The Platform Group Aktie: 32-Prozent-Crash am 12. Juni

Nach einem Kursverlust von 32 Prozent kauft der Vorstandschef Aktien und geht juristisch gegen Medienberichte vor.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz um 32 Prozent an einem Tag
  • Vorstandschef kauft Aktien während des Absturzes
  • Unternehmen reicht Klage gegen manager magazin ein
  • Operative Zahlen zeigen Wachstum trotz Kursverfall

Ein Kurssturz von 32 Prozent an einem einzigen Tag. Ein Vorstandschef, der genau an diesem Tag Aktien kauft. Und ein Medienstreit, der vor Gericht landet. Bei The Platform Group überschlagen sich die Ereignisse.

Neue Klage gegen das manager magazin

Das manager magazin veröffentlichte am 12. Juni 2026 einen Beitrag unter der Überschrift „Banken wollen ihr Geld von The Platform Group zurück“. Die vom Unternehmen mandatierte Kanzlei LHR erklärte daraufhin, die Veröffentlichung enthalte unzutreffende Darstellungen — zu angeblichen Steuerschulden, Bankverbindungen, Kreditverhältnissen und Vorgängen bei einzelnen Töchtern.

LHR will per gerichtlichem Eilverfahren die weitere Verbreitung beanstandeter Aussagen stoppen. Parallel bereiten Unternehmen und Vorstandschef Dr. Dominik Benner eine Hauptsacheklage vor. Sie soll auch frühere Veröffentlichungen und mögliche Schadensersatzansprüche umfassen.

Wichtig: Die Darstellung stammt ausschließlich von der Kanzlei der Unternehmensseite. Eine gerichtliche Bewertung des neuen Beitrags liegt noch nicht vor. In früheren Verfahren hatte die Unternehmensseite jedoch Erfolg: Das Oberlandesgericht Köln untersagte im Februar 2026 bestimmte Formen der Berichterstattung, das Landgericht Köln folgte im März mit einem weiteren Verbot.

Insiderkauf im freien Fall

Ebenfalls am 12. Juni kaufte Benner Aktien des eigenen Unternehmens — zu 1,88 Euro je Aktie, für knapp 19.050 Euro. Der Kauf fand außerhalb eines Handelsplatzes statt.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Der Kurs schloss am Freitag bei 1,55 Euro, nach einem Tagesverlust von 32 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von gut 41 Prozent. Der RSI liegt bei 24 — eine stark überverkaufte Zone. Allerdings ersetzt das kein wiederhergestelltes Vertrauen.

Der Kurs notiert weit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,88 Euro. Das 52-Wochen-Tief von 1,27 Euro, ebenfalls am 12. Juni markiert, bleibt die nächste Untergrenze.

Operative Zahlen gegen Kurswirklichkeit

Das operative Bild sieht anders aus als der Chart. Im ersten Quartal 2026 meldete The Platform Group ein Bruttowarenvolumen von 438,4 Millionen Euro und einen Umsatz von 243,1 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA lag bei 21,8 Millionen Euro. Die Jahresprognose bestätigte das Management.

Zwei Ebenen prallen aufeinander: Wachstumszahlen und Insiderkauf auf der einen Seite. Massiver Kursverlust, neue Medienvorwürfe und offene Vertrauensfragen auf der anderen.

Ob der juristische Gegenangriff und Benners Aktienkauf die Debatte zurück auf die Fundamentaldaten lenken können, zeigt sich spätestens in der kommenden Handelswoche — wenn der Markt wieder öffnet und entscheidet, ob 1,55 Euro Boden oder Durchgangsstation war.

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