Tesla: Verluste setzen sich fort, Aktie weiter stabil

Der amerikanische Elektrofahrzeughersteller Tesla gab gestern Abend nach Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal bekannt. Danach musste der Konzern ein weiteres Abrutschen in die roten Zahlen verkünden.

© Tesla
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Allein dieser Umstand würde reichen, um ein Unternehmen in Schwierigkeiten zu bringen. Nicht so bei Tesla. Trotz der Tatsache, dass der Konzern damit das 13. Quartal in Folge rote Zahlen vorwies, reagierten die Investoren erstaunlich gelassen.

Tesla hinkt den Zielen hinterher

Die Aktie des Konzerns geriet nicht in Turbulenzen, die Anleger honorieren hier vielmehr, dass die Nachfrage nach den Fahrzeugen weiter auf einem hohen Niveau liegt. Da verzieh man dann eben, dass nicht nur die Zahl der Auslieferungen mit 14.402 Fahrzeugen unter der eigenen Prognose von 17.000 Fahrzeugen lag, sondern auch unter dem Strich ein Verlust von 293 Mio. Dollar verbucht werden musste. Damit lag Tesla fast doppelt so hoch wie Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Einzig der Umsatz konnte um ein Drittel auf 1,27 Mrd. Dollar erhöht werden. Hier lagen die Analystenerwartungen im Vorfeld bei 1,63 Mrd. Dollar und damit auch deutlich über dem, was Tesla vorweisen konnte.

Nach Angaben von Konzernchef Elon Musk lag die Zahl der produzierten Fahrzeuge zum Ende des zweiten Quartals bei „annähernd“ 2.000 pro Woche. Schwierigkeiten bei der Produktion, welche beim Model X verzeichnet wurden, gab es anscheinend beim neuen Model 3 bisher nicht.

Die Ziele bleiben hoch gesteckt

Das neue Model 3 soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Der Preis soll bei 35.000 Dollar liegen. Tesla will damit sozusagen zum Massenhersteller aufsteigen und die Produktion bis zum Jahresende auf 2.400 Fahrzeuge pro Woche steigern. Für das Jahr 2018 will der Konzern eine halbe Million Fahrzeuge produzieren.

Expansionspläne stoßen auf Missmut

Überhaupt scheint Elon Musk mit seinen Aussagen die Anleger in seinen Bann zu ziehen. Zwar geriet er kürzlich in Kritik aufgrund der geplanten Übernahme der Solarfirma Solarcity, welche Tesla zu einem Preis von 2,6 Mrd. Dollar kaufen will.

Dieser geplante Deal sorgte für Unmut. Zum einen schreibt Solarcity Verluste und sitzt auf einem Berg von Schulden in Höhe von 3,2 Mrd. Dollar. Zum anderen ist Musk auch in diesem Unternehmen der größte Einzelaktionär, so dass man im Markt von Vetternwirtschaft sprach.

Der Konzernchef verteidigte jedoch seine Pläne und versprach nach der Zusammenlegung beider Unternehmen bereits Kosteneinsparungen in Höhe von 150 Mio. Dollar im ersten Jahr. Die Solaranlagen von Solarcity sollen in die eigene Energiesparte des Fahrzeugherstellers eingegliedert werden.

Zugleich wurde letzte Woche in Nevada die „Gigafactory“ eingeweiht. Eine große Batteriefabrik, mit deren Batterien die Elektrofahrzeuge von Tesla betrieben werden sollen.

Aktie verharrt unter wichtiger Marke

Nachbörslich drehte die Aktie von Tesla leicht ins Plus. Insgesamt verzeichneten die Papiere jedoch keine nennenswerten Bewegungen. Damit liegt der Wert nach wie vor unter der wichtigen Marke bei 230 Dollar, welcher durchbrochen werden müsste, um wieder Luft nach oben zu haben.

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