichzeitig glaubt der Analyst, dass die höheren Batterieumsätze nur einen Teil von erwarteten Rückgängen im Leasing-Geschäft kompensieren können. Trotzdem glaubt er grundsätzlich daran, dass sich die Aktie generell positiv entwickeln wird, halt nur nicht mehr so dynamisch. Sein aktuelles Kursziel liegt dabei bei 293 Dollar.

Mit dazu beigetragen, dass Tesla zuletzt so schwach abschnitt, hatte auch ein Deutsche-Bank-Analyst. Dieser meinte ebenfalls, dass die jüngsten Kursavancen die neuen Wachstumsperspektiven im Batteriebereich, die sich insbesondere auf den Einsatz von stationären Batterien, in Wohnungen, Unternehmen und bei Versorgern beziehen, bereits eingepreist seien. Allerdings hob er sein Kursziel deutlich an, was aber nicht wunderte, da dieses bislang nur bei 245 Dollar lag. Jetzt sind es wenigstens 280 Dollar.

 

Nach Sell-off wichtige Charttechnik-Verteidigung

Trotz dieser negativen bis verhaltenen Analystenstimmen hat die Aktie von Tesla gestern einen ganz wichtigen charttechnischen Test absolviert. Denn es gelang der Aktie, die 38-Tage-Linie als wichtige Trading-Unterstützung zu verteidigen. Was heute gleich mit einem Plus belohnt wird. Dennoch:

Nach über 50% Kursgewinn in nur 3 Monaten braucht die Aktie eine Atempause. Zumal die Aktie selbst mit einem 2016er KGV von über 74 überirdisch hoch bewertet erscheint. Unter diesen Aspekten dürften die nächsten Tage wohl eher unter den Vorzeichen einer Stabilisierung stehen.

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Eine nachhaltige Richtungsentscheidung sollte es erst nah der Bekanntgabe der nächsten Quartalszahlen geben, die für den 30. Juli avisiert sind. Unter Trading-Aspekten kann auf einen kleinen Rebound spekuliert werden, dies aber nach unten eng abgesichert. Wer mehr Klarheit haben will, wartet erst auf die Zahlen.

 

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