The Trade Desk Aktie: OpenAI drückt auf Werbebudgets
The Trade Desk erholt sich mit Plus von sechs Prozent, nachdem die Aktie ein neues Jahrestief markierte. Das Management setzt auf Reisedaten und KI-Updates.

- Kursplus von über sechs Prozent
- Neues Jahrestief zuvor erreicht
- Integration von Reiseplattform-Daten
- Antwort auf OpenAI-Werbepläne
The Trade Desk beendet eine dramatische Woche mit einem deutlichen Kursplus. Am Freitag kletterte das Papier um 6,09 Prozent auf 16,19 Euro. Zuvor markierte die Aktie bei 14,99 Euro ein neues Jahrestief.
Seit Jahresbeginn hat das Unternehmen fast die Hälfte seines Börsenwerts verloren. Bis zum Rekordwert vom vergangenen August fehlt weiterhin ein massives Stück. Dieser lag bei 77,60 Euro.
Offensive im Reisemarkt
Das Management reagiert auf das abgekühlte Umsatzwachstum von zuletzt zwölf Prozent. Der Konzern integriert nun gezielt Daten großer Reiseplattformen in sein Ökosystem. Werbetreibende können dadurch Signale von Partnern wie Booking.com, Marriott oder Agoda nutzen.
Dieses Vorgehen zielt auf das sogenannte „Open Internet“ ab. Marketer erhalten so präzisere Daten außerhalb der geschlossenen Systeme von Google oder Meta. Die Expansion in den Mobilitätssektor soll neue Budgets erschließen.
Neue Konkurrenz durch KI
Der Wettbewerbsdruck verschärft sich parallel dazu. Auf dem Werbefestival in Cannes präsentierte OpenAI erstmals sein eigenes Anzeigengeschäft für ChatGPT. KI-native Plattformen greifen damit direkt die Budgets für Suche und Entdeckung an.
The Trade Desk setzt als Antwort auf technische Upgrades wie die „Kokai“-Plattform. Eine Kooperation mit dem Telekomanbieter Utiq stärkt die Identitätslösungen in Europa. Positiv wirkt auch das Ende eines Gebührenstreits mit der Agentur Publicis.
Hürden im Chart
Technisch hat sich das Bild leicht aufgehellt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) stieg auf 43,3 Punkte und verließ damit die überverkaufte Zone. Der Kurs notiert allerdings rund elf Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 18,14 Euro.
Die langfristige Hürde liegt noch deutlich höher. Der Durchschnitt der vergangenen 200 Tage verläuft aktuell bei knapp 30 Euro.
Anfang Juli folgen zudem operative Anpassungen an der Plattform-Schnittstelle. Diese Updates sollen die Datentransparenz und Berichte für Werbekunden verbessern. Die Marktteilnehmer achten in der neuen Handelswoche vor allem auf die Verteidigung der Marke von 16 Euro.
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