The Platform Group Aktie: 5-Mio.-Rückkauf startet am 2. Juli

The Platform Group kämpft mit Kursverlusten und Kreditkündigungen. Die Hauptversammlung am 1. Juli wird zum Stimmungstest für das Management.

Die Kernpunkte:
  • Aktienkurs verliert 64 Prozent in 30 Tagen
  • Anleiherückkauf von bis zu fünf Millionen Euro
  • AEP-Übernahme bis Ende Juni in der Schwebe
  • Hauptversammlung am 1. Juli als wichtiger Termin

Die Platform Group steckt in einer Vertrauenskrise. Starke Wachstumszahlen treffen auf Kreditkündigungen, Betrugsvorwürfe und einen Aktienkurs, der in 30 Tagen rund 64 Prozent verloren hat. Am 1. Juli entscheidet sich, ob das Management die Kontrolle über die Narrative zurückgewinnt.

Anleiherückkauf als Vertrauenssignal — das der Markt ignoriert

Das Unternehmen will seine ausstehenden Nordic Bonds zurückkaufen. Volumen: bis zu 5,0 Millionen Euro. Das Programm startet am 2. Juli und läuft bis Jahresende, abgewickelt über die Börse Frankfurt und Tradegate.

Die Botschaft ist klar: Die Liquidität reicht. Marktbeobachter werten den Schritt als Versuch, Fremdkapitalgeber zu beruhigen — nachdem Berichte über Kreditkündigungen und Steuerverbindlichkeiten das Risikoprofil belastet hatten. An der Aktienbörse blieb die Wirkung aus. Der Kurs schloss am Freitag bei 1,25 Euro, knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,19 Euro.

AEP-Übernahme: Ende-Juni-Frist läuft ab

Das drängendste offene Thema ist die geplante Übernahme des Pharmagroßhändlers AEP. Im Januar 2026 hatte The Platform Group den Kauf bekannt gegeben — eine B2B-Plattform für mehrere Tausend Apotheken in Deutschland. Das Bundeskartellamt genehmigte den Deal bereits im März. Seitdem stockt die Finanzierungsstruktur.

Ende Juni läuft die selbst gesetzte Frist ab. Gelingt das Closing, will der Vorstand die Jahresprognose anheben. Bis dahin bleibt sie unverändert: GMV von 1,7 Milliarden Euro, bereinigtes EBITDA zwischen 70 und 80 Millionen Euro.

Hauptversammlung als erster Prüftermin

Am 1. Juli treffen sich die Aktionäre in Düsseldorf. Anmeldeschluss ist der 24. Juni. Auf der Tagesordnung stehen neben der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat die Schaffung neuen genehmigten und bedingten Kapitals sowie eine Ermächtigung für Wandel- und Optionsanleihen.

CEO Dominik Benner will außerdem die „Vision 2030″ präsentieren. Das Ziel: GMV von mindestens 4,5 Milliarden Euro und Umsatz von mindestens 3 Milliarden Euro bis 2030.

Die Aktionäre erwarten mehr als Strategie. Die LBBW hat ein Darlehen außerordentlich gekündigt und fordert rund 6,75 Millionen Euro zurück. Die Sparkasse Essen macht eine Forderung von etwa 5,1 Millionen Euro geltend. Hinzu kommt ein Rechtsstreit mit dem Manager Magazin — die Kanzlei LHR kündigte presserechtliche Schritte gegen Berichte an, die sie als unzutreffend bewertet.

mwb research hat Rating und Kursziel unter Überprüfung gestellt. Begründung: das gestiegene Risikoprofil bei Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten. Die Analysten räumen ein, dass die geprüften Jahresabschlüsse 2025 keine Belege für die Vorwürfe liefern.

Das operative Geschäft läuft unterdessen. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 51 Prozent auf 243 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA kletterte von 15,9 auf 21,8 Millionen Euro. Investoren bewerten diese Zahlen derzeit kaum — sie fokussieren sich auf die Bilanzrisiken.

Spätestens mit dem Halbjahresbericht am 20. August muss der Vorstand konkrete Fortschritte beim Schuldenabbau vorweisen. Ohne das bleibt die Lücke zwischen Geschäftszahlen und Börsenbewertung offen.

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