The Trade Desk Aktie: Governance-Krise trifft solide Zahlen
Das Unternehmen verstößt nach mehreren Boardabgängen gegen Nasdaq-Regeln und sieht sich mit Prüfungen großer Werbeagenturen konfrontiert, trotz solider Finanzkennzahlen.

- Nasdaq setzt Frist zur Behebung von Regelverstößen
- Drei Direktoren verlassen innerhalb kurzer Zeit das Board
- Große Werbeagenturen prüfen die Preispraktiken
- Stabile Umsatz- und EBITDA-Zahlen für 2025
Drei Boardabgänge innerhalb weniger Tage, eine formelle Verwarnung der Nasdaq — und das in einem Moment, in dem The Trade Desk ohnehin unter erheblichem Druck steht. Das Unternehmen kämpft gleichzeitig an einer zweiten Front: Große Werbeagenturen prüfen die Preisgestaltung des Unternehmens.
Nasdaq setzt Frist bis September
Am 24. März meldete The Trade Desk der Nasdaq, dass es nach dem Rücktritt von Boardmitglied Kathryn E. Falberg gegen zwei Listing-Regeln verstößt. Diese schreiben vor, dass der Prüfungsausschuss mindestens drei und der Vergütungsausschuss mindestens zwei unabhängige Direktoren umfassen muss. Die Nasdaq bestätigte die Nichtkonformität einen Tag später offiziell.
Die Abgänge häuften sich rasch: Alexander Kayyal verließ das Board am 19. März, Falberg folgte am 23. März. Hinzu kommt der bereits früher angekündigte Rücktritt von Gokul Rajaram, der zum 3. April wirksam wird. Alle drei Rücktritte erfolgten laut Unternehmensangaben ohne inhaltliche Meinungsverschiedenheiten.
Das Unternehmen hat bis zum 21. September 2026 Zeit, die Compliance wiederherzustellen. Als ersten Schritt formalisiert The Trade Desk die Ernennung von Drew Vollero, dem CFO von Reddit, als neues Boardmitglied und Mitglied des Prüfungsausschusses — wirksam ab dem 3. April.
Agentur-Audits und starke Fundamentaldaten
Parallel läuft ein Konflikt mit den großen Werbeagenturen. Nach Publicis hat nun auch Omnicom eine externe Prüfung der Preispraktiken von The Trade Desk eingeleitet — als Vorsichtsmaßnahme, nachdem Omnicons eigene Vertragsprüfung zunächst keine Unregelmäßigkeiten ergab. Hintergrund ist die Strategie von CEO Jeff Green, Marken zunehmend direkt anzusprechen und dabei die Agenturen zu umgehen.
Trotz dieser Belastungen zeigen die Finanzzahlen ein stabiles Bild. Der Jahresumsatz 2025 stieg auf 2,90 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA erreichte 1,20 Milliarden Dollar bei einer Marge von 41 Prozent. Für das erste Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von mindestens 678 Millionen Dollar.
Der Aktienkurs spiegelt das schwierige Umfeld wider: Mit einem Minus von rund 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr notiert der Titel heute auf einem 52-Wochen-Tief. Am 13. Mai werden die Quartalszahlen veröffentlicht — dann dürfte auch klarer sein, wie schnell das Unternehmen die Lücken im Board schließen konnte.
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