The Trade Desk Aktie: Analysten im Widerstreit

Die Aktie des Ad-Tech-Spezialisten notiert nahe dem Jahrestief nach zahlreichen Zielsenkungen. Eine überraschende Hochstufung sieht die Risiken jedoch als eingepreist an.

Die Kernpunkte:
  • Mehrere Banken senken ihre Kursziele deutlich
  • Ein Analyst stuft von 'Sell' auf 'Neutral' hoch
  • Amazon wird als größte Konkurrenz identifiziert
  • Entscheidende Quartalszahlen werden im Februar erwartet

Die Aktie von The Trade Desk hat ein katastrophales Jahr 2025 als Schlusslicht im S&P 500 beendet und findet auch im neuen Jahr keinen festen Boden. Während der Kurs nahe dem 52-Wochen-Tief notiert, reagieren zahlreiche Banken mit Senkungen ihrer Kursziele auf das verlangsamte Wachstum und die Konkurrenzsituation. Doch inmitten der allgemeinen Skepsis sorgt eine überraschende Hochstufung für Aufsehen: Ist die Bewertung nach dem massiven Absturz nun attraktiv genug?

Reihenweise Zielsenkungen

Der Ad-Tech-Spezialist steht weiterhin unter Druck und verzeichnete am Donnerstag den fünften Verlusttag in Folge. Ein wesentlicher Treiber für die anhaltende Schwäche sind die jüngsten Anpassungen der Wall Street. Innerhalb der letzten zwei Wochen haben mehrere Investmentbanken ihre Erwartungen nach unten korrigiert.

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Morgan Stanley reduzierte das Kursziel deutlich von 50 auf 42 US-Dollar, behielt aber die Einstufung “Equal-Weight” bei. Ähnliche Schritte unternahmen Wells Fargo und Wolfe Research. Der Tenor ist eindeutig: Die Analysten bleiben zwar investiert, werden aber hinsichtlich der kurzfristigen Performance vorsichtiger. Die Experten reagieren damit auf Befürchtungen, dass der Wettbewerb im Werbemarkt härter wird und das Wachstumspotenzial dämpft.

Ein Hoffnungsschimmer: Bewertung lockt

Entgegen dem Trend der Zielsenkungen sorgte Analyst Michael Nathanson von MoffettNathanson für eine positive Überraschung. Er beendete seine negative Haltung und stufte die Aktie am 12. Januar von “Sell” auf “Neutral” hoch. Seine Begründung liefert ein interessantes Gegenargument zur vorherrschenden Marktstimmung: Die Bewertung spiegele die Risiken mittlerweile adäquat wider.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 34 auf Basis der geschätzten zukünftigen Gewinne ist die Aktie so günstig bewertet wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Nathanson räumt ein, dass die strukturellen Risiken bestehen bleiben und sich teilweise sogar verschärfen, sieht diese jedoch im aktuellen Kurs weitgehend eingepreist. Nach einem Kursverlust von rund 69 Prozent in den letzten 12 Monaten könnte sich das Chance-Risiko-Verhältnis damit verbessert haben.

Das Amazon-Problem

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung vieler Investoren bleibt die aggressive Expansion von Amazon. Der E-Commerce-Riese baut seine eigene “Demand-Side Platform” (DSP) massiv aus und tritt damit in direkte Konkurrenz zu The Trade Desk. Amazon verfügt über exklusive Kaufdaten aus erster Hand – ein Wettbewerbsvorteil, den The Trade Desk nicht einfach replizieren kann.

Diese Konkurrenzsituation schlägt sich bereits in den Wachstumsraten nieder. Während das Unternehmen im dritten Quartal 2025 noch ein Umsatzplus von 18 Prozent erzielte, deutet die Prognose für das vierte Quartal auf eine Verlangsamung auf rund 13 Prozent hin. Das wäre das schwächste Wachstum seit dem ersten Quartal 2022.

Um sich in diesem Umfeld zu behaupten, setzt The Trade Desk auf neue Initiativen wie “OpenAds”. Anfang Januar konnte das Unternehmen namhafte Partner wie BuzzFeed, Newsweek und AccuWeather für diese transparente Auktionsumgebung gewinnen, was als strategischer Versuch gewertet wird, sich von den geschlossenen Systemen der Konkurrenz abzuheben.

Ausblick: Zahlen im Februar

Ob sich die optimistische Sichtweise auf die günstige Bewertung oder die Sorge vor Amazon durchsetzen wird, dürfte sich am 11. Februar 2026 entscheiden. Dann präsentiert The Trade Desk seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2025. Der Marktkonsens rechnet mit einem Umsatz von 840,56 Millionen US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 0,58 US-Dollar. Besonders die Prognose für das erste Quartal 2026 wird zeigen, wie stark der Gegenwind tatsächlich ist.

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