The Trade Desk Aktie: Q3-Prognose verfehlt 807 Millionen Dollar

Schwache Umsatzprognose für Q3 lässt The-Trade-Desk-Aktie um über 22 Prozent fallen. Analysten reagieren mit zahlreichen Kurszielsenkungen.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz von 22,4 Prozent
  • Umsatzprognose verfehlt Erwartungen deutlich
  • Mehrere Analysten senken Kursziele
  • Bilanz bleibt trotzdem stabil

Ein Umsatzausblick, der um mehr als 150 Millionen Dollar unter den Erwartungen liegt. Das reicht, um eine Aktie an einem einzigen Tag um fast ein Viertel abstürzen zu lassen. Genau das ist The Trade Desk am Freitag passiert.

Die Aktie des Werbetechnologie-Unternehmens schloss bei 11,94 Euro. Das bedeutet ein Minus von 22,42 Prozent an nur einem Handelstag. Der Kurs liegt jetzt nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief und rund 85 Prozent unter dem Hoch vom vergangenen Jahr.

Zahlen und Ausblick verfehlen die Erwartungen deutlich

The Trade Desk legte am 6. August seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg zwar um 3 Prozent auf 715 Millionen Dollar. Analysten hatten aber mit 751,4 Millionen Dollar gerechnet.

Der bereinigte Gewinn je Aktie kam bei 0,34 Dollar herein, erwartet waren 0,40 Dollar. Das bereinigte EBITDA sank von 271 auf 241 Millionen Dollar, die Marge schrumpfte von 39 auf 34 Prozent.

CEO Jeff Green beschönigte die Lage nicht. „Dieses Quartal hat nicht unseren eigenen Ansprüchen entsprochen. Es hat aber unsere Überzeugung bestärkt, dass wir uns auf die richtigen Zukunftschancen konzentrieren“, sagte der Mitgründer und Chef des Unternehmens.

Der Ausblick für das dritte Quartal sorgte für noch mehr Unruhe. The Trade Desk stellt einen Umsatz von mindestens 650 Millionen Dollar in Aussicht, das bereinigte EBITDA soll bei rund 160 Millionen Dollar landen. Der Markt hatte mit 807 Millionen Dollar Umsatz gerechnet — die Guidance verfehlt diese Erwartung um fast ein Fünftel.

Zölle, Ölpreise und schwache Konsumenten

Jeff Green macht sowohl externe als auch hausgemachte Probleme für die Entwicklung verantwortlich. Zölle, höhere Ölpreise und eine schwächere Kauflaune einkommensschwacher Verbraucher hätten wichtige Werbekategorien belastet.

Konsumgüter und Automobilbranche machen zusammen etwa ein Viertel des Geschäfts von The Trade Desk aus. Genau diese beiden Bereiche gerieten unter Druck. Höherverdienende Kunden blieben dagegen stabil in ihrem Ausgabeverhalten, so das Management.

Nicht alles war schlecht. Finanzdienstleister, Technologiefirmen und Pharmaunternehmen entwickelten sich weiter gut. Mehrere davon bauten ihre Geschäftsbeziehung sogar aus. Die meisten der 100 größten Werbekunden verzeichneten zweistelliges Wachstum, die Kundenbindung lag weiter über 95 Prozent.

Analysten senken reihenweise Kursziele

Der Bericht löste eine Welle von Herabstufungen aus. Evercore ISI stufte die Aktie von „Outperform“ auf „In Line“ zurück und senkte das Kursziel auf 13 Dollar. Susquehanna und BMO Capital nahmen ähnliche Schritte vor und verwiesen auf die makroökonomischen Gegenwinde.

Raymond James ging noch weiter und stufte die Aktie direkt auf „Underperform“ herab. Rosenblatt Securities beließ das Rating bei „Neutral“, senkte aber das Kursziel auf 12 Dollar. UBS hielt an der Kaufempfehlung fest, reduzierte das Kursziel aber von einem höheren Niveau auf 16 Dollar. Wedbush, Wells Fargo, Truist Securities, Needham und Scotiabank kappten ebenfalls ihre Kursziele.

Bilanz bleibt robust

Trotz des Wachstumsschocks zeigt sich die Bilanz stabil. Der operative Cashflow lag in der ersten Jahreshälfte 2026 bei 545 Millionen Dollar. Zusammen mit Barmitteln von 1,12 Milliarden Dollar und kurzfristigen Investments von 362 Millionen Dollar finanzierte das Unternehmen Aktienrückkäufe von 78 Millionen Dollar im zweiten Quartal.

Für weitere Rückkäufe stehen noch 269 Millionen Dollar an Ermächtigung zur Verfügung. Das Management verweist zudem auf einen globalen Werbemarkt von fast einer Billion Dollar jährlich — davon hält The Trade Desk aktuell erst rund 1 Prozent.

Ein Jahr voller Rückschläge

Die Probleme reichen weiter zurück als nur auf dieses eine Quartal. Bereits Anfang vergangenen Jahres verfehlte The Trade Desk erstmals seit dem Börsengang die eigene Prognose — nach einer Serie von 33 Quartalen ohne Fehltritt. Seitdem häuften sich die Schwierigkeiten.

Ein öffentlich ausgetragener Streit mit der Werbeagentur Publicis Group belastete zusätzlich das Vertrauen. Publicis riet seinen Kunden zeitweise, Werbebudgets von der Plattform abzuziehen. Der Konflikt wurde zwar Anfang Juni beigelegt, der Schaden am Kursverlauf war da aber bereits entstanden.

Mit einem RSI von 27,9 gilt die Aktie technisch als deutlich überverkauft, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 82 Prozent. Ob die aktuelle Guidance einen Boden markiert oder nur eine weitere Stufe nach unten einleitet, dürfte sich frühestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.

Anzeige

The Trade Desk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue The Trade Desk-Analyse vom 8. August liefert die Antwort:

Die neusten The Trade Desk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für The Trade Desk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

The Trade Desk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu The Trade Desk