The Trade Desk Aktie: Analysten bremsen
Mehrere Analystenhäuser senken ihre Kursziele für The Trade Desk deutlich. Der Fokus liegt nun auf der Frage, ob das Wachstum ab 2025 wieder anziehen kann.

- UBS und Bank of America reduzieren Kursziele deutlich
- Aktie verlor rund 68 Prozent vom Jahreshöchst
- Managementwechsel und Wachstumsverlangsamung als Risiken
- Q4-Zahlen und Ausblick für 2026 entscheidend
Die Kursreise von The Trade Desk war in den vergangenen zwölf Monaten schmerzhaft: Vom einstigen Highflyer im Adtech-Sektor ist wenig übrig, der Titel liegt rund 68 % unter seinem 52‑Wochen-Hoch. Nun reagieren mehrere große Häuser mit teils deutlichen Zielsenkungen – trotz überwiegend unveränderter Ratings. Im Fokus steht dabei weniger die kurzfristige Erholung, sondern die Frage, ob das Wachstumstempo ab 2025 wieder anziehen kann.
Deutlich niedrigere Kursziele
Zu Wochenbeginn haben gleich zwei große Adressen ihre Modelle überarbeitet. Beide sehen The Trade Desk zwar weiter als relevanten Player im Werbetechnologie-Markt, dämpfen aber die Erwartungen.
- UBS senkt das Kursziel von 82 auf 50 US‑Dollar (minus 39 %) und bleibt dennoch bei „Buy“
- Bank of America reduziert von 49 auf 40 US‑Dollar und bestätigt „Underperform“
UBS-Analyst Stephen Ju begründet den Schritt mit einem vorsichtigeren Blick auf die Q4‑Zahlen werbefinanzierter Unternehmen. Nach einem schwachen Oktober im Zuge des Regierungsstillstands in den USA seien die Ausgaben zwar im November und Dezember zurückgekommen, die „Überraschungen nach oben“ fielen aus seiner Sicht aber schmaler aus. Die Empfehlung bleibt positiv, doch die Bewertungsfantasie wird klar zurückgenommen.
Bank of America gibt sich deutlich skeptischer. Das Haus rechnet zwar damit, dass Umsatz und bereinigtes EBITDA im vierten Quartal zumindest im Rahmen der eigenen Prognose liegen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen jedoch:
- eine Verlangsamung des Umsatzwachstums für 2025
- gleichzeitige Veränderungen im Management
- wachsende Wettbewerbsbedenken
BofA spricht von einer „show me“-Story: Erst wenn sich das Umsatzwachstum bis 2026 wieder beschleunigt, würde man die Aktie konstruktiver sehen.
Vorherige Abstriche bei den Zielen
Die jüngsten Anpassungen stehen in einer ganzen Serie von Zielkürzungen.
- Cantor Fitzgerald senkte am 8. Januar 2026 sein Kursziel von 52 auf 43 US‑Dollar und blieb bei „Neutral“.
- Guggenheim-Analyst Michael Morris reduzierte bereits am 5. Januar von 55 auf 50 US‑Dollar, hält aber an „Buy“ fest.
Morris verweist darauf, dass The Trade Desk inzwischen zu Bewertungsmultiplikatoren auf Umsatz- und OIBDA-Basis unterhalb vergleichbarer Unternehmen gehandelt wird. Aus seiner Sicht bietet das Chancen, falls der Konzern die derzeit erwarteten 16 % Umsatzwachstum für 2026 übertreffen kann.
Damit zeichnet sich ein gemeinsames Bild ab: Die Fantasie für aggressive Kursziele ist raus, doch einige Analysten sehen auf dem niedrigeren Bewertungsniveau weiterhin gutes Potenzial – allerdings klar abhängig von einer Wachstumsbeschleunigung.
Kursentwicklung: Tiefschlag mit Zwischenerholung
Die Aktie hat über die vergangenen zwölf Monate knapp 68 % an Wert verloren und notiert damit deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 118,90 US‑Dollar. Gleichzeitig liegt der Schlusskurs von gestern mit 36,82 US‑Dollar wieder spürbar über dem Zwölfmonatstief von 30,80 US‑Dollar.
Kurzfristig zeigt sich eine leichte Stabilisierung: Auf Wochensicht steht ein Plus von rund 4 %, und der Kurs liegt einige Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt. Von einer echten Trendwende zu sprechen, wäre angesichts des großen Abstands zur 200‑Tage-Linie aber verfrüht.
Managementwechsel als Unsicherheitsfaktor
Neben den Zahlen beschäftigt Anleger der Umbau an der Spitze. 2025 hat The Trade Desk mehrere Schlüsselpositionen neu besetzt:
- neuer Chief Operating Officer
- neuer Chief Financial Officer
- neuer Chief Revenue Officer, zuletzt Anders Mortensen im Oktober 2025
Solche Wechsel können frische Impulse bringen, sorgen kurzfristig aber oft auch für Fragezeichen bei der Ausrichtung. Marktbeobachter achten daher genau darauf, ob das neue Führungsteam in den kommenden Quartalen messbare operative Fortschritte liefern kann – insbesondere beim Wachstumstempo und der Profitabilität.
Q4-Zahlen und 2026-Ausblick im Fokus
Am 18. Februar 2026 legt The Trade Desk die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Die aktuellen Konsensschätzungen:
- Q4-Umsatz: rund 841 Mio. US‑Dollar (Management-Guidance: mindestens 840 Mio. US‑Dollar)
- Q4-EPS: 0,34 US‑Dollar (Vorjahr: 0,59 US‑Dollar)
Für das Gesamtjahr 2025 erwarten Analysten Erlöse von 2,89 Mrd. US‑Dollar, was einem Wachstum von gut 18 % entspricht. Für 2026 liegen die Prognosen bei 3,35 Mrd. US‑Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 2,08 US‑Dollar.
Besonders genau beobachtet werden dürfte das Management-Update zu zwei Themen:
- Kokai-Plattform: Der laufende Plattform-Übergang gilt als strategisch zentral. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen zeigen kann, dass Kokai Umsatzdynamik und Kundennutzen erhöht.
- Internationales Geschäft: Der Auslandsanteil liegt aktuell bei etwa 13 % des Gesamtumsatzes und wächst schneller als der Heimatmarkt. Hinweise, ob und wie dieser Anteil mittelfristig deutlich steigen soll, könnten ein wichtiger Baustein für das Wachstumsnarrativ sein.
Unterm Strich steht The Trade Desk vor einem entscheidenden Berichtstermin: Die Zahlen Mitte Februar und der Ausblick auf 2026 müssen belegen, dass der Mix aus neuem Management, Kokai-Einführung und internationalem Ausbau ausreicht, um das zuletzt gebremste Wachstum wieder zu beschleunigen und damit die skeptischeren Kursziele zu relativieren.
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