The Trade Desk Aktie: Sarah Gavin neue CMO
Trade Desk ernennt Sarah Gavin zur CMO. Die Aktie verlor massiv an Wert, während Wettbewerber Amazon Marktanteile gewinnt.

- Erfahrene Marketing-Expertin Sarah Gavin berufen
- Aktienkurs seit Jahresbeginn halbiert
- Umsatzwachstum verlangsamt sich deutlich
- Amazon setzt Trade Desk unter Druck
Das Werbetechnologie-Unternehmen Trade Desk holt sich mit Sarah Gavin eine erfahrene Marketing-Chefin ins Haus. Die Besetzung des CMO-Postens ist kein normaler Personalwechsel – sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern um seine Position kämpft.
Die Aktie notiert aktuell bei 16,29 Euro. Das sind knapp 80 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 77,60 Euro. Allein seit Jahresbeginn verlor das Papier rund die Hälfte an Wert. Kein Wunder, dass Anleger genau hinschauen, wer künftig die Strategie bestimmt.
Eine erfahrene Kommunikatorin
Gavin kommt von Zendesk, wo sie als Chief Communications Officer und zwischenzeitlich als Interims-CMO arbeitete. Davor sammelte sie Erfahrung bei Google Cloud und Expedia. In ihrer neuen Position berichtet sie direkt an CEO Jeff Green.
Sie übernimmt das Amt von Anna Sayre, die die Marketing-Abteilung interimistisch führte und nun auf ihren vorherigen Posten als Senior Vice President für globales Brand Marketing zurückkehrt. Die Berufung folgt auf eine Reihe von Führungswechseln – mehrere Top-Manager verließen das Unternehmen zuletzt, darunter der frühere Marketing- und der Vertriebschef.
Das „Switzerland of TV OS“
Trade Desk setzt im Streaming-Markt auf sein Betriebssystem Ventura. Die Strategie: ein neutraler Player sein. Keine eigenen Inhalte produzieren, keine Konflikte mit Medienhäusern eingehen. Transparente Werbung statt undurchsichtiger Plattformlogik – das unterscheidet Ventura von Google, Amazon oder Roku.
Partnerschaften mit DirecTV und Nexxen sollen diesen Ansatz untermauern. Doch das Wachstum lässt nach. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Umsätze nur um zehn Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 25 Prozent.
Wettbewerbsdruck und Charttechnik
Analysten von Morningstar sehen den größten Druck von Amazon mit seiner eigenen Werbeplattform. Deren DSP gewinnt weiter Marktanteile – auf Kosten von Trade Desk. Die Aktie notiert mit einem RSI von 39,9 im leicht überverkauften Bereich und bleibt deutlich unter ihrer 200-Tage-Linie bei 30,64 Euro.
Der nächste Termin für Anleger ist der August 2026. Dann legt Trade Desk die Quartalszahlen vor. Bis dahin muss die neue Marketing-Chefin erste Akzente setzen. Die Botschaft ist klar, die Märkte zweifeln noch.
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